Ibandronsäure

Allgemeines

Ibandronsäure dient in hoher Dosierung (150 Milligramm einmal monatlich) der Behandlung der Knochenkrankheit Osteoporose. Er wird eingesetzt bei Frauen nach den Wechseljahren, welche ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche haben.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Knochenaufbau fördern
  • Tätigkeit knochenabbauender Zellen hemmen
  • Knochenbrüche verhindern
  • Buckelbildung verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ibandronsäure im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ibandronsäure nicht verwendet werden?

Je nach Dosierung und Anwendungsweg ergeben sich für Ibandronsäure unterschiedliche Einschränkungen des Einsatzes.

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure und Calciummangel im Blut. Wird der Wirkstoff eingenommen, so ist darauf zu verzichten, wenn Missbildungen der Speiseröhre vorliegen, die die Leerung derselben verzögern oder der Patient nicht mindestens 30 Minuten stehen oder aufrecht zu sitzen vermag, um das Hinabgleiten des Wirkstoffs in den Magen zu gewährleisten.

Hinweis:
Ibandronsäure darf in hohen Dosierungen (beispielsweise 150 Milligramm zur einmal monatlichen Anwendung) nicht bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute) eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei

  • Patienten mit Störungen des Knochen- und Mineralstoffwechsels, weil sich diese verschlimmern können
  • akuten Problemen in Magen oder Darm (säurebedingte Speiseröhrenentzündung oder andere Speiseröhrenerkrankungen, Schluckstörungen, Entartungen der Speiseröhren-Schleimhaut (Barrett-Ösophagus), Entzündungen in Magen oder Zwölffingerdarm, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre) weil diese durch den Wirkstoff gefördert werden können
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Risikofaktoren für einen schlechten Zustand der Kieferknochen wie
    Krebs, Chemotherapie, Bestrahlungen, Behandlung mit Glukokortikoiden und mangelhafter Mundhygiene.

Hinweis:
Bei der niedrig dosierten Anwendung (50 Milligramm täglich) wird bei starken Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute) die Halbierung der Dosis empfohlen.
 

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt keine ausreichenden Studien für die Anwendung von Ibandronsäure bei Schwangeren, da der Wirkstoff ausschließlich bei Frauen nach den Wechseljahren angewendet wird. Tierversuche mit Ratten haben einige schädliche Effekte auf die Nachkommenschaft gezeigt. Ibandronsäure darf daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Es ist nicht bekannt, ob Ibandronsäure wie bei Ratten auch beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Der Wirkstoff darf daher auch während der Stillzeit nicht eingesetzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da der Wirkstoff nicht für die Behandlung einer im Kindesalter auftretenden Erkrankung entwickelt wurde, gibt es keine Studien zu Unbedenklichkeit und Wirkung von Ibandronsäure im Kindes- und Jugendalter.

Welche Nebenwirkungen kann Ibandronsäure haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ibandronsäure. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Art und Häufigkeit unerwünschter Wirkungen hängen bei Ibandronsäure stark von der Dosierung ab.

niedrige Dosierung (50 Milligramm einmal täglich)
Häufige Nebenwirkungen:
Calciummangel im Blut, Speiseröhrenentzündung, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Schwäche.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutarmut, nervliche Missempfindungen in Armen und Beinen, Störung des Geschmacksempfindens (Geschmacksverfälschung), Blutung, Magenschleimhautentzündung, Zwölffingerdarmgeschwüre, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Juckreiz, Stickstoffüberschuss im Blut (Urämie), Brustschmerzen, Grippe-ähnliche Erkrankung, Unwohlsein, Schmerzen, Parathormon im Blut erhöht.

Seltene Nebenwirkungen:
Entzündliche Augenerkrankungen, atypische Brüche des Oberschenkelknochens.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Abbau des Kieferknochens.

hohe Dosierung (150 Milligramm einmal monatlich)
Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Magenschleimhautentzündung, Speiseröhrenentzündung, Refluxkrankheit, Verdauungsstörung, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen der Skelettmuskulatur, Muskelkrämpfe, Steifheit der Skelettmuskulatur, Grippe-ähnliche Erkrankungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Speiseröhrenentzündung (Geschwulste, Verengungen und Schluckstörung), Erbrechen, Blähungen, Rückenschmerzen, Müdigkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen, Dünndarmentzündung, Blutgefäßschwellung, Gesichtsschwellung, Nesselsucht.

Besonderheiten:
Ein Abbau der Kieferknochen scheint eine Nebenwirkung der gesamten Gruppe der Bisphosphonate zu sein. Im Allgemeinen ist er mit Zahnziehungen und/oder örtlichen knocheninfektionen verbunden zu sein. weitere Risikofaktoren sind Krebs, Chemotherapie, Bestrahlungen, Behandlung mit Glukokortikoiden und mangelhafte Mundhygiene.

Auch atypische Brüche der Oberschenkelknochen sind eine Gruppennebenwirkung. Sie geschehen mit und ohne besondere Belastung und heilen zudem oftmals schlecht. Patienten mit Beschwerden in den Beinen oder Hüften sollten daher sofort einen Arzt verständigen.

Die Einnahme des Wirkstoffes kann ein erhöhtes Risiko für Entzündungen der Regenbogenhaut (Uveitis) oder der Lederhaut (Skleritis) zur Folge haben. Treten gerötete Augen, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit auf, sollte ein Arzt befragt werden.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Ibandronsäure?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wie intensiv Ibandronsäure vom Körper aufgenommen wird, bestimmt die Nahrungsaufnahme. Insbesondere Produkte, die Calcium und Magnesium (beispielsweise in Milch und Milchprodukten), Aluminium (Bestandteil vieler Pflanzen und Früchte), oder Eisen (in Vollkornprodukten, Innereien, Miesmuscheln, Blut- und Leberwurst) enthalten, können die Aufnahme verschlechtern. Auch Medikamente wie Calcium-Ergänzungspräparate, säurebindende Mittel sowie Eisenpräparate behindern die Aufnahme von Ibandronsäure in den Körper. Deshalb müssen Patienten vor der Einnahme des Wirkstoffs eine nächtliche Nüchternperiode (von mindestens sechs Stunden) einhalten und nach der Einnahme niedriger Ibandron-Dosierungen (50 Milligramm einmal täglich) für weitere 30 Minuten nüchtern bleiben. Bei hohen Dosierungen (150 Millgiramm einmal monatlich) ist sogar eine Stunde Zeitabstand einzuhalten. Während dieser Zeit ist auch die Einnahme der genannten Medikamente zu vermeiden.

Vorsicht ist geboten, wenn Bisphosphonate wie Ibandronsäure gleichzeitig mit Aminoglykosid-Antibiotika angenwendet werden, da beide zu einer Senkung von Calcium- und Magnesiumgehaltgehalt im Blut über längere Zeiträume führen können.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Auftreten von Schmerzen im Oberschenkelbereich sollte ein Arzt befragt werden.
  • Treten Rötungen, Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit der Augen auf, ist sofort ein Arzt zu befragen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Ibandronsäure?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ibandronsäure enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Ibandronsäure AbZ 150 mg Filmtabletten
Filmtabletten
Ibandronsäure Chemi 3 mg Injektionslösung in Fertigspritze
Injektionslösung
Ibandronsäure SUN 3 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Injektionslösung

 

So wirkt Ibandronsäure

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ibandronsäure. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Bisphosphonate, Osteoporose-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Ibandronsäure gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Ibandronsäure

Ibandronsäure dient in hoher Dosierung (150 Milligramm einmal monatlich) der Behandlung der Knochenkrankheit Osteoporose. Er wird eingesetzt bei Frauen nach den Wechseljahren, welche ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche haben.

In niedrigerer Dosierung (50 Milligramm einmal täglich) wird der Wirkstoff zur Vorbeugung gegen Knochenkomplikationen eingenommen, sowohl bei Frauen nach den Wechseljahren mit der Knochenkrankheit Osteoporose wie auch bei Patienten mit Brustkrebs und Tochtergeschwulsten in den Knochen.

Der Wirkstoff kann auch gespritzt werden. In dieser Form wird er neben der Osteoporose zusätzlich bei tumorbedingtem Calciumüberschuss eingesetzt.

Ibandronsäure verhindert dabei vor allem Brüche der Wirbelkörper und damit die Ausbildung eines sogenannten Witwenbuckels. Eine Wirksamkeit hinsichtlich der Häufigkeit von Oberschenkelhalsbrüchen ist nicht ermittelt worden.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ibandronsäure sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ibandronsäure

Die Knochen des Skeletts befinden sich in einem ständigen Auf- und Abbau, der unter anderem durch die Sexualhormone geregelt wird. Mit den Wechseljahren und dem allmählichen Hormonmangel wird weniger Knochenmaterial gebildet, als vernichtet. In vielen Fällen kommt es dadurch zur Knochenkrankheit Osteoporose.

Für den Umbau der Knochen sind zwei Zellarten verantwortlich, die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) und die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten). Ibandronsäure gehört zur Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate. Wie alle Substanzen dieser Gruppe hemmt der Wirkstoff die Tätigkeit der knochenabbauenden Zellen, ohne die Knochenbildung direkt zu betreffen. Dadurch wird der Schwerpunkt des Knochenstoffwechsels zum Aufbau hin verschoben.

Ibandronsäure führt im Tierversucht bei künstlich durch Hormonmangel, Krebsgeschwüre oder Medikamente herbeigeführtem Knochenabbau zu einem deutlichen Zuwachs an Knochenmasse. Beim Menschen wird das Risiko von Knochenbrüchen so weit vermindert, dass es bei Frauen nach den Wechseljahren mit dem von jungen Frauen zu vergleichen ist.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.