Frau mit Maske öffnet Restaurant
© Getty Images / Luis Alvarez

Vier Szenarien, wie es nach der Omikron-Welle weitergehen könnte

Das Coronavirus ist weiterhin unberechenbar – während Corona-Impfstoffe gegen vorausgegangene Varianten eine gute Wirksamkeit zeigten, greifen diese nur bedingt bei Omikron. Die Virusvariante zeichnet sich besonders durch ein höheres Ansteckungsrisiko, allerdings in der Regel auch durch mildere Verläufe aus. Doch was passiert, wenn die Omikron-Welle überstanden ist, welche Effekte haben Lockerungen im Frühling und ist vielleicht mit einer weiteren Welle zu rechnen? Forschende aus Großbritannien entwickelten vier mögliche Szenarien.

Renommierte Expert*innen, der Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE) zeigen anhand vier unterschiedlicher Szenarien, wie das Coronavirus das kommende Jahr gestalten könnte. Die Forschenden entwickelten die Szenarien auf Basis verschiedener Parameter:

  • Übertragbarkeit
  • Möglicher Schweregrad neuer oder vorhandener Varianten
  • Einfluss der Variante auf die Bevölkerung
  • Immunescape

1. Szenario – der bestmögliche Fall

Weitere Virusvarianten führen nicht zu einer höheren Übertragbarkeit des Virus. Es besteht nur eine geringe Immunflucht – saisonale und regionale Ausbrüche sind weiterhin möglich. Ähnlich wie bei der Influenza werden bestehende Impfungen als jährlicher Booster eingesetzt, Virostatika können helfen, schwere Verläufe zu unterbinden.

2. Szenario – eine optimistische Möglichkeit

Varianten sorgen für weitere Infektionswellen – der Schweregrad der saisonalen Erkrankungen kann je nach Jahr und Saison schwanken. Todesfälle in vulnerablen Bevölkerungsgruppen sind weiterhin möglich. Angepasste Impfstoffe könnten sowohl an Risikogruppen als auch weitere Personengruppen geimpft werden. Lokale Lockdowns oder Corona-Maßnahmen sind in betroffenen Regionen weiter möglich.

3. Szenario – ein pessimistischer Weg

Die Omikron-Variante wird von Virusvarianten abgelöst, welche der Delta-Variante ähneln. Die Impfstoffe bieten weiterhin einen guten Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen. Das Gesundheitssystem kann in vereinzelten Fällen an seine Kapazitäten stoßen. Eine jährliche Boosterimpfung ist in allen Bevölkerungsgruppen notwendig. Eine Twindemie – Grippe- und COVID-Erkrankungen treten gemeinsam beziehungsweise parallel auf.

4. Szenario – der schlimmste Fall

Hohe Infektionszahlen, eine geringe globale Impfquote und neue Virusvarianten mit einer starken Immunflucht stellen das Gesundheitssystem weltweit vor neue Herausforderungen. Neben älteren Personen und vulnerablen Gruppen sind auch jüngere Personen betroffen. Eine Herdenimmunität durch Impfungen sowie Eindämmungsmaßnahmen in Form von Lockdowns und Reisebeschränkungen sind möglich.