Rosuvastatin

Allgemeines

Der Wirkstoff dient der Behandlung Erwachsener, Jugendlicher und Kinder ab zehn Jahren mit Fettstoffwechselstörungen. Er ist wirksam bei Cholesterin-Überschuss im Blut ohne erkennbare körperliche Ursache (primäre Hypercholesterinämie vom Typ IIa einschließlich der von einem Elternteil ererbten Form) oder bei Überschuss verschiedener Blutfette (gemischte Dyslipidämie vom Typ IIb). Auf jeden Fall wird der Wirkstoff erst gegeben, wenn eine Diät und andere nicht medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung und Gewichtsabnahme nicht ausreichen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Fettstoffwechsel verbessern
  • günstige Blutfette vermehren
  • schädliche Blutfette bekämpfen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Rosuvastatin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Rosuvastatin nicht verwendet werden?

Rosuvastatin darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • bestehender Lebererkrankung, einschließlich einer ungeklärten und dauerhaften Erhöhung der typischen Laborwerte (Transaminasen im Blut sowie jeglicher Erhöhung der Transaminase-Konzentration auf mehr als das Dreifache des Normalwertes)
  • schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute)
  • Muskelerkrankungen.
Rosuvastatin darf nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle gegeben werden bei
  • mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 60 Milliliter/Minute)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • erblichen Muskelerkrankungen in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte
  • muskelschädigenden Wirkungen früherer Einnahme von Fibraten oder anderen Statinen
  • Alkoholmissbrauch
  • Situationen, in denen erhöhte Plasmakonzentrationen an Rosuvastatin auftreten können (beispielsweise Nierenprobleme und Alter über 70 Jahre)
  • asiatischer Abstammung.
In allen diesen Fällen darf die Dosierung von Rosuvastatin keine 40 Milligramm am Tag erreichen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Rosuvastatin darf weder in der Schwangerschaft noch der Stillzeit angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung geeignete Verhütungsmaßnahmen anwenden. Da Cholesterin und andere Produkte der körpereigenen Cholesterinproduktion für die Entwicklung des Ungeborenen notwendig sind, überwiegt das vom Wirkstoff ausgehende Risiko den Nutzen einer Behandlung während der Schwangerschaft. Falls eine Patientin während der Anwendung schwanger wird, muss die Behandlung unverzüglich abgebrochen werden.

Rosuvastatin wird in die Milch von Ratten ausgeschieden. Zum Übergang von Rosuvastatin in die menschliche Muttermilch gibt es keine Erkenntnisse aus Studien.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist für die Behandlung von Kindern ab sechs Jahren zugelassen. Allerdings kann es in dieser Altersgruppe häufiger als bei Erwachsenen zu auffälligen Muskel-Werten im Blut (CK-Wert) sowie Muskelbeschwerden nach sportlicher Betätigung und gesteigerter körperlicher Aktivität kommen.

Welche Nebenwirkungen kann Rosuvastatin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Rosuvastatin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Zuckerkrankheit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Verstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Juckreiz, flüchtiger Hautausschlag, Nesselsucht.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Blutgefäßschwellung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Muskelbeschwerden (einschließlich Muskelentzündung), Muskelzerfall, erhöhte Leberwerte (Transaminasen).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Nervenstörung (Polyneuropathie), Gedächtnisverlust, Gelbsucht, Leberentzündung, Gelenkschmerzen, Blut im Urin.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Husten, Atembeschwerden, Durchfall, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme).

Besonderheiten:
Muskelschmerzen aus ungeklärter Ursache, Muskelschwäche oder Krämpfe der Muskulatur sind unverzüglich einem Arzt zu melden, insbesondere wenn diese mit Unwohlsein oder Fieber einhergehen.

Wie alle Statine kann auch Rosuvastatin den Blutzuckerspiegel erhöhen und die Entstehung einer Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus) begünstigen. Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder dem Fehlen von anderen Risikofaktoren wie schon bestehendem Zuckerüberschuss im Blut, Übergewicht, Bluthochdruck und dem Ausmaß der Fettstoffwechselstörung.

Bei asiatischen Patienten wirkt Rosuvastatin wesentlich stärker. Zu Beginn der Behandlung dürfen bei ihnen daher nur 5 Milligramm zur Anwendung kommen und die empfohlene Tageshöchstdosis liegt bei 20 statt 40 Milligramm.

Welche Wechselwirkungen zeigt Rosuvastatin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Während einer gleichzeitigen Behandlung mit Rosuvastatin und Ciclosporin (gegen Organabstoßungen nach Verpflanzung) kann es zu einer höheren Konzentration von Rosuvastatin im Blut kommen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen.

Wie bei anderen Statinen kann sich zu Beginn der Behandlung oder bei erhöhter Dosis die Blutungsgefahr steigern, wenn Patienten gleichzeitig Blutverdünner wie Warfarin oder Phenprocoumon erhalten. Die Blutgerinnung muss daher in solchen Fällen vom Arzt sorgfältig überwacht werden.

Andere Blutfettsenker wie Gemfibrozil, Fenofibrat und andere Fibrate sowie Niacin (Nikotinsäure) in Dosierungen von 1 Gramm/Tag und höher steigern das Risiko eines Muskelschadens, wenn sie gleichzeitig mit Rosuvastatin gegeben werden. Daher ist eine Dosis von 40 Milligramm Rosuvastatin/Tag verboten, wenn gleichzeitig Fibrate zur Anwendung kommen.

HIV-1-Proteasehemmer (gegen HIV-Infektion oder AIDS) können die Wirkung und Nebenwirkungen von Rosuvastatin erheblich erhöhen. Bei HIV-Patienten, die Proteasehemmer erhalten, wird daher eine gleichzeitige Gabe von Rosuvastatin nicht empfohlen.

Säurebindende Mittel mit Aluminium- und Magnesiumhydroxid senken die Wirksamkeit von Rosuvastatin um die Hälfte. Dieser Effekt war abgeschwächt, wenn die Anwendung der Antazida zwei Stunden nach Einnahme von Rosuvastatin erfolgte.

Die gleichzeitige Einnahme von Rosuvastatin und dem Makrolid-Antibiotikum Erythromycin schwächt die Wirkung des Lipidsenkers deutlich. Diese Wechselwirkung dürfte durch eine Zunahme der Darmbewegung, ausgelöst durch Erythromycin, verursacht werden.

Die gleichzeitige Gabe von Rosuvastatin und der "Pille" führt zu einer deutlichen Wirkungsverstärkung der Hormone um etwa ein Drittel. Möglicherweise gilt dies auch für Östrogen-Gestagen-Kombinationen gegen Wechseljahresbeschwerden. Dies muss der Arzt bei der Wahl der Dosierung der genannten Hormonpräparate berücksichtigen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Muskelschmerzen aus ungeklärter Ursache, Muskelschwäche oder Krämpfe der Muskulatur sind unverzüglich einem Arzt zu melden, insbesondere wenn diese mit Unwohlsein oder Fieber einhergehen.
  • Während der Behandlung muss eine Schwangerschaft zuverlässig verhütet werden.
  • Säurebindende Mittel dürfen nur in einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden zu dem Medikament eingenommen werden.
  • Hat ein Patient schon Risikofaktoren für die Entwicklung einer Zuckerkrankheit, muss der Blutzucker während der Behandlung regelmäßig geprüft werden.
  • Während der Behandlung kann Schwindel auftreten, der Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich macht.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Rosuvastatin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Rosuvastatin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Rosuvastatin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Rosuvastatin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Statine, Cholesterinsenker, zu welcher der Wirkstoff Rosuvastatin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Rosuvastatin

Der Wirkstoff dient der Behandlung Erwachsener, Jugendlicher und Kinder ab zehn Jahren mit Fettstoffwechselstörungen. Er ist wirksam bei Cholesterin-Überschuss im Blut ohne erkennbare körperliche Ursache (primäre Hypercholesterinämie vom Typ IIa einschließlich der von einem Elternteil ererbten Form) oder bei Überschuss verschiedener Blutfette (gemischte Dyslipidämie vom Typ IIb). Auf jeden Fall wird der Wirkstoff erst gegeben, wenn eine Diät und andere nicht medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung und Gewichtsabnahme nicht ausreichen.

Rosuvastatin wird auch bei Cholesterinüberschuss angewendet, der sowohl vom Vater wie der Mutter ererbt wurde. Der Einsatz erfolgt zusätzlich zu einer Diät und anderen Maßnahmen wie zum Beispiel der Blutwäsche (LDL-Apherese) oder alleine, wenn solche Maßnahmen nicht geeignet sind.

Die Gabe des Wirkstoffs vermag Herz-Kreislauf-Schäden (Herzinfarkt, Schlaganfall) zu verhindern, wenn ein hohes Risiko dafür besteht und andere Risikofaktoren gemildert oder ausgeschaltet werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Rosuvastatin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Rosuvastatin

Rosuvastatin gehört zu der Wirkstoffgruppe der Statine. Wie alle Vertreter dieser Gruppe hemmt Rosuvastatin gezielt das Enzym HMG-CoA-Reduktase. HMG-CoA-Reduktase ist wesentlich an der körpereigenen Produktion einer Vorstufe von Cholesterin beteiligt.

Der hauptsächliche Wirkort von Rosuvastatin ist die Leber. Rosuvastatin erhöht an deren Zellen die Anzahl der Bindungsstellen (Rezeptoren) für das schädliche LDL-Blutfett. Dadurch werden die Aufnahme und der Abbau von LDL beschleunigt und die Herstellung der noch gefährlicheren Blutfett-Form VLDL in der Leber wird behindert.

Insgesamt kommt es zu einer deutlich geringeren Bildung der Blutfett-Typen LDL und VLDL, die vor allem für die Verstopfung von Blutgefäßen verantwortlich sind. Im Gegenzug kommt es zu einem Übergewicht der nützlichen HDL-Blutfette, die sogar Fettablagerungen aus den Gefäßen entfernen können.

Eine erste Wirkung tritt innerhalb einer Woche nach Beginn der Therapie ein und erreicht in zwei Wochen 90 Prozent des Wirkungsmaximums. Nach vier Wochen ist der höchstmögliche Effekt erzielt und bleibt danach erhalten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.