Mann erhält Corona-Impfung
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Omikron: Darum ersetzt eine Infektion nicht die Impfung

Die Omikron-Variante ist Fluch und Segen gleichermaßen. Zwar sorgt sie weiterhin für hohe Infektionszahlen, die Krankheitsverläufe gestalten sich allerdings deutlich milder als bei ihren Vorgängern. Wer bisher mit Sars-CoV-2 infiziert war, galt für ein halbes Jahr als genesen. Da bei einem milden Omikron-Verlauf allerdings deutlich weniger Antikörper produziert werden, hat man den Genesenen-Status auf drei Monate verkürzt. Eine Impfung ersetzt eine Omikron-Infektion ebenfalls nicht. Warum, lesen Sie hier.

Auch Genesene und vollständig Geimpfte sind vor der dominierenden Omikron-Variante nicht gefeit. Fachleute raten trotz Infektion deshalb zur Auffrischung der Corona-Impfung.

Geringer Antikörperspiegel nach Omikron-Infektion

Die Zahl der neutralisierenden Antikörper im Blut, welche im Rahmen einer Impfung oder Infektion gebildet werden, nimmt in der Regel nach einiger Zeit ab. Eine Boosterimpfung oder eine Durchbruchsinfektion können den Antikörperspiegel anheben und somit den Immunschutz verbessern.

Geimpfte und Genesene, die sich mit der Omikron-Variante von Sars-CoV-2 infizieren, bilden neutralisierende Antikörper gegen Omikron und weitere Virusvarianten. Ungeimpfte hingegen bilden nur einen geringen Antikörperspiegel. Die neutralisierenden Antikörper greifen zudem nur bei Omikron.

Diese Schlüsse ziehen österreichische Forschende, die Ergebnisse wurden bisher nur als Preprint veröffentlicht. Die Fachleute aus Innsbruck analysierten Blutproben von Patient*innen nach einer überstandenen Omikron-Infektion. Die Teilnehmenden unterschieden sich in ihrem Status folgendermaßen:

  • 15 Proband*innen waren vollständig geimpft
  • 10 Personen geimpft und bereits mit einer anderen Variante infiziert
  • 13 Teilnehmende waren ungeimpft
  • weitere 13 Personen waren ungeimpft, aber bereits genesen

Geimpfte und genesene Personen hatten nach der Omikron-Infektion einen höheren Antikörpertiter als ungeimpfte. Während die Antikörper der Ungeimpften ausschließlich gegen Omikron selbst wirkten, reagierten die neutralisierenden Antikörper der Geimpften und Genesenen auch bei weiteren Virusvarianten.

Forschende der University of California untersuchten zudem den Anstieg des Antikörperspiegels nach Infektionen mit Delta oder Omikron. Die Zahl der neutralisierenden Antikörper stieg bei beiden Virusvarianten an. Die Schwere der Infektion sowie die Variante spielen allerdings eine wichtige Rolle. Die Expert*innen betonen ebenfalls, dass eine Omikron-Infektion möglicherweise nicht ausreichend vor anderen Virusvarianten wie Delta schützen könnte.

Omikron-Infektion: Auffrischung und Impfung empfohlen

Eine Corona-Impfung sowie eine Auffrischung bieten aufgrund bisheriger Ergebnisse weiterhin einen zuverlässigen Schutz gegen schwere Verläufe mit allen bisher bekannten Virusvarianten von Sars-CoV-2. Auch bereits Genesene und vollständige Geimpfte sollten die Boosterimpfung nutzen, um die Zahl der neutralisierenden Antikörper über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten.