Ein Mann fühlt sich sichtlich unwohl im Aufzug.
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Klaustrophobie

Wenn Enge Angst macht: Menschen mit einer Klaustrophobie können den Aufenthalt in engen, geschlossenen oder überfüllten Räumen nicht oder nur schwer ertragen. Ob Fahrstuhl, Sonnenbank, ein voller Kinosaal oder die U-Bahn – es gibt viele Situationen, die bei der Angsterkrankung zum Albtraum werden können. Die gute Nachricht: Eine Klaustrophobie kann man mit professioneller Hilfe gut in den Griff bekommen!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Klaustrophobie: Überblick

16 Stockwerke sind zu bewältigen, und das mit zwei schweren Einkaufstüten: Ein Aufzug ist für die meisten Menschen in dieser Situation eine große Hilfe. Schließlich ersparen sie sich jede Menge Treppenstufen und die Einkäufe trägt der Lift gleich mit. Ein Aufzug ist bequem.

Ganz anders denkt ein Mensch, der an Klaustrophobie leidet. Im Hinblick auf eine bevorstehende Fahrt mit dem Fahrstuhl verspürt er große Angst. In seinem Kopf kreisen Gedanken wie:

  • "Ich werde ersticken oder ohnmächtig werden."
  • "Der Fahrstuhl wird steckenbleiben und keiner wird mir helfen."
  • "Ich kann im Notfall nicht flüchten und bin ausgeliefert."

Die Angst, die im Rahmen einer Klaustrophobie auftritt, kann mit diversen körperlichen Symptomen verbunden sein, so zum Beispiel mit Schweißausbrüchen, Zittern oder Herzrasen. Ist die Angst zu groß, wird die betroffene Person beispielsweise das Treppenhaus vorziehen und den Aufzug meiden.

Die Angst vor dem Fahrstuhl ist nur ein Beispiel für eine typische Situation, die einem Menschen mit Klaustrophobie zu schaffen macht. Geschlossene, enge Räume sind das Problem – und manchmal auch größere Räume, die sehr überfüllt sind, sodass man sich eingeengt fühlt. Einige Betroffene haben nur Angst vor ganz bestimmten Situationen wie zum Beispiel Fahrstuhlfahren, andere fürchten sich vor sämtlichen engen Räumlichkeiten.

Nicht jede Person, die an Klaustrophobie leidet, muss unbedingt in Behandlung. Einige Menschen mit Klaustrophobie sind jedoch so sehr in ihrem Alltag eingeschränkt, dass eine Therapie notwendig ist. Insbesondere die Verhaltenstherapie hat sich bei der Behandlung von Klaustrophobie bewährt: Dabei lernt die*der Betroffene gezielt, sich der Situation auszusetzen und sie auszuhalten – so lange, bis die Angst nachlässt.

Vorbeugen kann man einer Klaustrophobie nicht – jedoch sollten Sie sich nicht scheuen, bei ersten möglichen Anzeichen professionelle Hilfe aufzusuchen. Denn je früher eine Klaustrophobie behandelt wird, desto höher ist die Chance, diese schnell wieder loszuwerden.

Was ist Klaustrophobie?

Eine Klaustrophobie ist eine Angsterkrankung, bei welcher die unangemessene Angst vor engen und geschlossenen Räumen im Mittelpunkt steht. Manche Klaustrophobiker*innen haben auch Angst vor (größeren) Räumen, in denen sich sehr viele Menschen dicht an dicht aufhalten und in denen die Raumluft schlecht ist, sodass ein Gefühl der Enge entsteht. Der Name Klaustrophobie leitet sich vom lateinischen Begriff claustrum (= Verschluss, Käfig) und dem griechischen phobos (= Furcht, Angst) ab.

Zu typischen Situationen, die einem Menschen mit Klaustrophobie Angst machen können, zählen zum Beispiel:

  • der Aufenthalt im Aufzug
  • die Untersuchung in einem Magnetresonanztomographen (MRT)
  • der Aufenthalt im vollen Kaufhaus
  • der Aufenthalt in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Flugzeug oder U-Bahn
  • der Aufenthalt in überfüllten Räumen, z. B. in der Disco oder im Kino

Eine Klaustrophobie zählt zu den spezifischen Phobien. Eine spezifische Phobie ist eine unangemessen starke Angst vor ganz bestimmten Objekten oder Situationen, so zum Beispiel vor Hunden, Blut, Spinnen – oder eben geschlossenen / engen Räumen, wie es bei der Klaustrophobie der Fall ist. Spezifische Phobien sind relativ weit verbreitet. Schätzungsweise 7 bis 8 Prozent der Bevölkerung sind von Klaustrophobie betroffen.

Klaustrophobien können zudem auch im Rahmen einer Agoraphobie auftreten. Menschen mit dieser Störung befürchten, an bestimmten Orten beziehungsweise in bestimmten Situationen während einer möglichen Panikattacke keine Fluchtmöglichkeit zu haben. Oder sie haben Angst, im Notfall keine Hilfe zu bekommen. Die Ängste treten beispielsweise...

  • in Menschenmengen,
  • auf öffentlichen Plätzen
  • oder auf Reisen

auf. Sie können jedoch auch enge Räume betreffen, sodass klaustrophobische Ängste auch zum Bild einer Agoraphobie zählen können.

Was ist der Unterschied zwischen Platzangst und Klaustrophobie?

Im Volksmund verwenden manche Menschen auch den Begriff Platzangst, wenn sie Klaustrophobie meinen. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht korrekt – denn eine Klaustrophobie ist genau das Gegenteil von einer Platzangst. Denn wer an Platzangst leidet, fürchtet sich vor weiten, öffentlichen Plätzen. Bei Klaustrophobiker*innen treten hingegen dann Ängste auf, wenn sie sich in enge, geschlossene Räume begeben müssen, so zum Beispiel in einen Aufzug. Somit könnte man eine Klaustrophobie eher als Raumangst bezeichnen.

Angst im Magnetresonanztomographen

Für viele Menschen mit Klaustrophobie gleicht eine Untersuchung in einem geschlossenen Magnetresonanztomographen (MRT) einem Albtraum: Minutenlang – oft sogar länger als eine halbe Stunde – müssen sie in der engen Röhre verharren. Manche Klaustrophobiker*innen brechen die Untersuchung ab. Abhilfe kann ein offener Magnetresonanztomograph schaffen: Dieses Gerät ist seitlich geöffnet, was oft schon die Angst nehmen kann. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Untersuchung mithilfe eines Beruhigungsmittels durchführen zu lassen. Lassen Sie sich hierzu ärztlich beraten.

Ursachen der Klaustrophobie

Eine Klaustrophobie kann verschiedene Ursachen haben. Manche Menschen entwickeln eher eine Klaustrophobie als andere. Dabei müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Welche Ursachen genau für eine Klaustrophobie infrage kommen, darüber gibt es je nach Ansatz unterschiedliche Lehrmeinungen. Insbesondere die lerntheoretische Sicht rückt bei der Suche nach den Ursachen einer Klaustrophobie in den Vordergrund.

Lerntheoretischer Ansatz

Vertreter*innen des lerntheoretischen Ansatzes nehmen an, dass sich eine Phobie in einem Stufenprozess entwickelt – so auch die Klaustrophobie. In einem ersten Schritt "erlernt" eine Person die Angst vor geschlossenen Räumen. Im weiteren Verlauf meidet sie die Situationen, was die Angst weiter verstärkt.

Dieser Lerneffekt tritt jedoch nicht bei jedem Menschen auf – bei weitem nicht jeder, der schon in einem Aufzug festgesteckt hat, leidet anschließend an einer Klaustrophobie. Vielmehr müssen weitere Faktoren hinzutreten, damit tatsächlich eine Klaustrophobie entsteht.

So ist es zum Beispiel wichtig, wie sehr eine Person auf Angstsymptome wie Schweißausbrüche und Zittern achtet und diese bewertet. Derartige Beschwerden kann sich die*der Betroffene nicht erklären; sie*er nimmt sie als potenzielle Gefahr war, was die körperlichen Angstsymptome weiter verstärkt – sodass die Angst noch stärker wird. Ein Teufelskreis ist entstanden; durch die vielen Symptome, die allein durch die Angst entstehen, sieht sich die*der Betroffene darin bestätigt, dass ihr*ihm etwas zustoßen wird.

Ein Beispiel: Ein Mann wohnt in einem Hochhaus und fährt täglich problemlos mit dem Fahrstuhl. Der Mann hatte in den letzten Monaten viel Stress und ist daher sehr angespannt und leicht aus der Fassung zu bringen. Eines Tages bleibt der voll besetzte Fahrstuhl zwischen zwei Etagen stecken und es dauert zwei Stunden, bis die Fahrgäste befreit werden. Während der Fahrstuhlpanne bricht der Mann plötzlich in Panik aus; er befürchtet, keine Luft zu bekommen, leidet unter Schweißausbrüchen und fängt an zu zittern. Er fühlt sich der Situation ausgeliefert will nur noch ins Freie. Wieder draußen fühlt er sich erleichtert und die Symptome klingen ab. Die plötzlichen Beschwerden kann er sich nicht erklären. Auch sieht er keinen Zusammenhang zum vorangegangenen Stress. Aufgrund dieser unerklärlichen Symptome ist er verunsichert und bekommt noch mehr Angst.

Am nächsten Tag befürchtet der Mann, der Fahrstuhl könne erneut steckenbleiben – und wählt fortan die Treppe. In Zukunft versucht er, Situationen, die mit Fahrstühlen zu tun haben, zu vermeiden. Der Mann hat gelernt, dass die Situation "Fahrstuhl fahren" mit Angst und subjektiver Bedrohung verbunden ist. Würde er sich der Situation erneut aussetzen, würde er die Angst vermutlich abbauen können. Da er sie aber meidet, hält er seine Angst nach wie vor aufrecht. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sich die Angst auf ähnliche Situationen ausweiten, so zum Beispiel auf das Fahren in der U-Bahn.

Lesetipp: Wie läuft eine Verhaltenstherapie ab?

Psychoanalytische Ansätze

In psychoanalytischen Theorien vertritt man die Ansicht, dass Menschen mit Phobien wie einer Klaustrophobie ihre inneren Konflikte nach außen verlagern. Dieser Ansatz geht davon aus, dass der*die Phobiker*in nicht wirklich vor engen und geschlossenen Räumen Angst hat, sondern dass die Furcht für eine unbewusste Fantasie steht, die symbolhaft mit engen Räumen in Verbindung steht. Die sichtbare Angst steht also eigentlich für eine innere Angst.

Neurobiologische Aspekte

Forschende, die sich mit den neurobiologischen Aspekten einer Angststörung wie der Klaustrophobie befassen, gehen davon aus, dass man nur dann eine Phobie entwickelt, wenn man dafür besonders anfällig ist. Demnach spielen nicht allein Umweltbedingungen eine Rolle, sondern auch eine individuelle Komponente, so zum Beispiel eine genetische Disposition (Veranlagung).

Wissenschaftler*innen vermuten, dass das autonome Nervensystem von Angstpatient*innen von Geburt an besonders labil ist und leicht erregt wird, sodass die Personen besonders rasch Angst empfinden. Das autonome Nervensystem kontrolliert und reguliert die einzelnen Funktionen der inneren Organe, so zum Beispiel die Atmung. Zudem spielt die Balance verschiedener Botenstoffe im Hirn eine Rolle (z. B. Serotonin, Noradrenalin, Gamma-Aminobuttersäure), die bei Angstpatient*innen durcheinandergerät.

Darüber hinaus scheint das limbische System, ein bestimmter Teil des Gehirns, gegenüber dem von nicht-ängstlichen Personen Unterschiede aufzuweisen. Das limbische System ist wichtig für die Verarbeitung von Gefühlen.

So äußert sich eine Klaustrophobie

Eine Klaustrophobie zeigt sich durch ganz bestimmte Symptome. Menschen mit Klaustrophobie haben Angst in engen, geschlossenen Räumen wie zum Beispiel im Fahrstuhl oder in der U-Bahn. Manche Betroffene haben zum Beispiel nur im Fahrstuhl Angst, andere wiederum in allen engen Räumlichkeiten.

Während des Aufenthalts in einem engen, geschlossenen Raum zeigen Menschen mit Klaustrophobie häufig Symptome, die auch bei anderen Phobien auftreten. Hierzu zählen etwa:

Menschen mit Klaustrophobie wissen zwar, dass ihre Ängste unangemessen sind, können die Symptome aber dennoch nicht verhindern. Der*die Klaustrophobiker*in befürchtet, die Kontrolle zu verlieren. Er*sie hat Angst, dass im Notfall kein Fluchtweg zur Verfügung steht (z. B. im geschlossenen Fahrstuhl oder in der U-Bahn). Die*der Betroffene glaubt, zu ersticken, ohnmächtig oder verrückt zu werden oder sogar zu sterben. Sie*er möchte nur eins: der Situation so schnell wie möglich entfliehen.

Aber auch außerhalb der eigentlichen Situation können solche Symptome auftreten, so etwa beim alleinigen Gedanken daran, einen Aufzug zu betreten oder beim Anblick eines Bildes von einem geschlossenen Raum.

Aus Angst vor der Situation beginnt die*der Betroffene, diese zu meiden. So wählt sie*er beispielsweise künftig die Treppe statt den Fahrstuhl oder schiebt eine anstehende MRT-Untersuchung vor sich her, aus Angst vor der Enge im Untersuchungsgerät. Im weiteren Verlauf können immer mehr Situationen von diesem Vermeidungsverhalten betroffen sein, was den Alltag stark einschränken kann.

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Diagnose bei Klaustrophobie

Um bei Verdacht auf Klaustrophobie die Diagnose zu sichern, werden Sie zunächst nach Ihren genauen Beschwerden gefragt. Zudem wird der*die Ärzt*in wissen wollen, wann die Symptome auftreten und ob die Angst an bestimmte Situationen oder Objekte gebunden ist, so zum Beispiel an Fahrstuhlfahren.

Wichtig ist auch zu wissen, wie stark die Symptome sind und für wie lange sie anhalten. Mithilfe dieser Informationen kann der*die Expert*in herausfinden, ob eine reine Klaustrophobie vorliegt oder ob eine andere Erkrankung die Ursache ist, zum Beispiel eine Agoraphobie.

Hilfreich: ein Angsttagebuch

Ein Hilfsmittel für die Diagnose einer Klaustrophobie kann ein sogenanntes Angsttagebuch sein. Es gibt dem*der Therapeut*in genaueren Aufschluss über die*den Betroffene*n und die Beschwerden. Darauf aufbauen kann der Behandlungsablauf besser und individueller geplant werden.

Symptome wie Angst, Schweißausbrüche oder Herzrasen sind typisch für eine Angsterkrankung wie der Klaustrophobie. Sie können aber auch bei verschiedenen körperlichen Erkrankungen auftreten, so etwa bei einer Schilddrüsenüberfunktion. Um eine organische Ursache auszuschließen, wird der*die Ärzt*in den*die Patient*in zunächst körperlich untersuchen und gegebenenfalls Laborwerte ermitteln sowie ein EKG erstellen.

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Was tun gegen Klaustrophobie?

Viele Menschen, die von Klaustrophobie betroffen sind, befinden sich nicht in Therapie. Manchmal ist die Klaustrophobie nur gering ausgeprägt. Die*der Betroffene hat dann zwar Angst vor engen Räumen, kann diese Angst jedoch überwinden und sich der Situation aussetzen.

Fühlt sich ein*e Klaustrophobiker*in durch die Angst jedoch sehr belastet oder ist im Alltag stark eingeschränkt, sollte sie*er über eine Therapie nachdenken.

Kognitive Verhaltenstherapie

Eine bei Klaustrophobie geeignete Therapie ist die Verhaltenstherapie. Zu Beginn der Behandlung erklärt der*die Therapeut*in der*dem Betroffenen, wie die Erkrankung aus lerntheoretischer Sicht entstanden sein könnte. Es gibt verschiedene Methoden, die in der Verhaltenstherapie zum Einsatz kommen.

Anhänger der kognitiven Verhaltenstherapie gehen davon aus, dass unsere Gedanken unsere Gefühle beeinflussen. Schätzt eine Person eine Situation als gefährlich ein, wird sich das auch auf ihre Gefühle auswirken – so wird sie etwa Angst bekommen. Ein und dieselbe Situation kann von verschiedenen Menschen ganz unterschiedlich interpretiert werden. Wie eine Person etwas einstuft, hängt unter anderem davon ab, welche Erfahrungen sie in der Vergangenheit gemacht hat.

In der kognitiven Verhaltenstherapie vermittelt der*die Psycholog*in der*dem Betroffenen, welche Denkmuster dazu führen, dass die Angst aufrechterhalten wird. Ziel ist es, diese ungünstigen Denkmuster während der Therapie gezielt zu verändern.

Im Expositionsverfahren konfrontiert der*die Therapeut*in die*den Betroffenen direkt mit der angstmachenden Situation. So setzt sich der*die Patient*in beispielsweise gezielt der Situation "Fahrstuhlfahren" aus – so lange, bis die Angst deutlich nachlässt und erkannt wird, dass die Angst unbegründet ist. Ob die*der Betroffene den Fahrstuhl zunächst nur ansieht oder sogar darin fährt, hängt dabei vom Behandlungsfortschritt und von der Intensität der Angst ab.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Entspannungstechniken

Manchen Menschen mit Klaustrophobie hilft es, eine Entspannungstechnik zu erlernen. Gezielte Entspannung kann dazu beitragen, auch in einer angstmachenden Situation ruhig zu bleiben und insgesamt gelassener zu werden – allerdings bedarf es etwas Geduld und Übung. Häufig verwendete Entspannungsverfahren sind beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder das autogene Training.

Selbsthilfegruppen

In Selbsthilfegruppen für Menschen mit Angststörungen können Betroffene offen und ohne Scham über ihr Problem sprechen. Unter Gleichgesinnten tauschen sich aus unterstützen sich gegenseitig.

Medikamentöse Therapie

Bei sehr großer Angst können auch Medikamente verschrieben werdem. Sogenannte Benzodiazepine haben eine beruhigende Wirkung, dürfen allerdings nur kurzfristig zum Einsatz kommen, da sie abhängig machen können. Insbesondere wenn die Klaustrophobie im Rahmen einer anderen Erkrankung wie zum Beispiel der Agoraphobie auftritt, können auch Antidepressiva verschrieben werden.

Psychotherapie

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist, in einer Psychotherapie herauszufinden, welcher innere Konflikt der Angst zugrunde liegt. Die*der Betroffene soll lernen, die eigenen Ängste besser zu bewältigen und ein möglicherweise ungelöstes Problem zu bewältigen beziehungsweise mit ihm besser umgehen zu können.

Lesetipp: Warten auf die Psychotherapie – 5 Tipps, um die Wartezeit zu überbrücken

Verlauf einer Klaustrophobie

Bei einer Klaustrophobie kann der Verlauf unterschiedlich aussehen. Viele Menschen mit einer Klaustrophobie können die angstmachende Situation meiden und fühlen sich in ihrem Alltag nicht eingeschränkt. Während bei einigen Betroffenen die Phobie von selbst abklingt, bedürfen andere einer Behandlung.

Aus Angst vor der Situation beginnt der*die Klaustrophobiker*in, diese zu meiden. Im weiteren Verlauf kann sich die Angst ausweiten und an Intensität zunehmen. Sogar der Aufenthalt auf einer öffentlichen Toilette kann zur Angstfalle werden, denn die geschlossene Tür könnte klemmen – so die Befürchtung. In der Folge kann auch das soziale Leben darunter leiden, sodass die*der Betroffene an Lebensqualität verliert. Manche Phobiker*innen greifen eigenmächtig zu Medikamenten oder Alkohol, um angstmachende Situationen aushalten zu können, laufen jedoch Gefahr, abhängig zu werden. Daher ist es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, wenn man das Gefühl hat, dem Problem nicht mehr gewachsen zu sein.

Die Prognose bei der Behandlung einer Klaustrophobie ist meist günstig. Je früher die Therapie einsetzt, desto besser!

Klaustrophobie vorbeugen

Einer Klaustrophobie können Sie nicht direkt vorbeugen. Wenn Sie jedoch merken, dass Sie zunehmend Angst vor dem Aufenthalt in geschlossenen, engen Räumen wie zum Beispiel einem Fahrstuhl, einer U-Bahn oder einem vollen Kinosaal haben, sollten Sie rechtzeitig professionelle Hilfe holen. Denn: Je früher eine Klaustrophobie behandelt wird, desto größer ist die Chance, die Erkrankung rasch wieder in den Griff zu bekommen!

Eine Angststörung wie die Klaustrophobie ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Je länger Sie warten, desto mehr müssen Sie sich überwinden, um die Ängste zu bewältigen. Daher gilt: Lieber rechtzeitig ärztlichen Rat einholen, anstatt unnötig zu leiden!