Levodopa + Carbidopa + Pramipexol

Allgemeines

Die Kombination wird zur Therapie von Beschwerden der Parkinson-Krankheit genutzt, die nicht durch Verletzungen oder als Medikamentennebenwirung auftritt. Zielgruppe für die Behandlung sind Erwachsene, bei denen sich die Kombination aus Levodopa + Carbidopa und Pramipexol in getrennten Medikamenten bereits als erfolgreich erwiesen hat.

Welchem Zweck dient diese Wirkstoffkombination?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Levodopa + Carbidopa + Pramipexol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Levodopa + Carbidopa + Pramipexol nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe
  • Parkinson-Beschwerden, die als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten
  • einer speziellen Form des grünen Stars, dem Engwinkelglaukom, weil es dies verschlimmern kann
  • schweren Psychosen
  • gleichzeitiger Anwendung von Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer, weil es zu einem starken Blutdruckanstieg kommen kann
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination verwendet werden bei
  • Erkrankungen von Körperdrüsen (z.B. einer ausgeprägten Schilddrüsenüberfunktion)
  • Herzrhythmusstörungen mit Herzrasen
  • hormonproduzierenden Krebsformen der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • schwerwiegenden Herz-Kreislauf-, Leber-, Nieren- und Lungenerkrankungen
  • schweren organischen und seelischen Störungen
  • Störungen der Blutbildung
  • Hautkrebs (besonders bei schwarzem Hautkrebs oder Verdacht darauf)
  • säurebedingtem Magengeschwür in der Vorgeschichte
  • Krampfanfällen in der Vorgeschichte
  • Anwendungseinschränkungen für Alfa-Sympathomimetika oder Beta-Sympathomimetika

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Levodopa + Carbidopa und Pramipexol bei Schwangeren. Tierexperimente lassen jedoch auch Risiken für das Ungeborene beim Menschen vermuten. Die Kombination sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer der Arzt stellt den Nutzen für die Mutter über die möglichen Risiken für das Kind.

Levodopa und Pramipexol hemmen beim Menschen die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Dieses aber ist für die Milchproduktion unerlässlich. Levodopa und wahrscheinlich auch Pramipexol gehen in die Muttermilch über. Die Kombination sollte daher während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist eine Anwendung unvermeidbar, sollte abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Kombination darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da es keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe gibt.

Welche Nebenwirkungen können Levodopa + Carbidopa + Pramipexol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Levodopa + Carbidopa + Pramipexol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Appetitverlust (besonders zu Therapiebeginn), Gewichtsabnahme, seelische Störungen (wie Unruhe, Angst in Verbindung mit Schlafstörungen, Wahnvorstellungen kombiniert mit Aggressivität, depressiver Verstimmung mit oder ohne Selbstmordneigung oder zeitweilige Übersteigerung, vor allem nach einer Langzeittherapie oder bei fortgeschrittenen Formen der Erkrankung), Bewegungsstörungen in Form von unwillkürlichen Bewegungen und Veitstanz sowie Muskelzuckungen im Gesicht (zunehmend mit fortschreitender Dauer der Behandlung), Erstarrung, Verdauungsbeschwerden (Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung; besonders zu Behandlungsbeginn)

Häufige Nebenwirkungen:
Verwirrtheit, Albträume, Schwindel, Benommenheit, metallischer Geschmack, nervliche Missempfindung, übermäßige Tagesschläfrigkeit, Schlafattacken, verschwommenes Sehen, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Kreislaufstörungen (besonders Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung), Hitzewallungen, Bluthochdruck, Müdigkeit, Schmerzen in der Brust

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Mangel an weißen Blutkörperchen, Blutplättchenmangel, Fehlen von Granulozyten, Blutarmut (nicht-hämolytische und hämolytische Anämie), Aufregung, malignes neuroleptisches Syndrom, Ohnmacht, Händeflattern, Blutgefäßentzündung, erschwerte Atmung, Magen-Darm-Blutungen, Zwölffingerdarmgeschwür, Nesselsucht, Muskelkrämpfe, Veränderungen von Laborwerten (alkalische Phosphatase, ALAT, ASAT, Blutfette, Bilirubin, Anstieg des Blutzuckers, Veränderungen der Zahl weißer Blutkörperchen, Bakterien im Urin, und Blut im Urin)

Seltene Nebenwirkungen:
Demenz, zeitweilige Psychosen (Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn), Kontrollverlust (mit eigenmächtiger missbräuchlicher Dosissteigerung), Dunkelfärbung des Speichels, Gesichtsschwellungen, Unterhautblutungen, Juckreiz, Haarausfall, Hautausschlag, Dunkelfärbung des Schweißes, Dunkelfärbung des Urins, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Schwäche, Unwohlsein, Gefühl überschüssiger Energie

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
bösartiger schwarzer Hautkrebs (kein eindeutiger Zusammenhang mit der Therapie nachgewiesen), Gewichtszunahme, Zähneknirschen, Übersteigerung, Orientierungsstörungen, bitterer Geschmack, Kopfschmerzen, Störungen der Bewegungskontrolle, Gefühl der Taubheit, verstärktes Zittern der Hände, Muskelzuckungen einschließlich Krampfanfälle, Aktivierung eines latenten Horner-Syndroms, verminderte geistige Leistungsfähigkeit, Lidkrampf (auch als frühes Anzeichen einer Überdosierung), Doppeltsehen, Pupillenweitstellung, Augenzittern, krampfhafte und ungewollte Aufwärtsbewegung der Augen, fliegende Hitze, Neigung zu Ohnmachtsanfällen, unregelmäßiges Atmen, Heiserkeit, Schluckauf, Mundtrockenheit, Zungenbrennen, verstärkter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme, Blähungen, vermehrtes Schwitzen, Kaumuskelkrampf, Harnverhalt, Harninkontinenz, schmerzhafte Dauererektion (Priapismus), Fallneigung

Besonderheiten:
Bekannte Nebenwirkungen der Levodopa-Therapie sind krankhafte Spielsucht, übersteigertes sexuelles Bedürfnis sowie zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang. Dies alles beruht auf einem Kontrollverlust über die Gefühle. Vielfach schwankt auch die Reaktion auf das Medikament: Der Patient scheint zeitweilig zu "erstarren".

Nebenwirkungen auf Magen und Darm, besonders Übelkeit und Erbrechen, sowie Essensverweigerung sind zu Beginn der Behandlung mit Levodopa häu- fig, vor allem wenn die Dosis zu rasch gesteigert wird.

Wegen der Wirkung auf die Sehfähigkeit wird der Arzt die Augen regelmäßig untersuchen, vor allem aber, wenn Sehstörungen auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigen Levodopa + Carbidopa + Pramipexol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Patienten, die die Kombination zusammen mit Blutdrucksenkern erhalten (besonders Reserpin), kann es zu einem Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung kommen. Der Art wird daher die Dosierung des Blutdrucksenkers möglicherweise verringern.

Die gleichzeitige Anwendung mit trizyklischen Antidepressiva kann in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen wie niedrigem Blutdruck und unwillkürlichen Bewegungen führen. Bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern kann bis zu zwei Wochen nach deren Absetzen eine Bluthochdruckkrise auftreten. Selegilin, ebenfalls ein MAO-Hemmer, kann die Anti-Parkinson-Wirkung von Levodopa verstärken, aber auch zu starkem Blutdruckabfall führen.

Die Kombination verliert an Wirkung, wenn sie zusammen gegeben wird mit Neuroleptika, dem Antiepileptikum Phenytoin, opioiden Schmerzmitteln, dem Blutdrucksenker Reserpin, dem Krampflöser Papaverin, dem Tuberkulose-Mittel Isoniazid, dem Magenmittel Metoclopramid und anderen Wirkstoffen, die die Dopamin-Wirkung aufheben.

Alpha-Sympathomimetika und Beta-Sympathomimetika können die Nebenwirkungen von Levodopa auf den Kreislauf verstärken.

Levodopa / Carbidopa verstärkt die Wirkung von Beruhigungsmitteln und Alkohol. Es ist also während der Therapie mit der Kombination auf Alkoholkonsum zu verzichten.

Die gleichzeitige Einnahme einer eiweißreichen Mahlzeit oder von Eisenpräparaten kann zu einer geringeren Aufnahme von Levodopa im Magen-Darm-Kanal und einer schwächeren Wirkung führen.

Muss der Patient wegen einer Operation eine Narkose erhalten, muss der Narkosearzt über die Einnahme der Kombination verständigt werden, da bei einigen Narkosemitteln ein deutlicher zeitlicher Abstand zur letzten Einnahme eingehalten werden muss.

Wirkstoffe, die die Ausscheidung über die Niere hemmen, können die Wirkung des Kombinationsbestandteils Pramipexol sehr verstärken. Zu diesen Substanzen gehören: das Magenmittel Cimetidin, das Parkinson-Mittel Amantadin, das virenhemmende Mittel Zidovudin, das Zytostatikum Cisplatin, die Antiarrhythmika Chinin, Mexiletin und Procainamid.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vor Operationen muss der Narkosearzt über die Einahme des Medikaments unterrichtet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Levodopa + Carbidopa + Pramipexol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Levodopa + Carbidopa + Pramipexol enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Levodopa + Carbidopa + Pramipexol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Levodopa + Carbidopa + Pramipexol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Dopaminrezeptor-Agonisten, Parkinson-Mittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Levodopa + Carbidopa + Pramipexol gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Levodopa + Carbidopa + Pramipexol

Die Kombination wird zur Therapie von Beschwerden der Parkinson-Krankheit genutzt, die nicht durch Verletzungen oder als Medikamentennebenwirung auftritt. Zielgruppe für die Behandlung sind Erwachsene, bei denen sich die Kombination aus Levodopa + Carbidopa und Pramipexol in getrennten Medikamenten bereits als erfolgreich erwiesen hat.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Levodopa + Carbidopa + Pramipexol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Levodopa + Carbidopa + Pramipexol

Bei der Parkinson-Krankheit fehlt dem Gehirn der Botenstoff Dopamin. Dieser ist jedoch notwendig, um die Bewegungen des Körpers zu kontrollieren. Ist nicht genügend Dopamin vorhanden, zeigen sich die typischen Parkinson-Symptome wie Steifheit der Muskulatur (Rigor), Zittern (Tremor) und Verlangsamung der Bewegung (Akinese).

Dopamin selbst kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren und daher auch nicht als Tablette verabreicht werden. Aus diesem Grund wird seine chemische Vorstufe, das Parkinson-Mittel Levodopa, gegeben. Levodopa ist eine Aminosäure und kann im Gegensatz zu Dopamin die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn umgibt, durchqueren. Dort dient es als Quelle für Dopamin, in das es umgewandelt wird. Jedoch wird Levodopa nicht nur im Gehirn, sondern auch auf dem Transport dorthin schon im Blut zu Dopamin abgebaut. Damit verliert es seine Wirksamkeit für die Bewegungskontrolle. Um diesen Umbau "auf dem Wege" zu verhindern, wird Levodopa mit Carbidopa kombiniert.

Carbidopa gehört ebenfalls zur Wirkstoffgruppe der Parkinson-Mittel. Es ist ein Hemmstoff des Enzyms Decarboxylase, das im Darm und im Blut Levodopa vorzeitig zu Dopamin abbaut. So verhindert Carbidopa den Wirkungsverlust von Levodopa, bevor der Parkinson-Wirkstoff das Gehirn erreicht hat.

Pramipexol zählt vom Einsatzgebiet her ebenfalls zur Wirkstoffgruppe der Parkinson-Mittel, gemäß seinem Wirkmechanismus zur Gruppe der Dopaminrezeptor-Agonisten. Pramipexol bindet sich bevorzugt an die Rezeptoren für D3-Dopamin, die auf den Gehirnzellen sitzen. Durch diese Bindung werden die Reize im Gehirn wieder besser von einer Nervenzelle zur anderen weitergeleitet. In der Folge können Parkinson-Patienten ihre Bewegungen besser umsetzen und koordinieren.

Alle drei Komponenten ergänzen sich also sinvoll in ihren Wirkmechanismen, um für eine möglichst lang anhaltende und intensive Wirkung von Dopamin im Gehirn zu sorgen.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.