Ein Radiergummi entfernt das Wort Triglyceride.
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Triglyceride

Triglyceride zählen – wie Cholesterin – zu den Blutfetten. Erhöhte Triglyceride weisen darauf hin, dass ein Gesundheitsrisiko für Herz und Gefäße besteht.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Triglyceride gelangen mit der Nahrung in den Körper: Über 90 Prozent der Nahrungsfette besteht aus Triglyceriden, den Rest machen unter anderem Cholesterin und Phospholipide aus.

Im Dünndarm nimmt der Körper mehr als 95 Prozent der im Nahrungsbrei enthaltenen Fette auf. Triglyceride dienen dem Körper als Speicherfett und werden in den Fettzellen eingelagert. Aus diesem Speicher werden über den Tag immer wieder Triglyceride freigesetzt, um Energie für die Zeiträume zwischen den Mahlzeiten zu liefern. Daneben wandelt der Körper aber auch zu viel aufgenommene Kohlenhydrate in Triglyceride um und füllt damit ebenfalls die Fettspeicher auf.

Wer ständig mehr Nahrungsfette aufnimmt als benötigt, kann in der Folge erhöhte Triglyceridwerte bekommen. Das kann auf Dauer das Risiko für eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) steigern und dadurch auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – bis hin zu lebensbedrohlichen Ereignissen wie einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt. Wie das im Detail passiert, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich tragen Triglyceride dazu bei, dass sich die Arterien verhärten oder die Arterienwände sich verdicken.

Erhöhte Triglyceride

Hohe Triglyceridwerte sind häufig ein Hinweis auf andere Gesundheitsprobleme, die ihrerseits ebenfalls das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können, wie etwa Übergewicht oder das sogenannte metabolische Syndrom. Unter Letzterem versteht man eine Kombination aus verschiedenen Risikofaktoren, wie

Hohe Triglyceride können außerdem ein Hinweis sein auf:

Daneben können auch manche Medikamente als Nebenwirkung die Triglyceride erhöhen, so zum Beispiel:

Ob die Triglyceride zu hoch sind, lässt sich mit einer Blutuntersuchung feststellen – meist werden gleichzeitig auch die Cholesterinwerte bestimmt.

Triglyceride: Normwerte

Bedeutung Triglyceride in mg/dl Triglyceride in mmol/l
normal < 150 < 1,7
grenzwertig erhöht 150 bis 199 2,5
hoch 200 bis 499 2,5 bis 5,6
sehr hoch ≥ 500 ≥ 5,6
Als optimal gelten Werte von etwa 100 mg/dl (das entspricht 1,1 mmol/l) – in dieser Höhe sollen sich Triglyceride günstig auf die Gesundheit von Herz und Gefäßen auswirken.

Zu niedrige Triglyceride

Zu niedrige Triglyceridwerte treten sehr selten auf und haben aus medizinischer Sicht normalerweise keine Bedeutung. Vereinzelt können jedoch auch folgende Ursachen dahinterstecken:

Triglyceride senken

Zu hohe Triglyceride lassen sich in der Regel bereits wieder auf ein gesundes Maß senken, indem man seine Lebensgewohnheiten verändert und auf folgende Punkte achtet:

Gesunde und ausgewogene Ernährung

In vielen Fällen kann eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst zu hohe Triglyceride senken. Im Detail heißt das:

  • weniger Kalorien: Bei einem Zuviel an Nahrungsfetten landet ein Teil der Triglyceride im Fettspeicher des Körpers. Überflüssige Kohlenhydrate baut der Körper zudem in Triglyceride um und nutzt sie ebenfalls als Speicherfett. Wer weniger Kalorien aufnimmt, kann im Grunde also bereits dadurch auch die Triglyceride oft senken.
  • weniger Cholesterin: Meiden Sie Lebensmittel mit hohem Cholesteringehalt – also Lebensmittel wie fette Fleischsorten, Eigelb und Produkte mit Ei sowie Vollmilch und Vollmilchprodukte. Pro Tag sollte man nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin über die Nahrung aufnehmen.
  • gesündere Fette bevorzugen: Meiden Sie gesättigte Fettsäuren – die findet man vor allem in tierischen Produkten – und bevorzugen Sie stattdessen Produkte mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
  • mehr Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und können dazu beitragen, hohe Triglyceride zu senken. Omega-3-Fettsäuren findet man vor allem in Fettfisch wie Lachs, Hering, Makrele oder Thunfisch. Sie kommen jedoch auch in verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln vor, so etwa in Nüssen oder Pflanzenölen.
  • weniger Transfettsäuren: Transfettsäuren können die Triglyceride erhöhen und sollten deshalb nicht so häufig verzehrt werden. Transfettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, die bei der Härtung von Ölen entstehen. Man findet sie beispielsweise in Margarine, Back- oder Streichfetten, aber auch in vielen Backwaren, Fast Food, Keksen oder frittiertem Essen.
  • weniger Kohlenhydrate: Vor allem einfache Kohlenhydrate wie in Zucker und in Weißmehlprodukten können die Triglyceride erhöhen. Auch Kohlenhydrate wie Fructose (Fruchtzucker) wirken sich auf Triglyceride ungünstig aus – allerdings erst wenn man sie in großen Mengen von mehr als 50 bis 100 Gramm pro Tag verzehrt. Da jedoch viele süße Speisen und Getränke mit Glukose-Fructose-Sirup (Maissirup) gesüßt werden, sollten insbesondere süßliebende Betroffene bei hohen Triglyceridwerten einmal bei den gewohnten Speisen und Getränke die Zutatenliste genauer unter die Lupe nehmen.
  • Alkohol in Maßen: Alkohol enthält viele Kalorien und Kohlenhydrate und kann – bei entsprechender Veranlagung – schon in geringen Mengen die Triglyceride steigen lassen.

Übergewicht verringern

Sofern Übergewicht besteht, kann eine Gewichtsabnahme sich günstig auf die Triglyceride auswirken. Dabei ist es unter Umständen gar nicht notwendig, in kurzer Zeit stark abzunehmen – bereits ein paar Kilo weniger können die Triglyceridwerte oft schon verbessern.

Mehr Bewegung

Wer sich regelmäßig bewegt, kann seine Blutfettwerte günstig beeinflussen – also den Anteil des "guten" HDL-Cholesterins steigern und gleichzeitig das "schlechte" LDL-Cholesterin sowie auch die Triglyceride senken. Zu empfehlen sind mindestens 30 bis 45 Minuten Bewegung an vier bis fünf Tagen in der Woche.

Falls erhöhte Triglyceride mit einem schlecht eingestellten Diabetes oder Bluthochdruck zusammenhängen, sollten diese Erkrankungen unbedingt behandelt und regelmäßig kontrolliert werden.

Medikamente

In den meisten Fällen lassen sich zu hohe Triglyceride bereits durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten gut senken. In manchen Fällen reicht dies jedoch nicht aus – unter Umständen kann es dann notwendig sein, Medikamente einzunehmen. Da in solchen Fällen normalerweise auch die Cholesterinwerte schlecht sind, versucht man in der Regel zuerst diese mit Medikamenten zu senken – häufig wirken sich die Cholesterinsenker gleichzeitig auch günstig auf die Triglyceridwerte aus. Typische Wirkstoffe, die gegen einen hohen Cholesterinspiegel zum Einsatz kommen, sind zum Beispiel Statine – je nach Ausgangslage beim Betroffenen möglicherweise kombiniert mit Wirkstoffen wie:

Wer Medikamente gegen hohe Cholesterin- und / oder Triglyceridwerte erhält, sollte gleichzeitig versuchen, eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung beizubehalten.