Amoxi-Clavulan Stada TS 125/31,25 mg/-TS 250/62,5 mg

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 03.12.2007
Hersteller: STADApharm GmbH
Wirkstoffkombination: Amoxicillin + Clavulansäure
Darreichnungsform: Suspension
Rezeptpflichtig

Wirkung

Amoxi-Clavulan Stada TS 125/31,25 mg/-TS 250/62,5 mg enthält die Wirkstoffkombination Amoxicillin + Clavulansäure.

Die Wirkstoffkombination aus Amoxicillin und Clavulansäure dient der Behandlung bakterieller Infektionen, bei denen die alleinige Therapie mit Amoxicillin nicht wirksam ist. Sie wird bei Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs wie beispielsweise Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung, bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege (wie Lungenentzündung oder Bronchitis), bei Harnwegsinfektionen sowie bei Infektionen der Haut und der Weichteile eingesetzt.

Die Wirkstoffe sind säurestabil und können daher in Form von Tabletten eingenommen werden, für Kinder stehen zudem Säfte und Suspensionen zur Verfügung. Doch manchmal ist diese Art der Darreichung nicht ausreichend. Bei schweren Infektionskrankheiten wie beispielsweise Sepsis wird die Wirkstoffkombination meist direkt ins Blut gegeben (intravenöse Gabe). Auch das Spritzen des Wirkstoffs in den Muskel ist möglich (intramuskuläre Gabe).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Amoxicillin + Clavulansäure sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Penicilline, Antibiotika, zu welchen die Wirkstoffkombination Amoxicillin + Clavulansäure gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege (z.B. Mittelohrentzündung, akute Entzündung der Nasennebenhöhlen, akute Verschlimmerung einer chronischen Entzündung der Bronchien, Lungenentzündung)
  • Infektionen der Harnorgane und Geschlechtsorgane
  • Infektionen der Hautteile und Weichteile

Dosierung

Vor der Einnahme ist durch Lösen des Pulvers entsprechend der Packungsvorschrift eine Suspension herzustellen. Diese ist im Kühlschrank zu lagern und innerhalb von sieben Tagen zu verbrauchen.

Die Dosierung richtet sich nach den Vorgaben des Arztes. Die Suspension enthält in der niedrigeren Dosierung 25 Milligramm Amoxicillin und 6,25 Milligramm Clavulansäure pro Milliliter; in der höheren Dosierung 50 Milligramm Amoxicillin und 12,5 Milligramm Clavulansäure pro Milliliter.

In der Regel erhalten Kinder unter zwei Jahren 30 bis 40 Milligramm Amoxicillin und 7,5 bis 10 Milligramm Clavulansäure pro Kilogramm Körpergewicht und pro Tag. Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren 30 bis 60 Milligramm Amoxicillin und 7,5 bis 15 Milligramm Clavulansäure pro Kilogramm Körpergewicht und pro Tag.

Erwachsene sowie Kinder über zwölf Jahre und über 40 Kilogramm erhalten dreimal täglich je 500 mg Amoxicillin und 125 mg Clavulansäure (entsprechend dreimal je 10 Milliliter der höher dosierten Suspension).
Bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist die Dosis individuell anzupassen.

Die Einnahmen sind möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen und sollten kurz vor den Mahlzeiten erfolgen.

Nach Abklingen der akuten Beschwerden sollte das Präparat etwa drei weitere Tage eingenommen werden. Bei Infektionen durch beta-hämolysierende Streptokokken ist eine Therapiedauer von mindestens zehn Tagen angezeigt, um Spätfolgen wie rheumatischem Fieber vorzubeugen.
Die exakte Dauer der Behandlung wird vom Arzt bestimmt, sie sollte aber 14 Tage nicht überschreiten.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Aromastoffe (Zitrone, Pfirsich-Aprikose, Orange)
  • Aspartam
  • Citronensäure H2O-frei
  • gefälltes Siliciumdioxid
  • Guargalactomannan
  • Natriumcitrat
  • Talkum

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Hautausschläge (bei Patienten mit gleichzeitiger Virusinfektion); Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blähungen, weiche Stühle, Durchfall.

Häufige Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Hautausschlägen, Juckreiz, Fieber; weiterhin Schleimhautentzündungen (besonders im Mundbereich), Mundtrockenheit, Beeinträchtigung des Geschmacksempfindens.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Schwellungen der Haut durch Flüssigkeitsaustritt aus Blutgefäßen (Angioödeme), Gefäßentzündungen, Kehlkopfschwellungen mit Atemnot, Nierenentzündungen; Veränderungen des Blutbilds, Blutarmut, Leberfunktionsstörungen mit einer Vermehrung bestimmter Leberenzyme im Blut.

Seltene Nebenwirkungen:
Schwere allergische Reaktionen in Form ausgedehnter, starker Hauterscheinungen (zum Beispiel Bildung rötlicher Hautknötchen, Blasenbildung mit Ablösung der Haut); Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Schälrötelsucht mit Hautschuppung und Verlust von Haaren und Fingernägeln, Ausbildung einer schwarzen Haarzunge, Schmerzen an der Injektionsstelle (bei intravenöser Gabe).

Einzelfälle:
Deutliche Blutbildveränderungen (starker Mangel an weißen Blutkörperchen und Blutplättchen), Störungen der Blutgerinnung, Krampfanfälle.

Besonderheiten:
Eine Penicillin-Allergie (Überempfindlichkeit) zeigt sich meist als nesselsuchtartige Sofortreaktion und zwingt umgehend zum Therapieabbruch. Das Gleiche gilt bei Auftreten einer Schockreaktion mit starkem Blutdruckabfall oder schwerer Atemnot.

Vor allem bei Kindern können Zahnverfärbungen auftreten, daher ist eine gute Mundhygiene wichtig.

Treten starke, anhaltende Durchfälle während oder nach der Therapie auf, kann eine durch Antibiotika-Gabe ausgelöste Darmentzündung (pseudomembranöse Colitis) die Ursache sein. Die Therapie muss dann umgehend beendet werden und eine Behandlung mit Vancomycin ist notwendig.

Bei längerer oder wiederholter Anwendung können Superinfektionen mit Amoxicillin-unempfindlichen Bakterien oder mit Hefepilzen auftreten.

In Einzelfällen kann es bei der Anwendung der Kombination zu psychischen Nebenwirkungen wie Verwirrung, Wahnvorstellungen und Sprachstörungen kommen.

Wechselwirkungen

Andere Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen (bakteriostatische Wirkung), dürfen nicht mit Amoxicillin kombiniert werden, weil die Substanzen sich gegenseitig in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise Tetrazykline und Erythromycin.

Die gleichzeitige Gabe von Medikamenten mit den Wirkstoffen Phenylbutazon, Indometacin oder Disulfiram, von Entwässerungsmitteln (Diuretika) oder Gichtmitteln wie Probenecid oder Allopurinol verstärken Wirkung und Nebenwirkungen von Amoxicillin.

Eine Amoxicillin-Therapie kann die Wirkung von Herzglykosiden sowie von gerinnungshemmenden Wirkstoffen wie Phenprocoumon verstärken.

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen kann unwirksam sein.

Der Wirkstoff kann die Aufnahme von hormonellen Verhütungsmitteln (Pille) aus dem Darm verringern und so deren Wirksamkeit beeinträchtigen. Daher ist eine zusätzliche, nicht-hormonelle Verhütung notwendig.

Einige Laboruntersuchungen, so die Harnzuckerbestimmung oder der Urobilinogen-Nachweis, können falsche Ergebnisse zeigen.

Gegenanzeigen

Wegen der Gefahr eines lebensbedrohlichen Schocks darf die Wirkstoffkombination bei Überempfindlichkeit gegen Penicilline nicht gegeben werden. Bei Menschen, die bereits mit Überempfindlichkeit auf die Gabe von Cephalosporinen reagiert haben oder die an schweren Allergien oder Asthma leiden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Überempfindlichkeitsreaktion hoch.

Die Wirkstoffkombination darf Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht verabreicht werden. dies gilt auch für Personen, die auf die frühere Gabe der Kombination schon einmal mit Leberfunktionsstörungen reagierten.

Patienten mit Virusinfektionen (zum Beispiel infektiöse Mononukleose) oder mit einer besonderen Form von Blutkrebs (lymphatischer Leukämie) reagieren auf die Gabe der Wirkstoffe häufig mit masernähnlichen Hautausschlägen.

Bei Personen mit leichten Nierenfunktionsstörungen muss die Wirkstoffdosis entsprechend verringert werden. Die Funktionen des Organs sowie das Blutbild sind während der Behandlung regelmäßig ärztlich zu kontrollieren.

Patienten mit schon bestehenden Leberfunktionsstörungen oder solche ab 60 Jahren dürfen nur unter ständiger ärztlicher Kontrolle und mit Vorsicht mit der Wirkstoffkombination behandelt werden. Bei einer Verschlechterung der Leberwerte ist die Therapie mit der Kombination abzubrechen.

Wenn die Wirkstoffe als Tablette oder Saft eingenommen werden, kann ihre Wirksamkeit beeinträchtigt sein, wenn sie aufgrund von Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall nicht in ausreichender Menge aus dem Darm in den Körper aufgenommen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Obwohl Amoxicillin und Clavulansäure weder bei Anwendung am Menschen noch im Tierversuch eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene zeigen, sollten die Wirkstoffe in der Schwangerschaft nur nach ausdrücklicher Anordnung durch den Arzt eingesetzt werden. In Einzelfällen trat bei Neugeborenen als Folge der Behandlung der Schwangeren eine schwere Darmentzündung auf.

Die Wirkstoffe treten in die Muttermilch über und können die Darmflora des Kindes schädigen. Dadurch kann das gestillte Kind Durchfall bekommen oder an Hefepilz-Infektionen erkranken. Ist eine Behandlung der Mutter notwendig, sollte abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Wirkstoffe sind grundsätzlich für die Anwendung bei Kindern geeignet, müssen aber vom Arzt altersabhängig dosiert werden. Kinder unter zwölf Jahren erhalten in Abhängigkeit von Art und Schwere der Infektion 40 bis 50 (in Ausnahmefällen bis 100) Milligramm Amoxicillin und 7,5 bis 15 Milligramm Clavulansäure pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann eine Impfung mit Lebendimpfstoffen unwirksam machen.
  • Durch das Medikament können Labortests auf Harnzucker oder Urobilinogen (bei der Leberdiagnostik) falsche Ergebnisse zeigen.
  • In Einzelfällen kann durch Nebenwirkungen Autofahren, die Arbeit mit Maschinen und Arbeiten ohne sicheren Halt gefährlich sein.
  • Ist bei den behandelten Patienten ein Blasenkatheter nötig, können sich bei hohen Konzentrationen des Wirkstoffs im Urin Kristalle bilden und den Blasenkatheter verstopfen.
  • Bei Langzeitbehandlung (länger als 14 Tage) sollten Leber- und Nierenfunktion sowie das Blutbild regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Um mögliche Magen-Darm-Unverträglichkeiten zu vermindern, sollte das Medikament zu Beginn der Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Das Medikament enthält Kalium, das bei Nierenfunktionsstörungen berücksichtigt werden muss.
  • Vorsicht bei Phenylketonurie, das Präparat enthält Aspartam.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
100 Milliliter Suspension
100 Milliliter Suspension

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Amoxi-Clavulan Stada TS 125/31,25 mg/-TS 250/62,5 mg sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Amoxicillin + Clavulansäure (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.