Prostatakrebs-Impfstoff

Allgemeines

Der Prostatakrebs-Impfstoff wird zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt, der bisher noch keine oder wenig Beschwerden verursachte. Voraussetzung ist eine bereits erfolgte Streuung in Metastasen (allerdings nicht in den Eingeweiden) und ein Wachstum, das sich auch durch Kastration nicht aufhalten lässt. Der Wirkstoff wird bei Patienten angewendet, bei denen eine Therapie mit Zytostatika noch nicht nötig ist.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Immunsystem gegen Prostatakrebs-Zellen aktivieren
  • T-Zellen erkennen und vernichten Krebszellen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Prostatakrebs-Impfstoff im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Prostatakrebs-Impfstoff nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die bei der Gewinnung eingesetzten Wirkstoffe darf der Prostatakrebs-Impfstoff nicht eingesetzt werden.

Die Verabreichung des Wirkstoffs sollte bei Patienten mit einer aktiven innerlichen Infektion verschoben werden, bis diese abgeklungen ist.

Nur mit Vorsicht darf der Wirkstoff bei Patienten mit Blutgefäßverstopfungen in der Vorgeschichte angewendet werden.

Bei Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr (auch wenn diese durch Medikamente bedingt ist) wird der Arzt den Wirkstoff nur nach sorgfältiger Abwägung des möglichen Nutzen/Risiko-Verhältnisses und mit Vorsicht einsetzen. Für diese Patienten liegen keine Daten aus klinischen Studien vor.

Die Behandlung von Patienten mit HIV-Infektionen oder AIDS mit dem Wirkstoff liegen im Ermessen des Arztes, da es keine Studien mit solchen Patienten gab.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Da das Medikament nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt ist, gibt es dazu keine Studien.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Prostatakrebs tritt bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht auf, daher ist das Medikament nicht für sie geeignet.

Welche Nebenwirkungen kann Prostatakrebs-Impfstoff haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Prostatakrebs-Impfstoff. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Schwindel, nervliche Missempfindungen, Missempfindungen im Mund, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen, Schwäche, Reaktion auf Citrat (aus der Blutkonserve).

Häufige Nebenwirkungen:
Bakterien im Blut, Blutplättchenmangel, Schlaganfall, vorübergehende Durchblutungsstörungen im Gehirn, Zittern, Empfindungsmangel, Rückenmarkseinengung, Ohnmacht, Vorhofflimmern, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, Sauerstoffmangel, Giemen, Atembeschwerden, Bauchschmerzen, Hautausschlag, übermäßige Schweißabsonderung, Juckreiz, Nesselsucht, Muskelkrämpfe, Blut im Urin, Grippe-artige Erkrankung, Beschwerden in der Brust.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutvergiftung durch den Venen-Katheter, katheterbedingte Infektion, Infektion der Katheter-Eintrittsstelle, Blutvergiftung allgemein, zu viele unreife Blutzellen, Hirninfarkt, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Bronchialkrämpfe, Reaktion an der Infusionsstelle.

Besonderheiten:
Schüttelfrost, Fieber, Müdigkeit, Schwäche, Atembeschwerden, Sauerstoffmangel, Bronchialkrämpfe, Schwindel, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind häufig Begleiterscheinungen einer allgemeinen Unverträglichkeit der Infusion. Diese Beschwerden können auch noch nachträglich auftreten und sind sofort dem Arzt zu melden.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Prostatakrebs-Impfstoff?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Effekte einer Impfung während der Behandlung mit dem Wirkstoff wurden nicht untersucht. Daher wird der Arzt Nutzen und Risiko einer Verabreichung von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder inaktivierten Impfstoffen während der Behandlung mit dem Wirkstoff sorgfältig abwägen.

Der Wirkstoff soll die körpereigene Abwehr anregen. Ist diese geschwächt oder erhalten Patienten Substanzen, die das Immunsystem schwächen oder ausschalten, kann seine Wirksamkeit und/oder Sicherheit verändert sein. Die gleichzeitige Verwendung von Immunsuppressiva (etwa Tabletten oder Spritzen mit Glukokortikoiden) während der Behandlung wird der Arzt vermeiden. Auch muss sorgfältig untersucht werden, ob es medizinisch angebracht ist, die Verabreichung von Immunsuppressiva vor der Behandlung mit dem Wirkstoff abzubrechen.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament muss unter Aufsicht eines Arztes verabreicht werden, der Erfahrung in der medizinischen Behandlung von Prostatakrebs hat.
  • Die Anwendung des Medikaments sollte nur dort erfolgen, wo jederzeit Wiederbelebungsgeräte zur Verfügung stehen.
  • Treten länger nach der Infusion Fieber, Schüttelfrost, Atembeschwerden, Schwindel oder Hautreaktionen auf, ist dies sofort dem Arzt zu melden.
  • Es kann nach der Infusion zu Müdigkeit, Schwindel, Ohnmacht, Schüttelfrost und Kopfschmerzen kommen, was Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich macht.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Prostatakrebs-Impfstoff?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Prostatakrebs-Impfstoff enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Provenge 50 x 106 CD54+-Zellen/250 ml Infusionsdispersion
Injektions­suspension

 

So wirkt Prostatakrebs-Impfstoff

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Prostatakrebs-Impfstoff. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Prostatakrebs-Impfstoff gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Prostatakrebs-Impfstoff

Der Prostatakrebs-Impfstoff wird zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt, der bisher noch keine oder wenig Beschwerden verursachte. Voraussetzung ist eine bereits erfolgte Streuung in Metastasen (allerdings nicht in den Eingeweiden) und ein Wachstum, das sich auch durch Kastration nicht aufhalten lässt. Der Wirkstoff wird bei Patienten angewendet, bei denen eine Therapie mit Zytostatika noch nicht nötig ist.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Prostatakrebs-Impfstoff sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Prostatakrebs-Impfstoff

Der zur Wirkstoffgruppe der Impfstoffe gehörige Prostatakrebs-Impfstoff löst im Körper eine gezielte Reaktion auf ein Enzym (Prostata-spezifische saure Phosphatase (PAP)) aus, das von den meisten Krebsformen der Prostata gebildet wird. Der Wirkstoff wird für jeden Patienten speziell hergestellt und darf auch nur bei diesem angewendet werden.

Zunächst muss sich der Patient einer sogenannten Leukapherese unterziehen, einer Blutwäsche, bei der gezielt weiße Blutkörperchen aus dem Blut entfernt werden. Diese Blutkörperchen werden in Beuteln zum Hersteller geschickt. Dort gewinnt man den Wirkstoff, indem man anhaltene einkernige Blutzellen mit dem Enzym PAP als Antigen und Aktivatoren der körpereigenen Abwehr in Kontakt bringt. Während der Kultivierung außerhalb des Körpers verarbeiten die Blutzellen das PAP-Antigen so, dass sie es an ihrer Oberfläche anlagern. Ist dies geschehen, wird der fertige Wirkstoff an die behandelnde Klinik zurückgeschickt.

Gelangen diese Spezialzellen während der Infusion in den Organismus, alarmieren sie damit die sogenannten T-Zellen der körpereigenen Abwehr, sodass sie sich gegen das Antigen richten. So können die T-Zellen aber auch die in der Prostata befindlichen Krebszellen erkennen und vernichten.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.