Das Bild zeigt eine Frau, die ihren Ellenbogen hält.
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Ellenbogenschmerzen

Bei Ellenbogenschmerzen sind viele verschiedene Ursachen möglich, vom sogenannten Tennisarm über Arthrose und bis hin zu Knochenbrüchen. Die Schmerzen im Ellenbogen können von einem leichten Ziehen bis zu lähmenden Schmerzzuständen reichen und von unangenehmen Gefühlen wie Kribbeln begleitet sein.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Definition

In vielen Fällen reicht es aus, den betroffenen Ellenbogen für eine Zeit zu schonen – die Schmerzen verschwinden dann oft von selbst. Zusätzlich können entzündungshemmende Schmerzmittel (wie Diclofenac oder Ibuprofen) die Ellenbogenschmerzen lindern. Wenn die Schmerzen länger andauern oder wenn der Ellenbogen geschwollen ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob beispielsweise eine Entzündung oder ein Gelenkverschleiß hinter den Schmerzen steckt.

Wie ist der Ellenbogen aufgebaut?

Der Ellenbogen besteht aus dem Ellenbogengelenk, welches den Oberarmknochen (Humerus) mit den beiden Unterarmknochen – Elle und Speiche – verbindet. Manchmal bezeichnet man auch den bei einer Armbeugung herausstehenden Teil der Elle, das Olecranon, als Ellenbogen.

Dank des Ellenbogengelenks kann der Mensch seinen Arm beugen und strecken und den Unterarm sowie die Hand drehen. Neben den Knochen besteht das Ellenbogengelenk aus verschiedenen Gelenkstrukturen wie:

  • Gelenkknorpel
  • Gelenkflüssigkeit
  • Sehnen
  • Bändern
  • Schleimbeuteln

Sie halten das Gelenk zusammen und sorgen dafür, dass die Bewegungen geschmeidig ablaufen. Bei Schmerzen im Ellenbogen sind meist eine oder mehrere dieser Strukturen geschädigt.

Fakten über Ellenbogenschmerzen
  • Ellenbogenschmerzen können ganz verschiedene Ursachen haben, die leichte bis starke Schmerzen hervorrufen.
  • Manchmal lassen sich Ellenbogenschmerzen als ein unangenehmes Gefühl im Ellenbogengelenk beschreiben.
  • Das Ellenbogengelenk ist oft im Einsatz und wird dabei stark beansprucht, sowohl bei alltäglichen Tätigkeiten (z.B. beim Tragen von Einkaufstüten) als auch bei bestimmten Sportarten (wie Tennis oder Golf).
  • Ist die Belastung falsch oder zu groß oder verletzt man sich am Ellenbogen, machen sich Ellenbogenschmerzen bemerkbar.
  • Auch nach längerer Ruhigstellung des Arms (z.B. durch einen Gips nach einem Knochenbruch) kann es zu Schmerzen im Ellenbogen kommen.
  • Die Beschwerden äußern sich je nach Ursache durch drückende, ziehende oder stechende Schmerzen im Bereich des Ellenbogens.
  • Hinzu kommt oft eine eingeschränkte Beweglichkeit oder eine entzündliche Schwellung. Manchmal fühlt sich der Ellenbogen auch warm an.
  • Als weitere Ursachen für Ellenbogenschmerzen kommen Erkrankungen wie eine Gelenkentzündung (Arthritis), Gelenkverschleiß (Arthrose) oder Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis) infrage.
  • Auch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani), eine Sehnenscheiden-Entzündung (Tendovaginitis) ...
  • ... oder eine Reizung des Ellennervs (Nervus ulnaris) am sogenannten "Musikantenknochen", zum Beispiel durch Stoßen an einer Kante, können den Schmerzen zugrunde liegen.
  • Möglicherweise löst eine Überlastung durch jahrelange immer gleiche Tätigkeiten zum Beispiel durch häufige Arbeit mit der Computer-Maus (Repetitive Strain Injury, sog. Mausarm) die Schmerzen aus.
  • Darüber hinaus verursachen Verletzungen wie eine Gelenkausrenkung (Luxation), eine Zerrung oder ein Bänderriss am Ellenbogengelenk Schmerzen.
  • Auch Muskelverspannungen und Muskelverletzungen im Ellenbogenbereich sind mögliche Ursachen für Ellenbogenschmerzen.
  • Häufig verschwinden Ellenbogenschmerzen schon nach kurzer Zeit von ganz alleine, zum Beispiel wenn sie dadurch entstehen, dass man sich am "Musikantenknochen" gestoßen oder das Ellenbogengelenk einen Tag lang ungewohnt belastet hat.
  • Bei länger anhaltenden Schmerzen im Ellenbogen sowie einem entzündlich geschwollenen und überwärmten Gelenk ist ein Arztbesuch jedoch ratsam.
  • Um die Ursache für die Schmerzen herauszufinden, stellt Ihnen der Arzt zunächst ein paar Fragen zu Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen.
  • Darüber hinaus fragt er Sie, wo genau der Schmerz sitzt, seit wann die Schmerzen bestehen und ob Sie den Ellenbogen möglicherweise überlastet haben.
  • Der Arzt prüft, ob das Gelenk geschwollen ist, ein Gelenkerguss besteht und ob sich das Ellenbogengelenk vollständig bewegen lässt. Hierzu führt er verschiedene Bewegungstests durch.
  • Vermutet er einen Knochenschaden, ist zum Beispiel eine Röntgenaufnahme notwendig.
  • Weitere Untersuchungen, die bei Ellenbogenschmerzen die Diagnose ermöglichen, sind Blutuntersuchungen (z.B. auf Entzündungswerte), ...
  • ... eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung), ...
  • ... eine Gelenkpunktion bei einem Gelenkerguss oder eine Kernspintomographie (MRT).
  • Unter Umständen – zum Beispiel beim Tennisarm – sind Salbenverbände oder eine Gipsschiene notwendig, um den Arm beziehungsweise das Ellenbogengelenk ruhig zu stellen.
  • Die Ellenbogenschmerzen lassen sich mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln, vorwiegend als Tabletten oder Salbe, behandeln.
  • Auch Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit Medikamenten, die Kortison enthalten, oder örtlichen Betäubungsmitteln können Ellenbogenschmerzen lindern.
  • Sind bei Ellenbogenschmerzen nicht-operative (konservative) Therapie-Maßnahmen nicht wirksam, ist eventuell ein operativer Eingriff notwendig.
  • Im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist es heutzutage möglich, viele Ursachen von Ellenbogenschmerzen zu beseitigen.
  • Bei Arthrose kann der Arzt zudem eine sogenannte gelenknahe Osteotomie durchführen. Dabei durchtrennt er den Knochen oder entfernt ein Knochenstück.
  • Wenn schwere Verletzungen oder starke Beeinträchtigungen des Gelenks nicht anders zu beseitigen sind, kommt ein künstlicher Gelenkersatz (Prothese) infrage.
  • Ob bei Ellenbogenschmerzen vorübergehende Schonung oder Bewegung und ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
  • Grundsätzlich können bei Ellenbogenschmerzen weitere unterstützende Therapie-Maßnahmen zum Einsatz kommen. Dazu gehören z.B. Krankengymnastik, ...
  • ... Muskeltraining, Bewegung und "gelenkfreundliche" Sportarten wie Schwimmen.
  • Auch eine Wasser- und Bädertherapie, eine Elektrotherapie und Ultraschallbehandlung, eine Stoßwellentherapie ...
  • ... oder orthopädische Hilfsmittel (z.B. Bandagen) sind je nach Ursache zur Behandlung von Ellenbogenschmerzen geeignet.
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Das Ellenbogengelenk wird oft stark beansprucht, sowohl bei alltäglichen Tätigkeiten (z.B. beim Tragen von Einkaufstüten) als auch beim Sport (wie Tennis oder Golf). Oft machen sich Ellenbogenschmerzen infolge von falschen Belastungen und Verletzungen bemerkbar. Auch wenn der Arm lange ruhiggestellt war, zum Beispiel durch einen Gips nach einem Knochenbruch, kann es zu Schmerzen im Ellenbogen kommen.

Die Ellenbogenschmerzen können plötzlich (akut) oder permanent (chronisch) auftreten. Ellenbogenschmerzen äußern sich je nach Ursache durch drückende, ziehende oder stechende Schmerzen im Bereich des Ellenbogens. Hinzu kommt oft eine eingeschränkte Beweglichkeit oder eine entzündliche Schwellung. Manchmal fühlt sich der Ellenbogen warm an.

Bei Ellenbogenschmerzen richtet sich die Therapie vor allem nach der Ursache für die Schmerzen. Akute Ellenbogenschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ganz von alleine. Unter Umständen – zum Beispiel beim Tennisarm – sind Salbenverbände oder eine Gipsschiene notwendig, um den Arm beziehungsweise das Ellenbogengelenk ruhig zu stellen.

Ob es bei Ihren Ellenbogenschmerzen sinnvoller ist, den Arm vorübergehend zu schonen oder zu bewegen und ob Wärme oder Kühlung besser sind, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Je nach den auftretenden Beschwerden verordnet er Medikamente gegen die Ellenbogenschmerzen und/oder eine mögliche Entzündung.

Ursachen

Ellenbogenschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben – angefangen von einem leichten Schlag auf den Musikantenknochen bis hin zu einem irreversiblen Gelenkverschleiß. Folgende Ursachen kommen infrage:

  • Gelenkentzündung (Arthritis) des Ellenbogengelenks
  • Gelenkverschleiß (Arthrose) des Ellenbogengelenks
  • Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis)
  • Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis)
  • Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris)
  • Schleimbeutelentzündung des Ellenbogengelenks (Bursitis olecrani)
  • Sehnenscheiden-Entzündung (Tendovaginitis)
  • Reizung des Ellennervs (Nervus ulnaris) am sogenannten "Musikantenknochen", zum Beispiel durch Stoßen an einer Kante
  • Gelenkausrenkung (Luxation) des Ellenbogengelenks
  • Gelenkverletzungen, Bänder- und Sehnenverletzungen, zum Beispiel Zerrung oder Bänderriss am Ellenbogengelenk
  • Muskelverspannungen und Muskelverletzungen im Ellenbogenbereich
  • Repetitive Strain Injury (Überlastung durch jahrelange immer gleiche Tätigkeiten), heutzutage oft als "Mausarm" (entsteht durch häufige Arbeit mit Computer und Computer-Maus) bezeichnet
  • Ganglion (Überbein)
  • Knochenbruch, zum Beispiel Oberarmbruch mit Beteiligung des Ellenbogengelenks
  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • freie Gelenkkörper ("Gelenkmaus")
  • Volkmann-Kontraktur (Zusammenziehen von Muskeln durch Minderdurchblutung)
  • neurologische Erkrankungen mit Nervenschäden und Durchblutungsstörungen
  • Hautkrankheiten am Ellenbogen mit Gelenkbeteiligung (wie Psoriasis)

Diagnose

Bei Ellenbogenschmerzen ist es wichtig, die richtige Diagnose zu stellen und so die Ursache beseitigen zu können. Häufig verschwinden Ellenbogenschmerzen schon nach kurzer Zeit von ganz alleine, zum Beispiel wenn man sich am "Musikantenknochen" gestoßen oder einen Tag lang den Ellenbogen ungewohnt belastet hat. Bei länger anhaltenden Schmerzen im Ellenbogen sowie einem entzündlich geschwollenen und überwärmten Gelenk ist ein Arztbesuch jedoch ratsam.

Wenn Sie mit Ellenbogenschmerzen einen Arzt aufsuchen, stellt er Ihnen zunächst ein paar Fragen zu Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen. Darüber hinaus fragt er Sie, wo genau der Schmerz sitzt, seit wann die Schmerzen bestehen und ob Sie den Ellenbogen möglicherweise überlastet haben. Sollten Sie zum Beispiel oft Tennis oder Golf spielen oder beruflich viel mit Tastatur und Maus arbeiten, sind diese Tätigkeiten mögliche Ursachen für Ihre Ellenbogenschmerzen. Anschließend untersucht der Arzt das Ellenbogengelenk, insbesondere, wenn bei Ihnen eine Arthrose bekannt ist oder Sie einen Unfall hatten.

Der Arzt prüft, ob das Gelenk geschwollen ist, ein Gelenkerguss besteht und ob sich das Ellenbogengelenk vollständig bewegen lässt. Hierzu führt er verschiedene Bewegungstests durch.

Bei dem Verdacht auf bestimmte Ursachen für die Ellenbogenschmerzen veranlasst der Arzt zusätzliche Untersuchungen. Vermutet er etwa einen Knochenschaden, ist zum Beispiel eine Röntgenaufnahme notwendig. Weitere Untersuchungen, die bei Ellenbogenschmerzen wichtige Informationen liefern, sind:

Therapie

Bei Ellenbogenschmerzen richtet sich die Therapie vor allem nach der Ursache für die Schmerzen im Ellenbogen.

Akute Ellenbogenschmerzen nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung verschwinden oft ohne Therapie ganz von alleine. Unter Umständen – zum Beispiel beim Tennisarm – sind Salbenverbände oder eine Gipsschiene notwendig, um den Arm beziehungsweise das Ellenbogengelenk ruhig zu stellen.

Die Ellenbogenschmerzen lassen sich mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac), vorwiegend als Tabletten oder Salbe, behandeln. Auch Gelenkinjektionen und Gelenkspülungen mit Medikamenten, die Wirkstoffgruppe Glukokortikoide, Kortikoide, Kortikosteroide, Kortison-Derivate, SteroideKortison enthalten, oder örtlichen Betäubungsmitteln können Ellenbogenschmerzen lindern.

Bei chronischen Ellenbogenschmerzen und bei einem Aufenthalt im Krankenhaus kann zur Therapie eine sogenannte Plexus-brachialis-Blockade mit einem Katheter sinnvoll sein. Dabei legt der Arzt einen dünnen Kunststoffschlauch nahe der Achselhöhle so ins Gewebe, dass er bis an die Nerven, die den Arm versorgen, heranreicht. Über diesen Schlauch kann er das Schmerz- oder Betäubungsmittel mehrmals mit einer Spritze verabreichen.

Sprechen die Ellenbogenschmerzen konservative (nicht-operative) Therapiemaßnahmen nicht an, ist eventuell ein operativer Eingriff notwendig. Im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist es heutzutage möglich, viele Ursachen von Ellenbogenschmerzen zu beseitigen. Bei Arthrose kann der Arzt zudem eine sogenannte gelenknahe Osteotomie (Durchtrennung von Knochen oder die Entfernung eines Knochenstücks) durchführen. Wenn schwere Verletzungen oder starke Beeinträchtigungen des Gelenks nicht anders zu beseitigen sind, kommt ein künstlicher Gelenkersatz (Prothese) in Betracht.

Ob Sie das schmerzende Ellenbogengelenk besser vorübergehend schonen oder bewegen, wärmen oder kühlen, hängt von der jeweiligen Ursache ab und sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Grundsätzlich kommen bei Ellenbogenschmerzen zur Therapie folgende unterstützende Maßnahmen in Betracht: