Das Bild zeigt eine Frau bei einer Augenuntersuchung.
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Glaukom-Früherkennung (Früherkennung des grünen Stars)

Die Glaukom-Früherkennung kann sinnvoll sein, da sich ein Glaukom (grüner Star) rechtzeitig erkannt oftmals gut behandeln lässt. Bei dieser Augenerkrankung ist meist der Augeninnendruck erhöht. Der Augenarzt kann mittels Augeninnendruckmessung feststellen, ob ein Glaukom vorliegt.

Allgemeines

Die Glaukom-Früherkennung ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung ("IGeL"-Leistung) – nur unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung.

Das Tückische an einem Glaukom (grüner Star) ist, dass es im Frühstadium keine Beschwerden macht. Die Augenerkrankung wird deshalb häufig erst spät entdeckt. Ohne eine entsprechende Therapie führt ein Glaukom aber zu einer schleichenden Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung – deswegen ist die Glaukom-Früherkennung so wichtig.

Zu den typischen Symptomen des grünen Stars gehört, dass der Betroffene seine Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen kann – es kommt zu sogenannten Gesichtsfeldausfällen, vorwiegend an den Rändern des Gesichtsfelds.

Oft bemerkt der Glaukom-Patient diese Symptome erst dann, wenn der erhöhte Augeninnendruck bereits den Sehnerv geschädigt hat. Diese Nervenschäden können dann irreversibel sein, das heißt, sie lassen sich auch durch eine Therapie nicht mehr komplett rückgängig machen. Bei Verdacht auf ein Glaukom beziehungsweise bei einem erhöhten Risiko für grünen Star (z.B. starke Kurzsichtigkeit, Durchblutungsstörungen oder familiäre Häufung der Augenerkrankung) empfiehlt es sich daher, frühzeitig einen Augenarzt aufzusuchen.

Da bei einem entstehenden Glaukom der Augeninnendruck in der Regel erhöht ist, misst der Augenarzt bei einer Glaukom-Früherkennung den Druck im Inneren des Augapfels. Diese Messung nennt man auch Tonometrie – für den Patienten ist sie schmerzfrei und birgt nur ein sehr geringes Risiko.

Es gibt auch eine Sonderform des grünen Stars, das sogenannte Normaldruckglaukom. Diese Variante des Glaukoms lässt sich nicht mittels Tonometrie erkennen. Bei etwa 30 von 100 Glaukom-Patienten ist der Augeninnendruck normal. Dennoch entwickeln diese Patienten die typischen Symptome eines grünen Star und zeigen entsprechende Schäden am Sehnerv. Möglicherweise ist für diese Menschen bereits ein Augendruck, der innerhalb der festgelegten Normwerte liegt, zu hoch.

Auch wird als Ursache vermutet, dass bei diesen Patienten der Sehnerv nicht ausreichend durchblutet ist und es deshalb zu Gesichtsfeldausfällen kommt. Um mögliche Nervenschäden auch bei Normaldruck feststellen zu können, empfiehlt sich eine zusätzliche Betrachtung des Sehnervs. Im Rahmen der Glaukom-Früherkennung sieht sich der Augenarzt deshalb den Augenhintergrund mithilfe eines Ophthalmoskops an. Neben der Augeninnendruckmessung betrachtet er außerdem den vorderen Augenabschnitt (Hornhaut und vordere Augenkammer) mit einem Spaltlampenmikroskop. Auf diese Weise kann er erkennen, ob das Kammerwasser richtig abfließen kann.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Der grüne Star (Glaukom) ist hierzulande eine der häufigsten Ursachen für das Erblinden. Schätzungsweise ein bis zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung über 40 Jahre leiden an einem Glaukom oder sind zumindest stark gefährdet, einen grünen Star zu entwickeln. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, da das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, mit dem Alter stark ansteigt.

Neben dem Alter erhöhen weitere Faktoren das Risiko für ein Glaukom, zum Beispiel:

Männer und Frauen entwickeln in jüngeren Jahren gleich häufig einen grünen Star; im Alter dagegen erkranken etwas mehr Frauen als Männer an einem Glaukom.

Wer sollte zur Glaukom-Früherkennung gehen?

Eine Glaukom-Früherkennung wird bei Menschen durchgeführt, die noch keinerlei Beschwerden haben. Eine routinemäßige Reihenuntersuchung auf grünen Star (Glaukom-Screening) gibt es im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen in Deutschland zurzeit nicht, da der Nutzen dieser Untersuchung nicht deutlich belegt ist. Viele Augenärzte empfehlen dennoch, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig eine Untersuchung auf grünen Star vornehmen zu lassen, und bieten dies als sogenannte IGeL-Leistung an.

Wer bereits Augenbeschwerden hat oder einer Risikogruppe angehört, sollte sich entsprechend häufiger untersuchen lassen. In diesen Fällen übernehmen in der Regel auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Glaukom-Früherkennung.

Zur Risikogruppe für grünen Star gehören folgende Personengruppen:

  • ältere Menschen
  • Personen, in deren Familie viele Glaukom-Erkrankungen vorkommen
  • Menschen mit Diabetes mellitus
  • Personen mit vergangener schwerer Augenentzündung
  • Menschen mit einem nachgewiesenen erhöhten Augeninnendruck
  • stark kurzsichtige und weitsichtige Menschen
  • Patienten, die mit Kortison behandelt werden

Was wird bei der Glaukom-Früherkennung untersucht?

Im Rahmen der Glaukom-Früherkennung führt der Augenarzt folgende Untersuchungen durch:

  1. Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie)
  2. Beurteilung des Sehnervs (Funduskopie) mittels Ophthalmoskop
  3. Spaltlampenmikroskop-Untersuchung des vorderen Augenbereichs
  4. ggf. Gesichtsfelduntersuchung

Misst der Augenarzt den Augeninnendruck, reicht dies nicht immer für die Früherkennung des grünen Stars aus: Das sogenannte Normaldruckglaukom kann so unentdeckt bleiben. Bei circa jedem dritten Glaukom-Patienten wird ein normaler Augeninnendruck festgestellt, obwohl diese Patienten die typischen Symptome beziehungsweise Schäden eines grünen Stars entwickeln. Die zusätzliche Untersuchung von Hornhaut, Augenvorderkammer und Augenhintergrund ist deshalb im Rahmen der Glaukom-Früherkennung wichtig.

Augeninnendruck: Den Augeninnendruck misst der Augenarzt mit einem sogenannten Tonometer. Die Maßeinheit bezeichnet man als Millimeter Quecksilbersäule = mmHg. Als normal gelten in der Regel Werte von 10 bis 21 mmHg.

Wer bezahlt die Glaukom-Früherkennung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Glaukom-Früherkennung nicht. Bisher ist nämlich der Nutzen nicht belegt – das heißt, es fehlen noch Studienergebnisse, die beweisen, dass eine Glaukom-Früherkennung mit anschließender Behandlung das Erblindungsrisiko tatsächlich reduziert.

Besteht hingegen der konkrete Verdacht auf ein Glaukom (grüner Star), zum Beispiel weil Beschwerden oder bestimmte Risikofaktoren vorliegen (z.B. familiäre Häufung, dauerhafte Kortison-Therapie, Augenveränderungen oder -verletzungen), werden die Kosten erstattet.

Augenärzte bieten die Früherkennungsuntersuchung des Glaukoms für Personen, die nicht einer Risikogruppe angehören, als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. In diesem Fall müssen Sie die Kosten für die Glaukom-Früherkennung selbst tragen.