Hand eines Mannes mit Knubbel unter der Haut hält Computermaus.
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Knubbel unter der Haut: Mögliche Ursachen

Knoten beziehungsweise Knubbel unter der Haut können an verschiedenen Körperstellen, wie im Intimbereich zum Beispiel den Schamlippen, den Oberschenkeln oder den Händen vorkommen. Auch wenn die meisten Menschen an einen Tumor denken, ist die Sorge meist unbegründet. Was kann hinter den Knubbeln stecken?

Was sind Knubbel unter der Haut?

Hinter Knubbel unter der Haut können je nach Körperstelle verschiedene Ursachen stecken. Mögliche Gründe der Knoten sind zum Beispiel:

  • Lipom (gutartiges Fettgeschwulst)
  • Gutartige Zysten wie Atherome (Grützbeutel), Talgzysten
  • Abszess (Eiteransammlung)
  • Furunkel (tiefe Entzündung des Haarfollikels)
  • Fibromatose (gutartige Wucherung von Bindegewebe)
  • Ganglion (gutartige Geschwulstbildung)
  • Überbein (Exostose)
  • Geschwollene Lymphknoten

Auch nach einer Impfung sind zeitweise Knoten bei der Einstichstelle möglich. Diese bauen sich von allein wieder ab. Entsteht ein Knubbel infolge eines Hämatoms (Bluterguss) unter der Haut, kann es sich um ein abgekapseltes Hämatom handeln. Auch dieses wird in der Regel nach einiger Zeit von selbst abtransportiert. 

Knubbel an den Schamlippen

An den Schamlippen oder generell im Intimbereich entstehen Knubbel meist durch die Intimrasur. Kleine Verletzungen können den Eingang für Bakterien darstellen, welche sich dann vermehren und einen Abszess bilden. Die Entzündung ist unangenehm und sollte ärztlich untersucht werden. Falls der Abszess nicht von selbst heilt, muss die Verhärtung durch den*die Arzt*Ärztin geöffnet werden. 

Ebenso ist eine Akne inversa im Genitalbereich möglich. Bei der Hauterkrankung entzünden sich zudem oft Hautbereiche der Achseln. Die Knötchen unter der Haut sind sehr schmerzhaft und lassen sich momentan noch nicht heilen. Die Beschwerden können allerdings gelindert werden.

Knoten am Hoden

Eine schmerzlose Schwellung neben dem Hoden kann sich durch eine Zyste in den Nebenhoden bemerkbar machen. Die Nebenhodenzyste (Spermatozele) ist gutartig und kann durch einen Ultraschall erkannt werden. Eine Therapie erfolgt meist nur, wenn Beschwerden vorliegen. Weitere mögliche Ursachen für Knoten am Hoden: 

  • Hodenentzündung: Eine schmerzhafte Schwellung des Hodens kann durch eine Entzündung des Hodens selbst oder der Nebenhoden entstehen. Häufig treten weitere Symptome wie Beschwerden beim Wasserlassen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf.

  • Wasserbruch (Hydrozele): Eine schmerzlose Schwellung des Hodens kann ebenso auf einen Wasserbruch hindeuten. Dabei sammelt sich Flüssigkeit um den Hoden an, die mittels Ultraschall erkennbar ist. Ob eine Behandlung notwendig ist, hängt von den bestehenden Beschwerden ab.

  • Krampfadern: Ein Knubbel am Hoden kann auch durch hervortretende Krampfadern entstehen. Das verdickte Blutgefäß ist dann tastbar und in manchen Fällen auch sichtbar. Eine urologische Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob eine Behandlung nötig ist.

  • Hodentumor: Ist der Hoden selbst verhärtet, geschwollen und treten keine Schmerzen auf, sollte eine urologische Untersuchung erfolgen. Dahinter kann sich ein Hodentumor verbergen, der ebenso mittels Ultraschall diagnostiziert wird. Eine schnelle Diagnose und Behandlung sind von großer Bedeutung. 

Bei Unregelmäßigkeiten am Hoden sollte immer ein*e Arzt*Ärztin aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.

Knoten unter der Haut am Arm oder Bein

Am Arm können Knoten unter der Haut auftreten, die im Zusammenhang mit einer Immunreaktion entstehen. Bekannt sind hier die sogenannten Rheumaknoten bei Patient*innen mit rheumatoider Arthritis. Sie zählen zu den Granulomen, wobei es sich um gutartige Neubildungen von Gewebe handelt. Sie bestehen aus mononukleären Entzündungszellen wie Makrophagen oder Lymphozyten. Rheumaknoten können erbsen- bis golfballgroß werden und treten vor allem an Stellen mit viel Belastung auf, zum Beispiel im Bereich der Ellenbogen. Die Knoten am Arm schmerzen in der Regel auch bei Druck nicht. 

An den Beinen, vor allem den Oberschenkeln, ist der Knubbel unter der Haut meist ein Lipom. Dabei handelt es sich um eine Neubildung aus Fettgewebe. Eine Behandlung der Geschwülste ist in der Regel nicht nötig, außer die Knoten bereiten Schmerzen oder es gibt ästhetische Gründe. Dann sollte sich ein*e Arzt*Ärztin das veränderte Gewebe ansehen und beurteilen.

Knubbel im Gesicht und am Kopf

Am Kopf sind Knubbel unter der Haut meist tastbar. Die Ursachen sind unterschiedlich. Mögliche Gründe für die Beule können sein:

  • Atherom (Grützbeutel): Dabei handelt es sich um gutartige Zysten, die sich in der Haarwurzel entwickeln. Sie können die Größe eines Hühnereis erreichen. Atherome fühlen sich eher elastisch an und lassen sich meistens verschieben. Sie sind in der Regel schmerzlos.

  • Fibrom: Die gutartigen Veränderungen des Bindegewebes können sich überall am Körper bilden, sie entstehen an der Kopfhaut im Bereich der Haarfollikel. Fibrome an Kopf und im Gesicht fühlen sich – im Vergleich zu denen an anderen Körperstellen wie den Achseln – härter an.

  • Lymphknoten: Am Hinterkopf befinden sich zudem Lymphknoten, die unter Umständen geschwollen sein können. Dies deutet darauf hin, dass eine Infektion vorliegt.

Generell ist es ratsam, längerfristige Knoten am Kopf untersuchen zu lassen, um ein bösartiges Sarkom (Tumor ausgehend von Bindegewebe, Muskeln oder Knochen) auszuschließen. 

Im Gesicht können Pickel oder ein Abszess hinter den Knubbeln unter der Haut stecken. Vor allem Akne bildet oft Entzündungen, die sich in Form von kleinen Knoten zeigen. Auch sehr kleine Verhärtungen sind im Gesicht nicht selten. Dabei kann es sich um Milien (Hautgrieß) handeln. Die kleinen Zysten unter der Haut sind hart und gutartig. Eine genaue Diagnose kann die*der Hautärztin*Hautarzt stellen. 

Knubbel am Hals

Knoten am Hals oder im Nacken entstehen häufig, wenn die Lymphknoten geschwollen sind. Sie kommen oft während einer Erkältung oder Grippe vor, da sie ein wichtiger Teil des Immunsystems sind. Knubbel am Hals können außerdem folgende Ursachen haben: 

  • Gutartige Halszysten
  • Atherome
  • Gutartige Tumoren der Speicheldrüsen
  • Gutartige Tumoren des Fett- oder Bindegewebes

Zudem können Knoten der Schilddrüse ab einer bestimmten Größe in manchen Fällen von außen tastbar sein. Dabei kann es sich um heiße (gutartig) oder kalte (Zysten, Entzündungen, Tumoren) handeln. Worum es sich genau handelt, kann mittels Ultraschall genauer untersucht werden. Manchmal sind Gewebeentnahmen (Biopsien) zusätzlich nötig. 

Knubbel am After

Schmerzhafte Knoten am After können auf Analthrombosen zurückzuführen sein. Dabei verschließen Gerinnsel in der Nähe des Afters eine Vene. Am Rand des Afters entsteht bei Betroffenen dadurch ein schmerzhafter, bläulicher Knoten, der meist von selbst nach einigen Tagen wieder verschwindet. Schmerzmittel mit Ibuprofen oder Diclofenac können die Beschwerden lindern. Um eine sichere Diagnose zu erhalten, ist der Besuch einer*eines Ärztin*Arztes ratsam.

Zudem können Hämorrhoiden die Ursache des Knubbels am After sein. Sie werden in der Regel erst bemerkt, wenn das Gefäßpolster vergrößert ist und sich nach außen drückt. Dann können auch Blutungen entstehen. Eine ballaststoffreiche Ernährung soll eine Verstopfung sowie Durchfall vermeiden, damit sich die Hämorrhoiden von selbst zurückbilden.  

Knubbel am Fuß oder Handgelenk

Hinter einem Knoten unter der Haut am Handgelenk oder Fuß kann ein Ganglion stecken. Es ist eine mit Sehnenscheiden- oder Gelenkflüssigkeit gefüllte Kapsel, die langsam wächst. Sie ist in der Regel schmerzlos, kann aber Nerven reizen und dadurch Schmerzen oder Taubheitsgefühle verursachen. Ein Ganglion kann sich von selbst zurückbilden, verursacht es Beschwerden, kann es ein*e Ärztin*Arzt entfernen. 

Schmerzhafte Knoten am Fuß können auf Morbus Ledderhose hindeuten. Bei der Erkrankung vermehren sich in der Sehnenplatte an der Fußsohle Bindegewebszellen unkontrolliert. Die Behandlung setzt sich meist aus Schmerzlinderung, spezifischen Einlagen und Physiotherapie zusammen. Sind die Knoten am Fuß sehr schmerzhaft und beeinflussen das Gangbild, kann eine Operation erfolgen. Sie garantiert jedoch nicht, dass sich die Knoten nicht erneut bilden (Rezidiv).