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Dermatophyten

Letzte Änderung:
Nächste Aktualisierung von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin

Dermatophyten sind parasitäre Einzeller, welche sich in den äußeren Schichten der Oberhaut (Epidermis) sowie in Haaren und Nägeln ansiedeln, da sie diese keratinhaltigen Hornsubstanzen zum Überleben benötigen.

Überblick

Dermatophyten zählen zu den Fadenpilzen. Durch den Befall der Haut und ihrer Anhangsgebilde (Nägel, Haare) lösen sie eine Pilzinfektion, eine Dermatophytose (Tinea), aus.

Morphologie und Kultur

Die Farbe und Form der Dermatophyten hängt von der jeweiligen Art ab.

Die wichtigsten Gattungen, zu denen Dermatophyten zählen, sind: Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton.

Microsporum

Art Wirt
M. audouinii M. gypseum M. canis Mensch Erdboden Katze, Hund

Trichophyton

Art Wirt
T. tonsurans T. schoenleinii T. mentagrophytes T. rubrum T. violaceum T. verrucosum T. erinacei Mensch Mensch Tier Mensch Mensch Kuh, Pferd Igel

Epidermophyton

Art Wirt
E. floccosum Mensch

Feinstruktur

Dermatophyten bilden auf der Haut Pilzfäden (Hyphen) aus. Die Vermehrung der Pilze erfolgt über bestimmte Sporen.

Dermatophyten lassen sich anhand einer mikroskopischen Untersuchung nachweisen, indem die Pilzfäden in Hautschuppen, Haaren oder Nägeln identifiziert werden. Durch das Anlegen einer Kultur kann die Gattung genau bestimmt werden.

Krankheiten

Beim Menschen verursachen Dermatophyten verschiedene Arten von Erkrankungen der Haut und der Hautanhangsgebilde. Das klinische Bild richtet sich dabei nach der Art des Pilzes und der spezifischen Abwehrreaktion des Organismus. Dermatophyten ernähren sich von Keratin, welches in Haut, Haaren und Nägeln reichlich vorkommt.

Der Ort des Pilzbefalls ist mit dem Ort der Infektion identisch. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über einige der wichtigsten Hauterkrankungen, die durch Dermatophyten ausgelöst werden.

Erkrankung Synonym befallene Region Erreger
Tinea unguium Onychomykose Nägel E. Floccosum, T. rubrum, T. mentagrophytes
Tinea barbae Bartflechte Barthaar T. verrucosum, T. mentagrophytes
Tinea corporis Ringelflechte unbehaarte Haut, große Hautfalten M. canis, T. mentagrophytes, T. rubrum, E. floccosum
Tinea pedis Athletenfuß, Sportlerfuß, Fußpilz Falten zwischen den Zehen E. floccosum, T. mentagrophytes, T. rubrum
Tinea capitis   behaarte Kopfhaut M. canis, T. tonsurans
Tinea inguinalis   Leistenbereich, Hinterbacken E. floccosum T. rubrum, T. mentagrophytes
Tinea manuum   Hände überwiegend T. rubrum
Tinea faciei   Gesicht T. mentagrophytes, T. interdigitale, T. rubrum, M. canis

Epidemiologie und Prophylaxe

Dermatophyten kommen weltweit vor. Da die Übertragung der meisten Dermatomykosen von Mensch zu Mensch erfolgt, sind eine Vermeidung des Hautkontaktes mit Erkrankten, eine rasche Behandlung und allgemeine Hygienemaßnahmen wichtig.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel. de (Stand: 2009)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie und der Deutschsprachigen Gesellschaft für Mykologie: Tinea der freien Haut. AWMF-Leitlinien-Register Nr.013/002 (Stand: Oktober 2008)

Rassner, G.: Dermatologie. Elsevier, München 2007

Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2005

Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2005

Letzte inhaltliche Prüfung: 11.03.2010
Letzte Änderung: 25.07.2019