Das Bild zeigt einen Mann, der im Wald sitzt.
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Penisveränderungen

Penisveränderungen bezeichnen Veränderungen unterschiedlichster Art am männlichen Glied, dem Penis – dies können zum Beispiel Hautkrankheiten wie Warzen, eine Schwellung oder eine Verkrümmung sein. Für die Veränderungen am Penis kommen verschiedene Ursachen infrage, meist treten sie jedoch infolge einer Erkrankung auf.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Definition

Eine häufige Veränderung am Penis ist die sogenannte Vorhautverengung (Phimose). Dabei ist der äußere Vorhautring derart eng, dass sich die Vorhaut nicht oder nur schwer über die Eichel zurückziehen lässt. Bei Neugeborenen und Kleinkindern ist dieser Zustand völlig normal – bei Erwachsenen entsteht eine Vorhautverengung durch wiederholte Entzündungen oder Verletzungen.

Ist die Vorhaut entzündet, spricht man von einer Vorhautentzündung (Posthitis). Die Entzündung der Eichel nennt man Balanitis. Auch dies zählt zu den Penisveränderungen.

Wissenswertes

Der Penis bildet gemeinsam mit dem Hodensack die äußeren männlichen Geschlechtsorgane. Er dient dem Geschlechtsverkehr und der Fortpflanzung sowie der Ausscheidung von Urin.

Der Penis besteht aus dem Penisschaft, der Eichel, einer Vorhaut, Schwellkörpern, Muskeln, Bändern, Nerven, Blutgefäßen und einigen weiteren Strukturen. Veränderungen am Penis betreffen häufig die Haut und Vorhaut, zum Beispiel in Form von Genitalwarzen. Durch Verletzungen oder angeborene Fehlbildungen kann es zu einer Penisverkrümmung oder zum Penisbruch kommen.

Bei sämtlichen Veränderungen am Penis, zum Beispiel einer neu aufgetretenen Hautveränderung, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Ein Facharzt für Urologie (Urologe) oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe und Venerologe) wird sich die Veränderung anschauen, einige Fragen stellen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen vornehmen, um die Ursache der Penisveränderung festzustellen.

Die Behandlung richtet sich nach der entsprechenden Ursache und reicht beispielsweise bei Genitalwarzen von Salben und Tinkturen, die auf die Hautstellen aufgetragen werden, über kryo- ("Vereisung"), elektro- und lasertherapeutische Abtragung bis hin zur operativen Entfernung der Warzen.

Bei bakteriellen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis (Lues) verschreibt der Arzt meist Antibiotika. Bei einer Vorhautverengung ist in manchen Fällen auch eine Operation notwendig.

In den meisten Fällen sind Veränderungen am Penis eher harmlos und lassen sich gut behandeln, können aber sehr schmerzhaft sein – zum Beispiel bei einem Penisbruch. Peniskrebs kommt nur selten vor und zeigt sich vor allem im Anfangsstadium durch sehr uncharakteristische Beschwerden.

Ursachen

Penisveränderungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Häufig betreffen Penisveränderungen die Haut und Vorhaut. Dazu zählen vor allem Genitalwarzen, etwa die durch das humane Papilloma-Virus (HPV) verursachten Feigwarzen.

Sexuell übertragbare Krankheiten, die zu Penisveränderungen führen, sind unter anderem:

  • Herpes genitalis mit typischer Bläschenbildung am Penis
  • weicher Schanker (Ulcus molle) mit schmerzhaft-entzündlichen Hautpapeln und Hautläsionen in der Penisregion
  • Syphilis (Lues), die einen sog. harten Schanker (ein schmerzloses, hartes Geschwür) verursacht
  • schwarzer Hautkrebs (Melanom)

Eine häufige Veränderung am Penis ist die Vorhautverengung (Phimose). Dabei ist der äußere Vorhautring derart eng, dass der betroffene Mann die Vorhaut nicht oder nur schwer über die Eichel zurückziehen kann. Mögliche Ursachen für eine Phimose sind wiederholte Entzündungen oder gewaltsame Einwirkungen mit Einrissen und Blutungen.

