Dantamacrin 50

Hersteller: Procter & Gamble Pharmaceuticals - Germany GmbH
Wirkstoff: Dantrolen
Darreichnungsform: Kapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Dantamacrin 50 enthält den Wirkstoff Dantrolen.

Dantrolen kommt bei einer krankhaft gesteigerten Muskelspannung zum Einsatz, die zu schweren Krämpfen (Spasmen) der Muskulatur führt. Ursache ist zumeist eine Schädigung der Nerven im Gehirn oder Rückenmark, beispielsweise durch multiple Sklerose, infolge einer Querschnittslähmung oder nach einem Schlaganfall. Von den Spasmen können einzelne Körperteile (zum Beispiel ein Arm oder ein Bein) oder bestimmte Körperregionen (beispielsweise der Arm und das Bein einer Körperhälfte) betroffen sein.

Zudem kann eine so genannte Reflexblase mit dem Wirkstoff behandelt werden. Bei diesem Krankheitsbild ist die Kontrolle des Schließmuskels der Harnblase durch Schädigung des Rückenmarks gestört. Ab einem bestimmten Füllungszustand der Blase kommt es reflexartig zur Entleerung der Blase und dem Abgang von Urin, ohne dass der Betreffende Einfluss darauf nehmen kann (Harninkontinenz).

Schließlich dient Dantrolen zur Behandlung maligner Hyperthermie. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Komplikation, die im Rahmen einer Narkose auftreten kann. Durch eine starke Steigerung des Stoffwechsels kommt es zu übermäßiger Wärmeproduktion und zu einem lebensbedrohlichen Überhitzen des Körpers. Voraussetzung für das Auftreten der malignen Hyperthermie ist vermutlich eine angeborene Störung des Kalzium-Stoffwechsels im Muskelgewebe.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dantrolen sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Muskelrelaxanzien, zu welcher der Wirkstoff Dantrolen gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • stark eingeschränkte Bewegungsfähigkeit aufgrund einer krankhaft gesteigerten Muskelspannung bei verschiedenen Krankheitsbildern

Dosierung

Das Medikament Dantamacrin 50 Kapseln kommt zur Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht.

Die verabreichte Wirkstoffmenge von Dantamacrin 50 Kapseln wird langsam gesteigert, bis die therapeutische Dosierung erreicht ist.
Für Erwachsene und Kinder ab 50 Kilogramm Körpergewicht gilt, dass zu Beginn der Therapie in der ersten Woche einmal täglich 50 Milligramm Dantrolen einzunehmen ist.

In der zweiten Woche wird die Dosis auf zweimal täglich 50 Milligramm Dantrolen gesteigert.

In der dritten Woche beträgt die Dosis dreimal täglich 50 Milligramm Dantrolen (dreimal täglich je eine Dantamacrin 50 Kapsel).

In der vierten Woche beträgt die Dosis viermal täglich 50 Milligramm Dantrolen.

Wenn nach sechs bis acht Wochen keine Besserung der Beschwerden auftritt, sollte die Therapie eingestellt werden.

Die eingenommene Wirkstoffmenge der Erwachsenen kann stufenweise bis auf 400 Milligramm Dantrolen täglich gesteigert werden, wenn besondere Belastungssituationen oder Stresssituationen des Patienten vorhersehbar sind. Dosen über 200 Milligramm Dantrolen täglich sollten nicht länger als zwei Monate eingenommen werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Farbstoff E 172
  • Lactose
  • Magnesiumstearat
  • Chinolingelb (E 104)
  • Erythrosin (E 127)
  • Farbstoff E 171
  • Talkum

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit, Schwächegefühl, Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, leichte Leberfunktionsstörungen, Vermehrung bestimmter Leberenzyme im Blut, gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut, Hautausschläge, Akne-ähnliche Hauterscheinungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Häufiges Wasserlassen, Harninkontinenz, Restharnbildung, blutiger Urin (Hämaturie), Ablagerungen in den ableitenden Harnwegen (Harnsteine), Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Blutarmut, verminderte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozytopenie).

