Ein Mann mit Maske schaut auf sein Smartphone
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Corona-Apps: Welche es gibt und was sie taugen

Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an Apps, die helfen sollen, die Corona-Pandemie einzudämmen und uns zu informieren. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Apps vor und sagen Ihnen, was sie können und ob sie sinnvoll sind.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Hilfreiche Apps

Darf ich das?

Auch gegen das Regel-Chaos in Deutschland ist eine App gewachsen. "Darf ich das?“ soll uns aus der Patsche helfen, wenn wir mal wieder nicht durchblicken, was wo erlaubt ist und was nicht. Denn auch, wer bereit ist, sich an alle Regeln zu halten, hat es nicht leicht. Wohin darf ich reisen? Mit wie vielen Leuten darf ich mich wo treffen und wo muss ich draußen eine Maske tragen? Selbst, nachdem sich Bundesregierung und Länder über Maßnahmen geeinigt haben, gibt es noch regionale Unterschiede. In der App gibt man seine Postleitzahl ein und erhält die Antwort.

CovApp

Sie haben Sorge, sich mit Covid-19 infiziert zu haben und wissen nicht, was Sie tun sollen? Dann kann Ihnen die App der Berliner Charité helfen. Dafür müssen Sie Fragen unter anderem zu Symptomen und möglichen Kontaktpersonen beantworten. Anschließend bekommen Sie die für Sie wichtigen Informationen, den richtigen Ansprechpartner und eine Empfehlung dazu, was Sie als Nächstes tun sollten. Auf diese Weise sollen auch Patientenströme in Krankenhäusern und Untersuchungsstellen optimiert werden.

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1point5

Unter Menschen zu sein und dabei den richtigen Abstand zu halten, ist gar nicht so leicht. Es gibt jedoch Apps, die helfen, indem sie uns warnen, sobald wir anderen zu nah kommen. Zum Beispiel 1point5 für Android-Betriebssysteme.

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Kontroll-Apps

Corona-Warn-App: Die offizielle App der Bundesregierung

Mithilfe der Corona-Warn-App sollen Menschen, die mit Infizierten Kontakt hatten, schneller benachrichtigt werden. Die App registriert, wie lange Sie sich in der Nähe anderer Nutzer aufgehalten haben und wie viel Abstand Sie zu ihnen hatten. Die Apps tauschen währenddessen untereinander zufällige Zahlenfolgen aus. Hatten Sie zu jemandem längeren oder engen Kontakt, speichert Ihre App diesen Code. Ihr Code erneuert sich alle paar Minuten. So kann Sie niemand über Ihren Code orten oder finden. Allerdings können Sie andere Nutzer freiwillig darüber informieren, falls Sie positiv auf Covid-19 getestet werden und umgekehrt. Falls Sie eine Person getroffen haben, die positiv getestet wird und ihr Ergebnis einträgt, bekommen Sie von Ihrer App eine Warnmeldung. Wer sie installiert, kann dazu beitragen, Infektionsketten früher zu unterbrechen. Wie viel die App bislang tatsächlich dazu beigetragen hat, die Pandemie einzudämmen, lässt sich noch nicht beurteilen.

Video: Wir erklären die Corona-Warn-App

Lesetipp: Alles über die Corona-Warn-App

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Cluster Diary (Kontakttagebuch)

"Ohne Cluster-Kontakttagebuch" geht es nicht, twitterte Virologe Christian Drosten. Um Infektionsketten zu unterbrechen, ist es wichtig, Kontaktpersonen von Infizierten schnell zu benachrichtigen, bevor diese weitere Personen anstecken. Das kann zum Beispiel gelingen, wenn man festhält, wann man wen getroffen hat und wo man gewesen ist. Mittlerweile gibt es verschiedene Tagebuch-Apps, die helfen können, den Überblick zu behalten. Die "Cluster-Diary-App" ist von Drosten empfohlen und hat hohe Datenschutzstandards.

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Apps für die Forschung

Corona Health der Uni Würzburg

Lernen aus der Corona-Pandemie: Das Forscherteam der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg, die Fachgruppe Psychische Gesundheit des Robert-Koch-Instituts und die Universitäten Ulm und Regensburg haben die App entwickelt, um herauszufinden, welche langfristigen Effekte Kontaktbeschränkungen und andere Covid-19-Maßnahmen auf die psychische und körperliche Gesundheit sowie auf die Lebensqualität haben. Die Ergebnisse sollen helfen, zukünftig ähnliche Situationen besser zu meistern.

Sie können dabei helfen, indem Sie an anonymen Umfragen teilnehmen. Es gibt derzeit drei Studien: zur psychischen Gesundheit, zur physischen Gesundheit Erwachsener und zur physischen Gesundheit Jugendlicher.

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Corona-Datenspende-App

Die App des Robert-Koch-Instituts wertet Daten von Fitnessarmbändern und Smartwatches aus. Natürlich nur von Menschen, die sich freiwillig mit der App verbinden. Wer teilnimmt, wird pseudonymisiert. Über persönliche Daten wie Name und Anschrift hat das Robert-Koch-Institut keine Informationen. Die Algorithmen hinter der App erkennen Symptome, die mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung stehen können, zum Beispiel der Ruhepuls und das Schlafverhalten. Die Nutzer selbst erfahren dadurch nicht, ob sie möglicherweise infiziert sind.

Gerade hat eine Studie gezeigt, dass Daten aus einer entsprechenden App aus den USA tatsächlich Hinweise auf eine COVID-19-Erkran­kung lieferten. Posi­tiv getestete Personen

Lesetipp: Wie Fitnesstracker Corona-Hotspots erkennen

Positiv auf Corona-Getestete gingen im Durchschnitt täglich 3.533 Schritte weniger und schliefen nachts 57 Minuten länger. Den Forschern zufolge könnten Daten von Fitnesstrackern deshalb genutzt werden, um mögliche Corona-Hotspots zu erkennen.

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App für den Einzelhandel

Einzelheld

Wenn die Pandemie auch etwas Gutes hat, dann ist es, dass viele von uns näher zusammengerückt sind. Nur im übertragenen Sinn natürlich. Wir helfen einander. Wenn im Lockdown die Geschäfte schließen müssen, können Sie den Inhabern mit Apps wie Einzelheld helfen, zu überleben. Über die App können Sie Geschäfte in der Nähe suchen und dort online bestellen, was Sie sonst vor Ort kaufen würden.

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Lesetipp: Corona: Helfen in der Krise