Spasmo-Mucosolvan Saft

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 13.11.2007
Hersteller: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoffkombination: Ambroxol + Clenbuterol
Darreichnungsform: Saft
Rezeptpflichtig

Wirkung

Spasmo-Mucosolvan Saft enthält die Wirkstoffkombination Ambroxol + Clenbuterol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Spasmo-Mucosolvan Saft.

Die Kombination aus Ambroxol und Clenbuterol wird bei Atemwegserkrankungen angewendet, bei denen die Bronchien verengt sind, und die Bildung sowie das Abhusten von Bronchialschleim gestört ist. Zu diesen Erkrankungen zählen Asthma bronchiale, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), chronische Bronchitis sowie akute Bronchitis. Bei einer langfristigen Therapie mit Ambroxol und Clenbuterol ist es ratsam, zusätzlich entzündungshemmende Wirkstoffe (wie etwa Glukokortikoide) anzuwenden.

Die Wirkstoffkombination wird in Form von Tabletten, Saft oder Tropfen eingenommen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ambroxol + Clenbuterol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen schleimlösende Mittel, Beta-2-Sympathomimetika, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Antiasthmatika, zu welchen die Wirkstoffkombination Ambroxol + Clenbuterol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akute und chronische Atemwegserkrankungen, die mit krampfartigen Verengungen der Bronchien, veränderter Schleimbildung und gestörtem Schleimtransport einhergehen
  • spastische Bronchitis (eine Form der Bronchitis mit krampfartigen Verengungen der Atemwege)
  • Emphysembronchitis (eine Form der Bronchitis mit Überblähung der Lungenbläschen)
  • Asthma

Dosierung

Kinder mit einem Körpergewicht von vier bis acht Kilogramm nehmen zweimal täglich 2,5 Milliliter des Safts ein.

Kinder mit einem Körpergewicht von acht bis zwölf Kilogramm nehmen zweimal täglich 5 Milliliter des Safts ein.

Kinder mit einem Körpergewicht von zwölf bis 16 Kilogramm nehmen zweimal täglich 7,5 Milliliter des Safts ein.

Kinder mit einem Körpergewicht von 16 bis 22 Kilogramm nehmen zweimal täglich zehn Milliliter des Safts ein.

Kinder mit einem Körpergewicht von 22 bis 35 Kilogramm nehmen zweimal täglich 15 Milliliter des Safts ein.

Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren nehmen zwei- bis dreimal täglich 15 bis 20 Milliliter des Safts ein.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Glycerol
  • Aromastoffe
  • gereinigtes Wasser
  • hydrierte Oligosaccharide
  • Hyetellose
  • Natriumbenzoat
  • Propylenglykol
  • Sorbitol
  • Weinsäure

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Nervosität, Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Durchfall, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Atemnot, Hautausschlag, Fieber, Schüttelfrost, Juckreiz, oder Gesichtsschwellung (Angioödem), kleine punktförmige Blutungen in der Haut (Purpura), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Nierenentzündung, Herzrhythmusstörungen, Herzschlagbeschleunigung, Blutdrucksenkung, Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt)

Seltene Nebenwirkungen:
Serumkaliumerniedrigung (Hypokaliämie)

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
Brustenge (Angina Pectoris), Herzstolpern (Extrasystolen), Kontaktallergie, allergischer Schock (anaphylaktischer Schock), Verstopfung, vermehrter Speichelfluss, trockener Mund, trockene Luftwege, laufende Nase

Weitere Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Anstieg der Blutzuckerwerte (Hyperglykämie); Insulinspiegelsteigerung; Anstieg der Ketonkörper und des Glyzerols; Anstieg der Blutfettwerte

Besonderheiten:
Zu Beginn der Therapie kommt es häufig zu Kopfschmerzen, Zittern von Muskelgruppen, wie beispielsweise der Finger und Hände (Tremor), Unruhegefühl und Herzklopfen. Diese Nebenwirkungen verschwinden meist nach ein bis zwei Wochen.

Wechselwirkungen

Wird die Kombination gleichzeitig mit ebenfalls bronchienerweiternden Muscarinrezeptor-Antagonisten oder mit Theophyllin eingenommen, verstärken sich die Wirkungen gegenseitig. Auch die unerwünschten Nebenwirkungen auf das Herz (wie Herzrhythmusstörungen oder Zunahme der Herzfrequenz) nehmen zu.

Betablocker schwächen die Wirkung des Kombinationsbestandteils Clenbuterol ab und können so schwere Verengungen der Bronchien hervorrufen.

Werden gleichzeitig mit der Kombination orale Antidiabetika eingenommen, kann deren blutzuckersenkende Wirkung abgeschwächt werden.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe, die zur Narkose eingesetzt werden, Tri- und tetrazyklische Antidepressiva und die antidepressiv wirkenden MAO-Hemmer verursachen bei gemeinsamer Anwendung mit der Wirkstoffkombination unerwünschte Wirkungen am Herzen wie etwa eine Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie) oder Herzrhythmusstörungen.

Bei gleichzeitiger Anwendung der Kombination mit Antibiotika wie Amoxicillin, Cefuroxim, Erythromycin und Doxycyclin reichern sich diese Wirkstoffe verstärkt im Lungengewebe an. Dadurch können sie in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Ambroxol oder Clenbuterol darf die Wirkstoffkombination nicht eingesetzt werden.

die Kombination darf bei Störungen des Hormonhaushalts nicht eingesetzt werden. Hierzu gehören schwere Schilddrüsenüberfunktionen oder die Überproduktion von Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin. Bei einer Augeninnendruckerhöhung (Grüner Star)sollte die Kombination ebenfalls nicht eingenommen werden.

Auch bei Erkrankungen, die zu einer verminderten Belastbarkeit des Herzens führen, ist die Anwendung der Wirkstoffkombination untersagt. Dazu gehören Herzrhythmusstörungen mit schnellem Herzschlag und die so genannte hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie. Bei der hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie nimmt der Herzmuskel an Größe zu, ohne dass seine Leistung entsprechend steigt.

Bestimmte Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie schwere Verengungen der Koronargefäße (Angina Pectoris), ein jüngst erlittener Herzinfarkt oder Störungen der Reizleitung am Herzen, erlauben eine Behandlung mit der Kombination nur unter strenger ärztlicher Überwachung. Gleiches gilt für eine unzureichend behandelte Zuckererkrankung (Diabetes mellitus).

Bei einer Nieren- oder Leberfunktionsstörung sollte die Dosis unter ärztlicher Kontrolle schrittweise erhöht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ambroxol und Clenbuterol können durch den Mutterkuchen in das Blut des ungeborenen Kindes übergehen und dort Schädigungen verursachen. Daher darf die Wirkstoffkombination während der ersten drei Monate der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden. Auch danach sollte die Anwendung der Kombination nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Bei einer Anwendung kurz vor der Geburt muss der wehenhemmende Effekt von Clenbuterol berücksichtigt und die Wirkstoffkombination eventuell abgesetzt werden.

Auch während der Stillzeit sollte eine Behandlung mit der Wirkstoffkombination nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Ambroxol gelangt in die Muttermilch und somit in den Säugling. Um Schädigungen des Säuglings sicher auszuschließen, muss vor Behandlung mit der Kombination abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Säuglingen sowie Kleinkindernn darf die Wirkstoffkombination nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt angewendet werden. Ältere Kinder erhalten eine ihrem Körpergewicht angepasste Dosierung.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann das Reaktionsvermögen so weit beeinträchtigen, dass Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich sind. Das gilt besonders im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • Bei einer Verengung der Bronchien muss die Therapie mit dem Medikament sofort beendet werden.
  • Verschlimmern sich die Beschwerden trotz Behandlung mit dem Medikament, so muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
  • Da einer seiner Wirkstoffe auf der Doping-Liste steht, sollte das Medikament nicht vor sportlichen Wettkämpfen angewendet werden.
  • Fünf Milliliter Saft (ein Meßlöffel) enthalten Kohlenhydrate im Wert von 0,1 Broteinheiten (BE).
  • Das Medikament enthält Sorbitol als Süßungsmittel und ist daher nicht für Patienten mit Fruchtzuckerunverträglichkeit geeignet.
  • Nach Anbruch der Flasche beträgt die Haltbarkeit des Saftes noch drei Monate.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
100 Milliliter Saft
250 Milliliter Saft

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Spasmo-Mucosolvan Saft sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Ambroxol + Clenbuterol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.