Eine Frau trinkt ein Glas wasser.
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Silizium

Viele Menschen nehmen Silizium zur Nahrungsergänzung ein – in der Hoffnung, dass es ihre Haare, ihre Haut und ihr Bindegewebe stärkt. Dabei steckt Silizium in zahlreichen Lebensmitteln. Zudem ist nicht einmal klar, ob und wofür der Körper das Spurenelement braucht. Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel gute Siliziumlieferanten sind und was die Wissenschaft zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Keiselerde sagt.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Silizium

Silizium zählt zu den sogenannten Spurenelementen. So nennt man Mineralstoffe, die nur in sehr geringen Mengen im menschlichen Körper vorkommen. Essenzielle Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink und Jod sind für den Menschen lebensnotwendig. Silizium hingegen zählt zu jenen Spurenelementen, deren Bedeutung für die menschliche Gesundheit nicht klar ist. Ob und wofür der Körper Silizium benötigt, weiß man bislang nicht genau.

In der Natur ist Silizium weit verbreitet. Es steckt etwa in Sand und Gestein und ist nach Sauerstoff das häufigste Element auf der Erdoberfläche. Darum ist es auch in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in Mineralwasser.

Im Zusammenhang mit Silizium fallen häufig noch Bezeichnungen wie Siliziumdioxid und Silikat. Beides sind Verbindungen aus Silizium und Sauerstoff:

  • Siliziumdioxid-Teilchen (SiO2) bestehen aus je einem Silizium-Atom und zwei Sauerstoff-Atomen. Siliziumdioxid ist ein harter Feststoff, der auch als Quarz bekannt ist und der nur bei sehr heißen Temperaturen anfängt zu schmelzen. Wegen seiner Härte eignet sich Siliziumdioxid daher hervorragend als Grundsubstanz für Porzellan und Glas.
  • Silikate sind aus jeweils einem Siliziumatom und vier Sauerstoffatomen aufgebaut (SiO4). Aufgrund ihrer negativen Ladung sind Silikate von positiv geladenen Calcium-, Magnesium- oder Eisen-Teilchen umgeben. In der Erdkruste kommt Silizium vor allem in dieser Form vor. Ungefähr ein Viertel aller bekannten Minerale sind Silikate.

Lebensmittel mit Silizium

Silizium steckt etwa in Wasser, Bier, Getreide und vielen Obst- und Gemüsesorten. Der Körper kann Silizium besonders gut in gelöster Form aufnehmen. Deshalb sind Mineralwasser und Getränke, die aus Wasser hergestellt werden, die besten Siliziumlieferanten. Das in Wasser enthaltene Silizium stammt aus dem Gestein, durch das das Grundwasser fließt. Bier liefert besonders viel Silizium, weil das Spurenelement auch in Gerste und Hopfen steckt.

Reich an Silizium sind auch verschiedene feste Speisen wie beispielsweise Reis und Produkte aus Hafer und Weizen, also etwa Brot, Müsli und Nudeln. Auch viele Obst- und Gemüsesorten liefern Silizium, beispielsweise Spinat, Kartoffeln und Paprika. Das in festen Speisen enthaltene Silizium kann der Körper jedoch nicht so gut aufnehmen.

Bedeutung für Haare, Haut & Knochen

Menschen tragen etwa ein bis zwei Gramm Silizium in sich, vor allem in Haaren, Nägeln, im Zahnschmelz und in der Haut. Ob der Körper das Spurenelement benötigt, ist allerdings nicht klar. Dass Silizium Haut, Haare und Bindegewebe stärkt, wie es Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln behaupten, ist jedenfalls nicht wissenschaftlich belegt.

Möglicherweise trägt Silizium zur Knochengesundheit bei: In Bevölkerungsstudien fanden Forscher Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen siliziumreicher Ernährung und höherer Knochendichte. Die Ergebnisse legen nahe, dass Menschen, die täglich mehr als 40 Milligramm Silizium über die Nahrung zu sich nehmen, stabilere Knochen haben als Menschen, bei denen die tägliche Zufuhr unter 16 Milligramm liegt.

Silizium zur Nahrungsergänzung

In Drogerien, in Reformhäusern und im Internet gibt es Silizium in Form von Kieselsäure oder Kieselerde zu kaufen, verpackt in Kapseln und Tabletten. Darüber hinaus gibt es Tees, Tabletten und Tropfen, die Extrakte der Acker-Schachtelhalm-Pflanze enthalten. Acker-Schachtelhalm (auch Zinnkraut genannt) ist ein farnartiges Gewächs mit einem recht hohen Anteil an Kieselsäure.

Die Nahrungsergänzung mit Kieselerde und Kieselsäure soll unter anderem

  • Falten entgegenwirken,
  • Haut und Haar kräftigen und
  • das Bindegewebe stärken.

Wissenschaftlich erwiesen sind diese Wirkungen jedoch nicht. In einigen Untersuchungen konnten Forscher zwar positive Effekte auf Haut, Haare und Bindegewebe feststellen. Diese Studien wurden aber von einem Hersteller von Kieselsäure-Präparaten finanziert und wiesen eine Reihe von methodischen Mängeln auf. Die Ergebnisse sind somit nur von begrenzter Aussagekraft.

Eine Nahrungsergänzung mit Silizium ist schon deshalb nicht notwendig, weil das Spurenelement in vielen Lebensmitteln enthalten ist.