Mittel gegen Schuppenflechte und Verhornungsstörungen

auch bezeichnet als:
Antipsoriatika; Keratolytika

Wirkstoffe

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Mittel gegen Schuppenflechte und Verhornungsstörungen" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Normalerweise braucht die Entwicklung einer Hautzelle 28 Tage. Während dieser Zeit verdicken sich (verhornen) die Zellwände der Hautzelle allmählich, bis ihr Stoffwechsel zum Erliegen kommt und sie abstirbt. Gleichzeitig wandert die Zelle von den tiefen Hautschichten an die Hautoberfläche. Dort als Hornzelle angekommen, wird sie durch normale Bewegungen oder etwa durch Reibung an der Kleidung abgetragen. Bei einigen Erkrankungen ist dieser Rhythmus stark gestört. Dabei kann sich etwa der Lebenszyklus der Hautzellen stark verkürzen, was zur übermäßigen Vermehrung der Hornzellen führt. Oder die toten Hornschichten werden nicht abgetragen. In beiden Fällen bilden sich dicke Hornhautschichten. Man spricht dann von Verhornungsstörungen.

Die bekanntesten Mittel gegen Verhornungsstörungen (Keratolytika) sind Harnstoff und Salicylsäure.
  • Harnstoff wird in einer Konzentration von fünf bis zehn Prozent beispielsweise bei trockener, spröder Haut, Altershaut oder Ausschlägen (Ekzemen), Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis) und Neurodermitis angewendet. Salben und Lösungen mit einer Harnstoff-Konzentration von 40 Prozent werden bei Nagelpilz (Onychomykose) verwendet. Diese hohe Dosierung löst den verpilzten Nagel auf und ermöglicht das Wachstum eines neuen und gesunden Nagels.
  • Salicylsäure wird eingesetzt zur Hornhautablösung beim schuppenden Ausschlag (seborrhoisches Ekzem), bei Verdickung der Hornschicht (Hyperkeratosen) – beispielsweise in Form von Hühneraugen (Clavus) und Hornschwielen – sowie zur Behandlung von Warzen (Verrucae).
Beide Wirkstoffe werden in niedrigen Konzentrationen auch im Anfangsstadium einer Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris), bei Akne oder Rosazea, einer Akne-ähnlichen Erkrankung der Haut, angewendet.

Wirkung

Harnstoff und Salicylsäure lösen die Verbindungen zwischen den einzelnen Hornhautzellen auf. Dadurch können die einzelnen Schichten schneller abgeschuppt werden. Mit der Verdünnung der Hornschicht wird die erkrankte Haut weicher und so auch wieder besser aufnahmefähig für andere äußerlich eingesetzte Arzneimittel. Für Harnstoff ist dies insbesondere für Glucocorticoide, Dithranol (gegen Schuppenflechte) und Fluorouracil (ein Mittel gegen Hauttumoren) beschrieben.

Neben dem allgemeinen Effekt haben die Wirkstoffe noch spezielle Eigenschaften:
  • Harnstoff vermindert die Neubildung von Hautzellen und bindet Wasser in der Hornschicht. So wird die Haut zarter und das das Hautbild erscheint deutlich glatter.
  • Salicylsäure wirkt auch entzündungshemmend und antibakteriell, was die Abheilung von Hautreizungen fördert.
Während für Harnstoff in der Schwangerschaft keine Risiken bekannt sind, darf Salicylsäure bei Schwangeren wegen einer möglichen Aufnahme in den Körper nicht angewendet werden.