Seltene Nebenwirkungen:
Leberentzündung, Gelbsucht, schwere Störung der Leberfunktion, Krampfanfälle, gesteigerte Nervosität, Depressionen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Schlafstörungen, Lähmungserscheinungen, Verstärkung bestehender Lähmungen (Paresen), Sehstörungen, vermehrter Tränenfluss, Störungen der Herzfunktion, Herzrhythmusstörungen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Blutdruckschwankungen, Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmacksempfindens, vermehrte Speichelbildung, Kau- und Schluckbeschwerden, Verstopfung, Blutungen im Verdauungstrakt, verstärktes Schwitzen, Juckreiz, abnormer Haarwuchs.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Darmverschluss, Schwellungen der Lymphknoten, schwere Störung der Blutbildung im Knochenmark (aplastische Anämie), Entzündung des Herzbeutels, Entzündung des Lungenfells (Pleuritis) mit Bildung eines Ergusses und Beeinträchtigung der Atmung.

Besonderheiten:
Bei Dosen über 200 Milligramm Dantrolen täglich muss vermehrt mit Nebenwirkungen, insbesondere mit Störungen der Leberfunktion, gerechnet werden.

Wechselwirkungen

Metoclopramid aus der Gruppe der Prokinetika kann Wirkung und Nebenwirkungen von Dantrolen steigern.

Gleichzeitig mit dem Wirkstoff sollten keine Barbiturate, Benzodiazipine, Narkosemittel, H1-Antihistaminika oder weitere Muskelrelaxanzien verabreicht werden, da sonst verstärkt mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. Auch auf den Konsum von Alkohol ist zu verzichten.

Werden zeitgleich Wirkstoffe angewendet, die ebenfalls eine leberschädigende Wirkung entfalten können (zum Beispiel Östrogene), ist das Risiko für schwere Leberfunktionsstörungen erhöht.

Bei Patienten mit Störungen des Mineralstoffwechsels oder einer Veranlagung zur malignen Hyperthermie (siehe Anwendungsgebiet) kann es bei intravenöser Gabe (Spritzen in die Vene) von Dantrolen und gleichzeitiger Behandlung mit Kalziumkanalblockern oder Betablockern zu einem erhöhten Kalium-Gehalt im Blut (Hyperkaliämie) und infolgedessen zu Störungen der Herzfunktion kommen.

Gegenanzeigen

Dantrolen darf bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht angewandt werden. Von einem Einsatz des Wirkstoffs ist zudem bei schweren Störungen der Leberfunktion oder der Lungenfunktion sowie bei ausgeprägter Herzmuskelschwäche abzusehen. Er darf nicht verabreicht werden, wenn die erhöhte Muskelanspannung für eine aufrechte Haltung oder normale Bewegungsabläufe notwendig ist.

Nur nach einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt darf der Wirkstoff bei Erkrankungen eingesetzt werden, die mit Lähmungserscheinungen einhergehen (wie beispielsweise die amyotrophische Lateralsklerose (ALS) oder eine Bulbärparalyse), da die Lähmungen verstärkt werden können. Vorsicht ist zudem bei Personen mit Rückbildung der Muskulatur (Atrophie) durch mangelnde Nerventätigkeit sowie mit Erkrankungen des Herzens oder Herzrhythmusstörungen geboten. Diese Patienten müssen verstärkt überwacht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff darf während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden, weil die Unbedenklichkeit der Anwendung für Mutter und Kind noch nicht nachgewiesen ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da zur Anwendung bei kleinen Kindern keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, sollte der Wirkstoff bei Kindern unter fünf Jahren nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Der Wirkstoff kann Müdigkeit hervorrufen und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen.
  • Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kann vermindert sein.
  • Bei anhaltenden Durchfällen sollte die Therapie beendet werden.
  • Bei einer Herzbeutel- oder Lungenfellentzündung sowie bei schwerer Atemdepression ist die Therapie abzubrechen.
  • Vor und während der Anwendung muss die Leberfunktion kontrolliert werden.
  • Während der Behandlung ist eine Sonnenbestrahlung der Haut (Solarien, ausgedehnte Sonnenbäder) zu vermeiden.
  • Bei gleichzeitiger Gabe mit Östrogenen besteht das erhöhte Risiko einer Leberschädigung.
  • Bei Leberwerten außerhalb der Norm absetzen
  • Therapieabbruch, falls nach sechs bis acht Wochen kein Therapieerfolg
  • Tranquilizer vom Typ Benzodiazepine können die muskelrelaxierende Wirkung von Dantamacrin verstärken.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Kapsel)
50 Stück Kapseln
50 Milligramm Dantrolen
100 Stück Kapseln
50 Milligramm Dantrolen

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Dantamacrin 50 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Dantrolen (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Kapseln
Kapseln

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.