Cloprednol

Allgemeines

Cloprednol wird in erster Linie zur Behandlung von Asthma bronchiale angewendet. Daneben kann der Wirkstoff auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel die entzündlichen Phasen einer chronischen Polyarthritis (Arthrose). Schließlich lassen sich mit Cloprednol Gelenkverschleißerkrankungen wie besonders schwere und schnell fortschreitende Formen der Arthrose behandeln.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Asthma lindern
  • entzündliche Gelenkreizungen verringern
  • Arthrose behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Cloprednol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Cloprednol nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Cloprednol und andere Glukokortikoide darf der Wirkstoff nicht angewendet werden. Eine Ausnahme stellt der lebensbedrohliche Asthmaanfall dar, der trotz Überempfindlichkeit eine kurzfristige, hoch dosierte Kortokoidtherapie rechtfertigt.

Eine Langzeitbehandlung mit Cloprednol ist bei folgenden Begleiterkrankungen nicht erlaubt:
  • innerlicher Körperverpilzung
  • Virusinfektionen wie Herpes der Lippen oder Windpocken
  • Infektionen durch Amöben (Parasitenerkrankung)
  • ausgeprägter Tuberkulose, die nicht angemessen behandelt wird
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür
  • plötzlichem Leberversagen
  • virusbedingter Leberentzündung
  • psychischen Störungen wie Psychosen
  • Osteoporose
  • Augeninnendruckerhöhung (Grüner Star)
Auch vor und unmittelbar nach Schutzimpfungen ist die Verwendung von Cloprednol nicht gestattet.

In folgenden Fällen sollte Cloprednol nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden Arzt eingesetzt werden:
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Schwangere und stillende Mütter
  • Kinder und Jugendliche sowie ältere Patienten
  • Herzmuskelschwäche
  • Bluthochdruck
  • Myasthenia gravis (Autoimmunkrankheit mit einer Blockierung der Bindungsstellen für Acetylcholin)
  • schwere Darmentzündungen und Darmaussackungen sowie vor kurzem operativ hergestellte Verbindungen im Darm
Bei Schilddrüsenunterfunktion, schwerer Leberzerstörung oder eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis verringert werden. Bakterielle Infektionen bedürfen einer zusätzlichen Behandlung mit Antibiotika.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine Behandlung mit Cloprednol nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter bedroht ist. Ansonsten muss der Arzt nach Abwägung von Nutzen und Risiko entscheiden, ob die Anwendung des Wirkstoffs gerechtfertigt ist, da im Tierversuch vermehrt Missbildungen aufgetreten sind. Beim Menschen können Wachstumsstörungen des Embryos nicht ausgeschlossen werden.

Es ist nicht bekannt, ob Cloprednol in die Muttermilch übergeht und somit zum Säugling gelangt. Um Schädigungen des Kindes zu vermeiden, sollte die Behandlung mit dem Wirkstoff nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Im besten Fall ist das Kind vorher abzustillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Säuglinge und Kinder sollten Cloprednol nur nach Rücksprache mit dem Arzt sowie in einer verringerten Dosierung erhalten.

Welche Nebenwirkungen kann Cloprednol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Cloprednol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Vollmondgesicht, Fettsucht, Zuckeraufnahmestörung, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Muskelschwäche, Osteoporose, Knochenzerfall, Wachstumsverzögerung bei Kindern, Wundheilungsverzögerung, Sodbrennen, Magenbeschwerden, Magengeschwüre, Darmgeschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung, psychische Störungen, Müdigkeit, Stimmungswechsel, Schlafstörungen, Unruhe, Schwindel, Funktionsstörungen der Nebennierenrinde, Wassereinlagerungen (Ödeme), Verringerung des Serumkaliums, Verringerung der Serumharnsäure, Bluthochdruck, Gewichtszunahme, grauer Star, grüner Star, Sehnervschäden, Erhöhung des Infektionsrisikos, Blutpfropfbildung (Thrombose), Gefäßentzündungen, Hautveränderungen (Akne, Hauteinblutungen, Hautstreifenbildung, Hautpigmentstörungen, Ausbleiben der Monatsblutung, Amenorrhoe, Zunahme der Körperbehaarung (bei Frauen), Impotenz, Überempfindlichkeitsreaktionen (Nesselsucht, Hautausschlag, Ekzeme).

Besonderheiten:
Im Einzelfall können Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bluten oder aufbrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Cloprednol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Cloprednol verändert bei gemeinsamer Anwendung mit bestimmten Wirkstoffen deren Wirkung. Hierzu zählen:
  • die Erhöhung der Gefahr von Magen-Darmgeschwüren oder -blutungen durch entzündungshemmende Wirkstoffe wie Indometacin oder andere nichtsteroidale Antirheumatika
  • die Verringerung der blutzuckersenkenden Wirkung von oralen Antidiabetika und Insulin
  • die Hemmung der Blutgerinnung durch Antikoagulantien vom Cumarin-Typ
  • die Erhöhung der Wirkung von herzstärkenden Mitteln (Herzglykoside) durch den Cloprednol-bedingten Kaliummangel
  • die Verringerung der Wirksamkeit von parasitentötenden Mitteln
  • ein vermehrtes Auftreten von Skelett- und Herzmuskelerkrankungen durch Mittel zur Vorbeugung und Therapie der Malaria wie Chloroquin, Hydrochloroquin und Mefloquin
  • verstärkte Blutbildveränderungen durch die blutdrucksenkenden ACE-Hemmer
  • Verminderung der Wirkung des Wachstumshormons Somatropin
  • Veränderung des Hormonhaushaltes von Schilddrüse und Hirnanhangdrüse bei gleichzeitiger Gabe von Protirelin
  • zusätzliche Augeninnendruckerhöhung bei gleichzeitiger Anwendung von Atropin sowie anderen Wirkstoffen, die die Wirkung von Acetylcholin hemmen
  • Wirkungsverstärkung von Ciclosporin, einem Immunologikum, mit erhöhter Gefahr für Krampfanfälle (Epilepsien)
Die Wirkung von Cloprednol wird durch Kombination mit bestimmten Wirkstoffen beeinflusst, dies kann zu einer Verstärkung oder Abschwächung der Wirkung des Glukokortikoids sowie zu veränderten Nebenwirkungen führen:
  • Östrogene wie Eisprunghemmer können die Wirkung von Cloprednol verstärken.
  • Schlafmittel aus der Gruppe der Barbiturate, Antiepileptika wie Phenytoin und Primidon sowie Rifampicin, ein Mittel gegen Tuberkulose, schwächen die Wirkung des Glukokortikoids ab.
  • Die Verringerung des Kaliumgehaltes im Blut kann durch gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen, welche die Elektrolytausscheidung im Harn weiter fördern, sowie durch Abführmittel gesteigert werden. Als Folge davon erhöht sich die Gefahr von Herzrhythmusstörungen.


Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Durch Hemmung von Immunreaktionen ist eine Verschleierung gleichzeitig vorhandener Infektionen möglich.
  • Eine länger dauernde Behandlung sollte langsam beendet werden.
  • Während der Behandlung mit dem Wirkstoff sind regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig.
  • Bei Diabetikern muss die Stoffwechsellage kontrolliert und die antidiabetische Behandlung gegebenenfalls neu eingestellt werden.
  • Bei Langzeittherapie sind augenärztliche Kontrollen der Linse und des Augeninnendrucks in etwa dreimonatigen Abständen notwendig.
  • Unter Stressbedingungen (bei Operationen, Infektionskrankheiten) muss die Dosierung der Belastung angepasst werden.
  • Patienten sollten eine kaliumreiche, calciumreiche, eiweißreiche und vitaminreiche, aber fettarme, kohlenhydratarme und kochsalzarme Ernährung zu sich nehmen.
  • Spezielle Viruserkrankungen (Windpocken, Masern) können während der Behandlung mit dem Wirkstoff schwerer verlaufen.
  • Die Fahrtüchtigkeit ist beeinträchtigt.
  • Die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kan währen der Behandlung mit dem Wirkstoff beeinträchtigt sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Cloprednol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Cloprednol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Cloprednol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Cloprednol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Cloprednol gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Cloprednol

Cloprednol wird in erster Linie zur Behandlung von Asthma bronchiale angewendet. Daneben kann der Wirkstoff auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel die entzündlichen Phasen einer chronischen Polyarthritis (Arthrose). Schließlich lassen sich mit Cloprednol Gelenkverschleißerkrankungen wie besonders schwere und schnell fortschreitende Formen der Arthrose behandeln.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cloprednol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Cloprednol

Cloprednol gehört zur Gruppe der Glukokortikoide und besitzt antiallergische, entzündungshemmende und immununterdrückende Eigenschaften. Aus diesem Grund kann der Wirkstoff die Entzündungsprozesse bei entzündlichen Gelenkserkrankungen lindern. Auch bei Asthma bronchiale, das durch allergische Reaktionen in der Lunge bedingt ist, vermindert Cloprednol die Entzündungsreaktionen. Die Bronchien können wieder abschwellen und sich erweitern, so dass die Atmung erleichtert wird.

Das Maximum der Wirkung wird erst einige Stunden nach der Anwendung erreicht, so dass sich Cloprednol nicht zur Behandlung des akuten Asthmaanfalls eignet. Die Wirkung einer einzelnen Dosis kann allerdings länger als einen Tag anhalten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.