Für Penisveränderungen können außerdem Entzündungen als Ursachen infrage kommen. Ist die Vorhaut entzündet, spricht man von einer Vorhautentzündung (Posthitis). Die Entzündung der Eichel nennt man Balanitis. Die Entzündungen können zum Beispiel durch eine Infektion mit Pilzen, Viren oder Bakterien enstehen – mangelnde Hygiene gilt hierbei als idealer Wegbereiter für Vorhaut- und Eichelentzündung.

Eine Penisverkrümmung kann angeboren oder zum Beispiel die Folge eines Penisbruchs (Penisfraktur) oder einer Induratio penis plastica (IPP) sein. Ein Penisbruch entsteht, wenn der erigierte Penis gequetscht oder stark geknickt wird – zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr. Es kommt dann zu ei­nem peit­schen­den Knall, starken Schmerzen und zur Häm­atoma­usb­ildung.

Penisverletzungen sind oftmals die Folge von Unfällen und Gewalteinwirkung. Sie können zum Beispiel zu großflächigen Blutergüssen (Hämatomen) führen.

Der Peniskrebs (Peniskarzinom) ist ein seltener bösartiger Tumor, der vor allem im höheren Lebensalter vorkommt. Vor allem im Anfangsstadium zeigt Peniskrebs meist keine eindeutigen Symptome. Einige Betroffene berichten über einen klaren, gelegentlich auch übel riechenden Ausfluss oder Blutungen – manchmal können auch die Eichel oder die Vorhaut angeschwollen sein.

Diagnose

Penisveränderungen erfordern eine genaue Diagnose vom Facharzt. Bei sämtlichen Veränderungen am Penis, zum Beispiel einer neu aufgetretenen Hautveränderung, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Ein Facharzt für Urologie (Urologe) oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe und Venerologe) schaut sich die Veränderung an und stellt einige Fragen, zum Beispiel seit wann die Veränderung besteht oder wann sie bemerkt wurde. Auch eine Penisverkrümmung oder eine Vorhautverengung untersucht der Arzt genau.

Je nach Befund sind weitere Untersuchungen der Penisveränderungen notwendig, um die Diagnose zu sichern. Dazu gehören zum Beispiel

Therapie

Um bei Penisveränderungen die passende Therapie zu finden, ist es wichtig, die genaue Diagnose zu stellen. Die Behandlung richtet sich also nach der entsprechenden Ursache:

Leichte Vorhautverengungen können mit kortisonhaltigen Salben behandelt werden. Dazu müssen Sie die Kortisonsalbe konsequent zweimal täglich über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen auf die Spitze des Penis auftragen. In bis zu 75 Prozent der Fälle lässt sich so die Vorhautverengung beheben. In manchen Fällen ist aber auch eine chirurgische Entfernung oder Korrektur der Vorhaut notwendig.

Stecken Genitalwarzen wie beispielsweise Feigwarzen hinter den Penisveränderungen, sind häufig mehrere Behandlungen notwendig. Theoretisch können Feigwarzen zwar auch von selbst wieder verschwinden – das ist aber eher die Ausnahme. Besser ist es, die Warzen regelmäßig mit einer Creme zu bestreichen, die zum Beispiel die Wirkstoffe Podophyllotoxin oder Imiquimod enthalten. Dabei ist es wichtig, die nicht von Feigwarzen betroffenen Hautstellen sorgfältig abzudecken und nur kleine Hautbereiche zu behandeln.

In ausgeprägten Fällen kann es allerdings auch nötig sein, dass der Arzt die Warzen direkt entfernt, so zum Beispiel durch kryo- ("Vereisung"), elektro- und lasertherapeutische Abtragung.

Bei Syphilis (Lues) kommt vorwiegend das Antibiotikum Wirkstoffgruppe/PenicillinePenizillin zum Einsatz – damit lässt sich die Geschlechtskrankheit gut behandeln. Die Dosis und die Dauer der Penizillin-Behandlung hängt von dem Krankheitsstadium ab.

Penisveränderungen, die auf Herpes genitalis zurückgehen, werden unter Umständen mit virenhemmenden Wirkstoffen (sog. Virostatika) wie Aciclovir oder Famciclovir behandelt. Diese verschreibungspflichtigen Mittel verhindern, dass sich die Herpesviren vermehren und sorgen dafür, dass die Bläschen schneller abheilen.

Bösartige Tumoren am Penis entfernt der Arzt in der Regel operativ. Je früher Peniskrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung!