Omalizumab

Allgemeines

Omalizumab wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren angewendet, die unter einem allergischen Asthma leiden, bei dem vor allem das Immuneiweiß IgE eine Rolle spielt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • freies IgE binden
  • IgE-vermittelte allergische Reaktionen unterdrücken
  • Histaminausschüttung hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Omalizumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Omalizumab nicht verwendet werden?

Omalizumab darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • akuten Asthma-Anfällen, akuten Bronchialkrämpfen oder einem Asthma-Daueranfall (Status asthmaticus)
  • einem IgE-Überschuss (Hyper-Immunglobulin-E-Syndrom)
  • durch Schimmelpilze der Schlauchpilz-Gattung Aspergillus ausgelöste gemischtförmige allergische Erkrankung der Lunge (allergische Aspergillose)
  • der Vorbeugung eines allergischen Schocks bei Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis oder Heuschnupfen.
Nur mit Vorsicht und unter ärztlicher Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, einer Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehr (immunkomplexvermittelten Erkrankungen) sowie mit vorgeschädigter Niere oder Leber.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es zur Risikobewertung nicht genügend Studien für die Verwendung von Omalizumab bei Schwangeren. Tierexperimente lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Ungeborenen, Geburt oder Kindesentwicklung schließen. Omalizumab dringt in den Mutterkuchen ein, über die Folgen ist bis heute wenig bekannt. Der Wirkstoff darf daher nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, der Arzt hält dies für eindeutig erforderlich.

Es ist nicht bekannt, ob Omalizumab beim Menschen wie beim Affen in die Muttermilch gelangt. Ein Risiko für den Säugling kann daher nicht ausgeschlossen werden und Frauen dürfen während der Therapie mit Omalizumab nicht stillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist nicht für die Behandlung von Kindern unter sechs Jahren zugelassen.

Welche Nebenwirkungen kann Omalizumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Omalizumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Fieber.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Oberbauch-Schmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schwellung, Rötung, Schmerzen, Juckreiz.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Halsentzündung, Ohnmacht, nervliche Missempfindung, Schläfrigkeit, Schwindel, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Hitzegefühl (Flush), allergische Bronchialkrämpfe, Husten, Verdauungsstörungen, Durchfall, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit der Haut, Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz, Grippe-ähnliches Krankheitsbild, Anschwellen der Arme, Gewichtszunahme, Müdigkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Infektionen mit Parasiten (beispielsweise Würmern), allergischer Schock, andere schwerwiegende allergische Zustände, Schlundrötung, Gesichtsschwellung (Angioödem).

Nebenwirkungen nicht bekannter Häufigkeit:
schwerer Blutplättchenmangel, Serumkrankheit (eventuell mit Fieber und Lymphknotenschwellung), allergische Gefäßentzündung (Churg-Strauss-Syndrom), Haarausfall, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschwellung.

Besonderheiten:
Kopf- und Oberbauchschmerzen sind als Nebenwirkungen besonders häufig bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren.

Omalizumab vermindert die im Körper vorhandene Menge des Eiweißes IgE, welches auch für die körpereigene Abwehr mancher Wurminfektionen wichtig ist. In einer Studie an Patienten mit chronischem hohem Risiko für eine Wurminfektion zeigte sich ein geringer Anstieg der Infektionsrate während der Behandlung mit Omalizumab. Patienten mit einem hohen Risiko für eine Wurminfektion sollten besonders bei Reisen in Gebiete mit Wurminfektionen vorsichtig sein. Wenn die empfohlene Anti-Wurmbehandlung bei Patienten nicht erfolgreich ist, sollte der Arzt ein Ende der Omalizumab-Behandlung erwägen.

In seltenen Fällen können Patienten, die mit Asthma-Mitteln einschließlich Omalizumab behandelt werden, eine Blutbildveränderung (Eosinophilie) oder Blutgefäßentzündung aufweisen oder entwickeln. Dies kommt besonders häufig vor, wenn die Dosis einzunehmender Glukokortikoide verringert wurde. Kommt es in der Folge zu Hautrötungen entlang der Blutgefäße, einer
Verschlechterung der Lungenfunktion, Anomalien der Nasennebenhöhlen, Herzproblemen oder Nervenfunktionsstörungen, muss der Arzt die Omalizumab-Therapie wahrscheinlich beenden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Omalizumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Es wurden keine Studien zu Wechselwirkungen von Arzneimitteln oder Impfstoffen mit Omalizumab durchgeführt. Es besteht kein Grund, Wechselwirkungen von üblicherweise zur Behandlung von Asthma verschriebenen Wirkstoffen mit Omalizumab zu erwarten.

Der Wirkstoff kann indirekt die Wirksamkeit von Präparaten für die Behandlung von Infektionen mit Würmern oder anderen Parasiten verringern, da er die körpereigene Abwehr gegen diese Infektionen behindert.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann die Wirkung von Präparaten gegen Würmer und andere Parasiten indirekt beeinträchtigen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Omalizumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Omalizumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

So wirkt Omalizumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Omalizumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Antiasthmatika, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Omalizumab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Omalizumab

Omalizumab wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren angewendet, die unter einem allergischen Asthma leiden, bei dem vor allem das Immuneiweiß IgE eine Rolle spielt.

Omalizumab dient als Zusatztherapie zur verbesserten Kontrolle der Anfälle bei Patienten mit schwerem allergischem Asthma. Die Patienten müssen einen positiven Haut- oder Labortest gegen ein ganzjährig auftretendes, in der Luft verteiltes Allergen (beispielsweise Pollen) zeigen und eine eingeschränkte Lungenfunktion haben. Auch sollten die Patienten unter häufigen Beschwerden während des Tages oder bei nächtlichem Erwachen leiden und trotz täglicher Inhalation hoch dosierter Glukokortikoide oder lang wirkender Beta-2-Sympathomimetika mehrfach schwere Asthma-Anfälle haben.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Omalizumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Omalizumab

Omalizumab gehört zur Wirkstoffgruppe der Immunologika, da es in die Mechanismen der körpereigenen Abwehr eingreift. Der Wirkstoff ist ein gentechnisch hergestellter monoklonaler Antikörper. Er vereinigt Teile von menschlichem Eiweiß und Teile von Mäuse-Eiweißen.

Der monoklonale Antikörper Omalizumab bindet sich sehr gezielt an das menschliche Immuneiweiß IgE, das als Bestandteil der körpereigenen Abwehr bei Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielt. Durch die Bindung an den Antikörper ist das IgE darin gehemmt, an seine eigentliche Bindungsstelle (Rezeptor) anzudocken und die allergischen Reaktionen auszulösen. Wird das freie IgE auf diese Weise "abgefangen", verringert sich die Dichte an Bindungsstellen für dieses Eiweiß auf den weißen Blutkörperchen. Es wird aus ihnen infolgedessen auch eine wesentlich kleinere Menge des "Entzündungshormons" Histamin ausgeschüttet. Die Behandlung von Allergikern mit Omalizumab verringert nach Reizung durch ein Allergen die Ausschüttung von Histamin um 90 Prozent.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.