Eine schematische Darstellung einer Blutbahn mit Arteriosklerose.
© Jupiterimages/iStockphoto

Blutfette

Neben Eiweiß und Kohlenhydraten gehört auch Fett zu den Grundnährstoffen, mit denen der Körper seinen Energiebedarf deckt. Fette sind in allen Zellen des Körpers enthalten und spielen unter anderem eine wichtige Rolle als Bausteine der Zellmembran. Auch das Blut enthält Fette, die sogenannten Blutfette.

Allgemeines

Blutfette analysiert man hauptsächlich aus zwei Gründen: Zum einen erfasst eine Blutfettanalyse mögliche Fettstoffwechselstörungen. Zum anderen erlauben die Blutfettwerte eine Abschätzung des individuellen Risikos, an Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") zu erkranken. Erhöhte Blutfettwerte, insbesondere erhöhtes Cholesterin (streng genommen ein Lipid, kein direktes Fett), können zu Arteriosklerose führen, die wiederum reine koronare Herzkrankheit verursachen kann. Bei dieser Erkrankung verengen sich die Herzkranzgefäße durch die arteriosklerotischen Ablagerungen – Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz bis hin zu einem Herzinfarkt können die Folgen sein.

Blutfette, die der Arzt in einer Blutfettanalyse untersucht, sind unter anderem Cholesterin und Triglyceride. Die Triglyceride, auch Neutralfette genannt, machen den Großteil der Nahrungsfette aus. Sie bestehen aus Glyzerin, einem dreiwertigen Alkohol, und Fettsäuren. Jeweils drei Fettsäuren sind mit einem Molekül Glyzerin verbunden. Triglyceride dienen als Speicherfett, welches die Fettdepots im Körper auffüllt.

Der Mensch nimmt einen großen Teil der Blutfette durch die Nahrung auf – darum steigt die Menge der Blutfette nach dem Essen an. Wenn bei Ihnen eine Blutfettanalyse ansteht, sollten Sie deshalb vorher etwa zwölf Stunden nichts essen. Die Normbereiche der Blutfettwerte schwanken in gewissen Grenzen je nach Labor und Literaturangaben. Die folgenden Werte sind deshalb nur als Richtwert zu verstehen.

Fettstoffwechsel Normalwert
Triglyceride < 150 mg/dl < 1,7 mmol/l
Cholesterin < 200 mg/dl < 5,2 mmol/l
LDL-Cholesterin < 160 mg/dl < 4,1 mmol/l
HDL-Cholesterin > 40 mg/dl > 1,0 mmol/l
Verhältnis HDL:LDL 3:1

Die Blutfettwerte lassen sich mit der Nahrung beeinflussen. Generell empfiehlt es sich, auf eine ausgewogene, fettarme und vitamin- sowie ballaststoffreiche Ernährung zu achten. Vermeiden Sie, wenn möglich, gesättigte Fettsäuren (z.B. tierische Fette in Wurst und Käse) und greifen Sie lieber auf ungesättigte Fettsäuren zurück. Diese sind beispielsweise in pflanzlichen Ölen, Nüssen oder in Seefisch enthalten. Regelmäßiger Sport kann ebenfalls dabei helfen, die Blutfettwerte zu senken.

Triglyceride

In der Blutfettanalyse untersucht der Arzt unter anderem die Blutfette Cholesterin und die Triglyceride. Die Triglyceride bilden den Hauptteil der Nahrungsfette. Sie bestehen aus Glyzerin, einem dreiwertigen Alkohol, und Fettsäuren. Jeweils drei Fettsäuren sind mit einem Molekül Glyzerin verbunden. Triglyceride haben eine Speicherfunktion: Als Speicherfett füllen sie die Fettdepots im Körper auf.

Erniedrigte Blutwerte für Triglyceride sind eher selten. Relativ häufig kommen bei der Messung der Blutfette krankhaft erhöhte Triglycerid-Werte vor. Meist sind dann auch andere Blutfettwerte (z.B. Cholesterin) erhöht.

Mögliche Ursache für erhöhte Triglyceridwerte:

Mögliche Ursachen für zu niedrige Triglyceridwerte:

Cholesterin

Bei einer Bluttfettanalyse bestimmt der Arzt unter anderem den Cholesterin-Wert. Bei Cholesterin, auch als Cholesterol bezeichnet, handelt es sich um eine "fettähnliche" Substanz. Es wird zu einem großen Anteil vom menschlichen Organismus selbst hergestellt. Einen kleineren Teil der Blutfette nimmt man über die Nahrung auf.

Cholesterin bildet beim Menschen das Grundgerüst für die Geschlechtshormone. Weiterhin bildet die Leber aus Cholesterin die sogenannten Gallensäuren. Als wichtiger Baustein der Zellmembran kommt es überall im Körper vor.

Da sich Fette und Wasser nicht mischen, ist Cholesterin im Blut von einer Hülle aus speziellen Eiweißen den ”Lipoproteinen” umgeben. Diese Lipoproteinhülle sorgt unter anderem dafür, dass sich das schlecht wasserlösliche Cholesterin besser im Blut transportieren lässt und an der Stelle im Körper ankommt, an der es benötigt wird. Man teilt die Lipoproteine nach ihrer Dichte ein: Von besonderer Bedeutung sind die Lipoproteine niedriger Dichte = Low Density Lipoproteins, kurz LDL, und die Lipoproteine hoher Dichte = High Density Lipoproteins, kurz HDL genannt.

Im umgangssprachlichen Gebrauch bezeichnet man das LDL-Cholesterin als das "schlechte" und HDL-Cholesterin als das "gute" Cholesterin. Damit ist der Effekt der einzelnen Blutfette auf das Herz-Kreislauf-System gemeint. Menschen mit einem stark erhöhten LDL-Cholesterin-Wert leiden häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Menschen mit normalen LDL-Cholesterin-Werten. Umgekehrt haben Menschen mit einem hohen HDL-Cholesterin-Wert ein geringeres Risiko für solche Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt) als Menschen mit niedrigem HDL-Cholesterin.

Bei einer normalen Blutfettanalyse bestimmt der Arzt sowohl die Gesamtmenge des Cholesterins, als auch die Konzentrationen der Untergruppen LDL und HDL. Ist das LDL erhöht oder das HDL stark erniedrigt, erhöht sich auch die Gefahr, an einer koronaren Herzkrankheit und eventuell an einem Herzinfarkt zu erkranken. Es kommt vor allem aber auf das richtige Verhältnis von HDL zu LDL an. Sind also sowohl HDL als auch LDL erhöht, ist der Quotient aber passend, ist die Erhöhung meist nicht als kritisch einzustufen (Verhältnis HDL:LDL=3:1)

Mögliche Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte:


Mögliche Ursachen für zu niedrige Cholesterinwerte: