Perazin-neuraxpharm 25/-100/-200

Hersteller: neuraxpharm Arzneimittel GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Perazin
Darreichnungsform: Filmtablette

Rezeptpflichtig

Wirkung

Perazin-neuraxpharm 25/-100/-200 enthält den Wirkstoff Perazin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Perazin-neuraxpharm 25/-100/-200.

 

Der Wirkstoff Perazin wird bei Psychosen, akuten Wahnvorstellungen, Unruhe, Angststörungen, Halluzinationen, zum Beispiel im Rahmen einer Schizophrenie oder einer manischen Störung verordnet.

Durch die dämpfende Eigenschaft von Perazin verschwinden diese Angst- und Unruhezustände während einer Therapie mit dem Wirkstoff oder bessern sich erheblich. Meist erfolgt zusätzlich eine Psychotherapie.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Perazin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Neuroleptika, zu welcher der Wirkstoff Perazin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akute psychotische Syndrome mit Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen
  • katatone Syndrome (bestimmte Bewegungsstörungen bei der schizophrenen Psychose)
  • chronisch verlaufende biologisch begründbare Psychosen und durch äußere Ursachen entstandene Psychosen (zur Symptomunterdrückung und Rückfallvorbeugung der Schizophrenie)
  • maniforme Syndrome (bestimmte Symptome bei einer manischen Störung)
  • Erregungszustände, die die Verknüpfung zwischen psychischen und motorischen Vorgängen betreffen

Dosierung

Bei Langzeitbehandlung bei stationärem Aufenthalt erhält der Patient individuell sehr unterschiedliche Dosen von 75 bis 600 Milligramm des Arzneimittels. Das Arzneimittel wird langsam vom Arzt aufdosiert. Höchstdosis ist 800 Milligramm pro Tag. Einschleichender Beginn während der ersten Behandlungswoche. Ambulant kann eine Dosis bis 300 Milligramm pro Tag gegeben werden, eventuell auch mehr.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Calciumhydrogenphosphat
  • Cellulose
  • Copolyvidon
  • Eisenoxid (E 172)
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • Natriumstärkeglykolat
  • Povidon
  • Siliciumdioxid
  • Stearinsäure

Nebenwirkungen

 

Häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Blutbildveränderungen, Gefühlsstörungen an Händen und Füßen, Brustspannen und Milchfluss aus der Brust, Ausbleiben der Regelblutung.

Seltene Nebenwirkungen:
Kreislaufversagen, Blutplättchenmangel, Nasenbluten, schwere Hauterscheinungen nach Lichteinstrahlung, Hautallergien, Rötungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, Bewusstseinsstörungen, Angstträume, Darmentzündungen, Leberentzündungen, Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme), Blutgefäßverschlüsse.

Besonderheiten:
Nach hoher Dosierung kann es in seltenen Fällen zu schweren Leberschädigungen kommen.

Bei der Einnahme über eine längere Zeit können Nebenwirkungen wie Parkinson-Syndrome mit zittrigen Bewegungen, Koordinationsstörungen, verlangsamtem Denken, Unruhe, Muskelzucken von Mund, Zunge und Gesicht, Mundtrockenheit, Blasenentleerungsstörungen, Herzrasen, Sehstörungen und Kreislaufschwäche, Gallenstau, Blutbildstörungen, Hormonstörungen, Herzrhythmusstörungen und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit auftreten.

Nicht auszuschließen sind zu Beginn der Behandlung und bei plötzlicher Dosissteigerung unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) wie beispielsweise krampfartiges Herausstrecken der Zunge, der Kopf wird in den Nacken geworfen, Blick und Kaumuskulatur verkrampfen sich.

Bei älteren Patienten mit vorgeschädigtem Herzen sind in Einzelfällen schwere Herzrhythmusstörungen möglich.

Wechselwirkungen

In Kombination mit zentraldämpfenden Wirkstoffen (Beruhigungs- oder Schlafmitteln) verstärken sich die schlaffördernden und atemlähmenden Wirkungen dieser Wirkstoffe. Vor allem im Hinblick auf die verzögerte Reaktionsgeschwindigkeit sollten Kombinationen zwischen Perazin und Tranquilizern vermieden werden.

Werden gleichzeitig opioide Schmerzmittel oder Analgetika beziehungsweise Antipyretika genommen, wird der schmerzlindernde und schläfrigmachende Effekt dieser Wirkstoffe durch Perazin verstärkt.

Perazin verstärkt ebenfalls die Wirkung von blutdrucksenkenden Wirkstoffen (Antihypertonika) und Adrenalin. Es kann zu einem starken Blutdruckabfall und zu Kreislaufstörungen kommen.

Bei Kombination von Perazin mit Anticholinergika, können sich die dämpfenden Wirkungen auf das zentrale Nervensystem (anticholinergen Effekte) so weit verstärken, dass vermehrt Delirien auftreten.

Die Wirkungen von Dopaminrezeptor-Agonisten wie zum Beispiel Bromocriptin, Amantadin werden bei gleichzeitiger Gabe abgeschwächt, die von den Dopaminrezeptor-Agonisten Metoclopramid, Bromoprid, Alizaprid verstärkt.

Frauen, die die Anti-Babypille (orale Kontrazeptiva) nehmen, müssen vermehrt mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen. Bei einem Schwangerschaftstest ist zudem ein falsch-positives Ergebnis möglich.

Die gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern, wie Makrolid-Antibiotika, Antiarrhythmika Klasse I und III, Malaria-Mittel, Antihistaminika, Antidepressiva oder andere Neuroleptika kann zu einem Kaliummangel (Hypokaliämie) führen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Perazin und trizyklischen Antidepressiva oder Proprandol kommt es zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung.

Bei Alkoholkonsum in Kombination mit Perazin kommt es ebenfalls zu einer wechselseitigen Wirkungsverstärkung und zu einer Blutdrucksenkung.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Guanethidin, Clonidin und Levodopa wird durch Perazin abgeschwächt, während bei gleichzeitiger Gabe von Coffein die Wirkung von Perazin abgeschwächt wird.

Die Kombination von Perazin mit Lithium führt zu einer starken Zunahme der motorischen Nebenwirkungen (extrapyramidale Symptome). Diese Nebenwirkungen betreffen vor allem die Arme und Beine und äußern sich als Gangstörungen oder Störungen der Muskulatur (rumpfnahe Hyperkinesen, Tremor und Rigor).

Bei gleichzeitiger Einnahme von Antikonvulsiva wie Pentetrazol können vermehrt Krämpfe auftreten.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Perazin oder Phenothiazinen sowie bei einer akuten Vergiftung durch Alkohol oder andere zentraldämpfende Wirkstoffe (zum Beispiel opioide Schmerzmittel, Hypnotika , Antidepressiva , Neuroleptika, Tranquilizer), darf der Wirkstoff nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Perazin eingesetzt werden bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Blut- oder Knochensmarkerkrankungen (Phäochromozytom), prolaktinabhängigen Tumoren wie beispielsweise bei Brustkrebs oder Stammhirnerkrankungen wie beispielsweise der Parkinson-Krankheit.

Dies gilt auch für Patienten mit Depressionen, ausgeprägtem Bluthochdruck oder zu niedrigem Blutdruck, Kreislaufregulationsstörungen (orthostatischer Dysregulation), der Augenkrankheit Grüner Star (Engwinkelglaukom), Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung, vergrößerter Vorsteherdrüse, Verengungen des Magen-Darm-Kanals oder Krampfanfällen (epileptische Anfällen) in der Vorgeschichte.

Besondere ärztliche Vorsicht ist notwendig bei Patienten mit chronischen Atembeschwerden und Asthma, Blutbildungsstörungen, insbesondere einer verminderten Bildung der weißen Blutzellen (Leukopenie) oder vorgeschädigtem Herzen. Vor allem bei der koronaren Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen oder Arrhythmien sollte der Wirkstoff nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt verordnet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft darf der Wirkstoff nur (weiter) verordnet werden, wenn nach Ansicht des betreuenden Arztes der Nutzen das Risiko überwiegt.

Mütter, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Wirkstoff einnehmen, gefährden ihre Neugeborenen durch Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und Entzugserscheinungen. Diese können sich in Aufregung, Muskelverspannungen oder -schlaffheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme äußern. Solche Neugeborene müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Muss der Wirkstoff nach der Geburt weiter gegeben werden, wird der Mutter generell zum Abstillen geraten, um eine Schädigung des Kindes auszuschließen.

 

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen den Wirkstoff nicht erhalten.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen und damit auch die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden.
  • Durch die Einnahme des Wirkstoffs ist ein falsches Ergebnis beim Schwangerschaftstest möglich.
  • Die Nebenwirkungen der Anti-Babypille verstärken sich durch die Behandlung mit dem Wirkstoff.
  • Bei höheren Dosierungen kann es zu Schwindel und niedrigem Blutdruck kommen, deshalb sollten die Patienten morgens langsam aufstehen.
  • Sensibilitätsstörungen an Händen und/oder Füßen, insbesondere nach starker Sonneneinstrahlung.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

 

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
20 Stück Filmtabletten
25 Milligramm Perazin
50 Stück Filmtabletten
25 Milligramm Perazin
100 Stück Filmtabletten
25 Milligramm Perazin
20 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Perazin
50 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Perazin
100 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Perazin
20 Stück Filmtabletten
200 Milligramm Perazin
50 Stück Filmtabletten
200 Milligramm Perazin
100 Stück Filmtabletten
200 Milligramm Perazin

 

Vergleichbare Medikamente

 

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Perazin-neuraxpharm 25/-100/-200 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Perazin (ggf. auch Generika).

 
Medikament
Darreichungsform

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.