Behandlung im Krankenhaus
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Coronavirus und Grippe: Doppelinfektion begünstigt schwere Verläufe

Aufgrund der Corona-Maßnahmen blieb auch die Grippe-Welle in den vergangenen Wintern weitgehend aus. Doch die Lockerungen zeigen nicht nur einen starken Anstieg der Corona-Infektionen, auch die Zahl der Grippe-Erkrankungen nimmt zu. In Dänemark sorgt ein neuer Grippe-Typ Influenza H3N2 für eine Vielzahl an Neuinfektionen, auch die Omikron-Variante ist weiterhin auf dem Vormarsch. Erste Studien zeigen, dass eine zeitgleiche Infektion mit Grippe und Sars-CoV-2 möglich ist und schwere Verläufe begünstigen kann.

Zeitgleiche Infektion mit Grippe und Sars-CoV-2 birgt hohes Risiko

Erste Daten einer Beobachtungsstudie zeigen den Einfluss einer gleichzeitigen Infektion mit Influenza und Sars-CoV-2. Das Risiko, maschinell beatmetet zu werden, ist laut Forschenden viermal höher als bei einer reinen Corona-Infektion. Auch das Sterberisiko würde sich bei einer Infektion mit beiden Virusstämmen verdoppeln.

Insgesamt wurden die Daten von 212.466 Patient*innen in Großbritannien bis zum Dezember vergangenen Jahres analysiert. 227 der Betroffenen infizierten sich mit Influenza und Sars-CoV-2. Die Doppelinfektionen nahmen häufiger einen schweren Verlauf.

Die Forschenden berücksichtigten mögliche Unterschiede in Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen und berechnetet daraus das mögliche Risiko.

Die Analyse der Koinfektionen erfolgte zudem für weitere Atemwegserkrankungen wie das Respiratorisches Synzytial-Virus (RS-Virus) und Adenoviren. Hierbei zeigte sich allerdings keine erhöhte Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs.

Influenza-Mutation in Dänemark auf dem Vormarsch

Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die Lage der Grippe-Infektionen stabil und bereitet bislang keinen Grund zur Sorge. In Dänemark sorgt aktuell eine Mutation der Influenza (H3N2) für eine hohe Zahl an Neuinfektionen.

Der österreichische Molekularbiologe Ulrich Elling warnt bereits vor einer mögliche Grippe-Welle im Herbst. Diese ist aufgrund von Masken und Abstandsregeln die vergangenen Jahre sehr milde ausgefallen.

Da die Grippeimpfung jährlich im Voraus auf die Virusstämme der vergangenen Saison angepasst wird, könnte zudem die Wirkung des Vakzins abgenommen haben. Um mögliche Koinfektionen mit Sars-CoV-2 und Influenza zu verhindern, empfehlen Virolog*innen sowohl die Corona- als auch die jährliche Grippe-Impfung. Pharmazeutische Hersteller arbeiten bereits an kombinierten Impfungen gegen Influenza und Sars-CoV-2.