Heißhunger: Was steckt dahinter?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Februar 2017)

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Heißhunger ist ein extremes Verlangen nach sofortiger Nahrungsaufnahme. Typischerweise bezieht sich dieses Bedürfnis auf ei­ne bestimmte Form von Nahrung. Heißhungerattacken können viele verschiedene Gründe haben.

Hunger ist eine normale, gesunde Empfindung: Sie soll sicherstellen, dass Lebewesen Nahrung zu sich nehmen, damit der Körper alle  Nährstoffe und die Energie erhält, die er benötigt. Verantwortlich für das Hungergefühl ist vor allem der Zuckergehalt im Blut: Wenn er sinkt, macht das hungrig.

Wenn man lange nichts gegessen hat, stellt sich natürlicherweise ein Hungergefühl ein. Auch nach dem Sport (z.B. nach dem Schwimmen oder Joggen) tritt häufig Heißhunger auf. Grund ist, dass der Körper dabei viel Energie verbrennt und dann Nachschub fordert. Die Heißhungerattacke drückt also einen echten Bedarf an Nahrungszufuhr aus.

Dieser Heißhunger ist normalerweise unproblematisch, denn der Körper holt sich die Energie und Nährstoffe zurück, die er durch den Sport verbraucht hat.

Ein erhöhter Nahrungsbedarf kann zeitweilig auch während des Wachstums sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit bestehen. Zudem können hormonelle Veränderungen Heißhunger hervorrufen. Entsprechend kommen Heißhungerattacken oft bei Jugendlichen sowie bei schwangeren und stillenden Frauen vor.

Doch nicht immer spiegelt Hunger echten Nahrungsbedarf wider. Viele Menschen überkommt beispielsweise nach einem deftigen Essen Heißhunger auf Süßes. Meistens ist dieses Verlangen nach Süßigkeiten nur eine Gewohnheit beziehungsweise anerzogen: Wer es gewöhnt ist, dass es einen süßen Nachtisch gibt, dem fällt es schwer, darauf zu verzichten.

Dieser Heißhunger kann zu Übergewicht führen, wenn die zusätzlichen Kalorien nicht wieder abtrainiert oder an anderer Stelle eingespart werden.

Heißhunger kann auch krankhaft sein. Dabei handelt es sich aber nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom: Sowohl körperliche als auch psychische Störungen beziehungsweise Krankheiten können einen gesteigerten Appetit verursachen.

Neben dem Bedürfnis nach Essen kann Heißhunger von weiteren Symptomen wie Zittern und Schweißausbrüchen begleitet sein. Dies spricht für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) des Körpers, die beispielsweise nach längerer Zeit ohne Nahrung und bei Diabetes mellitus auftreten kann. Auch nach starker körperlicher Belastung ist eine Unterzuckerung möglich.

Der Fachbegriff für Heißhunger lautet übrigens Bulimie. Meist verwendet man diesen Begriff jedoch als Kurzform für die Essstörung Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), deren wichtigsten Symptom Heißhungerattacken sein können.


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