Visanne 2mg Tabletten

Hersteller: Bayer Schering Pharma
Wirkstoff: Dienogest
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Visanne 2mg Tabletten enthalten den Wirkstoff Dienogest.

Der Wirkstoff Dienogest dient zur Behandlung der Endometriose. Außerdem kann er in Kombination mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dienogest sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Gestagene, Sexualhormone, zu welcher der Wirkstoff Dienogest gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schleimhautinseln außerhalb der Gebärmutter (Endometriose)

Dosierung

Von dem Medikament muss muss ohne Unterbrechung jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit eine Tablette, falls erforderlich mit etwas Flüssigkeit, eingenommen werden. Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrungsaufnahme erfolgen.

Die Einnahme der Tabletten kann an einem beliebigen Tag des monatlichen Zyklus beginnen. Die Einnahme erfolgt dann fortlaufend, unabhängig von etwaigen Blutungen. Nach Beendigung einer Packung wird ohne Unterbrechung sofort mit der nächsten Packung begonnen.

Hormonelle Verhütungsmethoden ("Pille") müssen vor Beginn der Behandlung mit dem Medikament abgesetzt werden. Sollte eine Schwangerschaftsverhütung erwünscht sein, sollte eine nicht-hormonelle Methode (Kondom, Diaphragma) gewählt werden.

Bisher gibt es nur Erfahrungen mit einer Behandlungsdauer von bis zu 15 Monaten.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Talkum
  • Crospovidon
  • Kartoffelstärke
  • Lactose-Monohydrat
  • Povidon K 25

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Gewichtszunahme, depressive Stimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Libido-Verlust, Stimmungswandel, Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen, Blähbauch, Akne,Haarausfall, Rückenschmerzen, Brustbeschwerden, Eierstock-Zysten, Hitzewallungen, Scheidenblutungen, Gebärmutterblutungen, Schmierblutungen, Schwäche, Reizbarkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutarmut, Gewichtsabnahme, Appetitzunahme, Angst, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Funkktionsstörungen des unbewußten Nervensystems, Aufmerksamkeitsstörung, trockene Augen, Ohrensausen, Kreislaufstörungen, Herzklopfen, niedriger Blutdruck, Atemnot, Durchfall, Verstopfung, Bauchbeschwerden, Magen-Darm-Entzündung, Zahnfleischentzündung, trockene Haut, übermäßiges Schwitzen, Juckreiz, Überbehaarung, Nagelbrüchigkeit, Schuppen, Hautentzündung, Haarwachstumsstörungen, Hautverfärbungen durch Lichteinfluss, Knochenschmerzen, Muskelkrämpfe, Arm- und Beinschmerzen, Schweregefühl in den Beinen, Harnwegsinfektionen, Pilzinfektionen der Scheide, Scheidentrockenheit, Ausfluss, Beckenschmerzen, Scheidenentzündung, Brustgewebeveränderung, gutartige Brustknoten, Brustverhärtung, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme).

Besonderheiten:
Frauen mit der Veranlagung für Hautverfärbungen während der Schwangerschaft (Chloasmen) sollten sich während der Einnahme von Dienogest nicht der Sonne oder ultraviolettem Licht aussetzen.

Bei den meisten Patientinnen wird während der Behandlung mit Dienogest der Eisprung gehemmt. Dennoch handelt es sich bei dem Wirkstoff nicht um ein Verhütungsmittel. Wenn eine Schwangerschaft nicht erwünscht ist, sollte eine nicht-hormonale Methode der Verhütung (Kondom, Diaphragma) gewählt werden. In den vorliegenden Studien normalisiert sich der Menstruationszyklus innerhalb von zwei Monaten nach Absetzen des Wirkstoffes.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen können mit Wirkstoffen auftreten, die den Abbau von Dienogest beschleunigen. Es kommt dabei zu Veränderungen der Regelblutung. Zu diesen Wirkstoffen gehörenDie stärkste Wirkungsabschwächung erfolgt in der Regel nicht vor zwei bis drei Wochen, kann aber für mindestens vier Wochen nach Ende der begleitenden Therapie anhalten.

Auch können Wechselwirkungen mit Substanzen auftreten, die die Wirkung und damit auch die Nebenwirkungen von Dienogest verstärken. Dazu gehören:Hinweis:
Die Anwendung von Dienogest kann die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen (Werte für die Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion) beeinflussen und Tests auf Fettstoffwechselstörungen, den Kohlenhydratstoffwechsels und die Blutgerinnung leicht verändern.

Gegenanzeigen

Dienogest darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Erkrankungen, die mit der Verstopfung von Venen einhergehen
  • vorausgegangenen oder bestehenden Erkrankungen der Arterien oder des Herz-Kreislaufsystems wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Angina pectoris
  • Diabetes mellitus mit Blutgefäßschäden
  • schwerer Lebererkrankung, solange sich die Leberfunktionswerte nicht normalisiert haben (auch in der Vorgeschichte)
  • bestehenden oder vorausgegangenen gut- oder bösartigen Geschwulsten der Leber
  • festgestellten oder vermuteten bösartigen Krebserkrankungen, deren Wachstum von Sexualhormonen gesteuert wird (wie beispielsweise Brustkrebs)
  • Blutungen aus der Scheide, die nicht ärztlich untersucht wurden.
Bei allen diesen Erkrankungen darf Dienogest nicht angewendet werden. Wenn eine dieser Erkrankungen während der Anwendung auftritt, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Tritt eine der nachfolgenden Erkrankungen oder Risikofaktoren auf oder verschlechtert sich, darf die Anwendung von Dienogest nur nach einer sorgfältigen ärztlichen Nutzen-Risiko-Abschätzung begonnen oder fortgeführt werden:
  • Schwerwiegende Blutungen aus der Gebärmutter, beispielsweise bei Frauen mit Geschwulsten der Gebärmuttermuskulatur wegen der Gefahr einer Blutarmut
  • Veränderungen des Blutungsmusters während der Regel
  • Kreislauferkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck
  • Längerfristige Bettlägerigkeit, weil sie Wahrscheinlichkeit für eine Blutgefäßverstopfung erhöht
  • Krebserkrankungen. So sollten Frauen mit starken Oberbauchbeschwerden, einer Lebervergrößerung oder Anzeichen einer Bauchraum-Blutung vom Arzt auf einen Leberkrebs hin untersucht werden.
  • Osteoporose, weil das Risiko durch Anwendung des Wirkstoffes steigen kann.
  • Depressionen
  • Gelbsucht oder Juckreiz, die erstmals in einer Schwangerschaft oder während einer früheren Anwendung einer "Pille" auftraten
  • Schwangerschaft-Diabetes in der Vorgeschichte
  • Hautverfärbungen (Chloasma) während einer früheren Schwangerschaft
  • Bauchhöhlen-Schwangerschaft in der Vorgeschichte, weil Dienogest solche Vorkommnisse fördert
  • Zysten an den Eierstöcken.
Bei geplanten Oerationen sollte Dienogest vier Wochen vorher abgesetzt werden. Mit der Einnahme ist auch nicht vor zwei Wochen nach vollständiger Wiedererlangung der Bewegungsfähigkeit zu beginnen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Dienogest darf von schwangeren Frauen nicht eingenommen werden, da die Behandlung einer Endometriose während einer Schwangerschaft nicht erforderlich ist.

Es ist nicht bekannt, ob Dienogest beim Menschen in die Muttermilch übergeht, wie es im Tierexperiment der Fall ist. Daher soll der Wirkstoff während der Stillzeit nicht angewendet werden. Der Arzt muss entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Dienogest darf nicht bei Kindern vor der ersten Monatsblutung angewendet werden. Auch danach wurde die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffes bei Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren noch nicht in Studien untersucht. Der Einsatz liegt also im Ermessen des behandelnden Arztes.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann Labortests beeinflussen.
  • Die Einnahme ist sofort abzubrechen, wenn Anzeichen einer Verstopfung von Arterien oder Venen auftreten oder der Verdacht darauf besteht.
  • Da das Medikament Depressionen verschlechtern kann, sind Betroffene sorgfältig ärztlich zu überwachen.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tabletten)
28 Stück Tabletten
2 Milligramm Dienogest
84 Stück Tabletten
2 Milligramm Dienogest

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Visanne 2mg Tabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Dienogest (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.