Febuxostat

Allgemeines

Febuxostat dient zur Behandlung der chronischen Gicht. Der Wirkstoff wird besonders dann eingesetzt, wenn es durch die erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut bereits zu Ablagerungen im Gewebe gekommen ist. Beispiele solcher Ablagerungen sind Gichtknoten und/oder eine Gelenksentzündung durch Gicht (Gichtarthritis).

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Harnsäurebildung behindern
  • Harnsäuregehalt des Blutes senken
  • Harnsäure-bildendes Enzym hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Febuxostat im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Febuxostat nicht verwendet werden?

Febuxostat darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen der Wirkstoff
  • Patienten, die die Harnsäurevorstufe Xanthin in den Harnwegen ablagern
  • schweren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder schlecht behandelbare Angina pectoris), wenn andere Behandlungsmöglichkeit bestehen
  • akuten Gichtanfällen. Mit der Behandlung sollte erst nach vollständigem Abklingen des akuten Anfalls begonnen werden.
Nur nach einer strengen ärztlichen Abwägung von Nutzen und Risiko sowie unter Aufsicht des Arztes darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • schlecht behandelbarer Herzmuskelschwäche
  • Leberfunktionsschwäche (hier sind häufige Lebertests nötig)
  • Patienten mit veränderter Schilddrüsenfunktion.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Febuxostat sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Es wurden bisher viel zu wenige Schwangere damit behandelt, um das Risiko für Mutter und Kind abzuschätzen.

Es ist nicht bekannt, ob Febuxostat beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Tierexperimente haben einen Übergang dieses Wirkstoffs in die Muttermilch und eine Beeinträchtigung der Entwicklung der gesäugten Jungtiere gezeigt. Febuxostat sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es bei Kindern und Jugendlichen keine Erfahrungen aus klinischen Studien gibt, wird die Anwendung von Febuxostat in dieser Patientengruppe nicht
empfohlen.

Welche Nebenwirkungen kann Febuxostat haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Febuxostat. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, auffällige Lebertestwerte.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blut-Amylase-Werterhöhung, Blutplättchenzahl-Verminderung, Blut-Kreatinin-Werterhöhung, Roter Blutfarbstoff-Verminderung, Blut-Harnstoff-Werterhöhung, Blutfettstoff-Veränderungen (LDH-Werterhöhung, Triglyzeride-Werterhöhung), Schwindel, nervliche Missempfindungen, Schläfrigkeit, Geschmacksveränderung, Bauchschmerzen, Sodbrennen, Erbrechen, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Verstopfung, häufiger Stuhlgang, Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden, Nierensteine, Blut im Urin, häufiger Harndrang, Hautentzündung, Nesselsucht, Juckreiz, Gelenkschmerzen, Gelenksentzündung, Muskelschmerzen, Muskelkrampf, Skelett- und Sehnenschmerzen, Gewichtszunahme, Appetitsteigerung, Bluthochdruck, Gesichtsrötung, Hitzewallungen, Abgeschlagenheit, Wassereinlagerungen im Gewebe, Grippe-ähnliche Beschwerden, Libido-Verminderung.

Seltene Nebenwirkungen:
Herzklopfen, Nierenfunktionsstörung, Schwäche, Durst, Nervosität, Schlaflosigkeit, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, allergische Reaktion, Schock).

Besonderheiten:
Wie bei anderen harnsäuresenkenden Wirkstoffen kann es während der ersten Zeit der Behandlung mit Febuxostat zu einem akuten Gichtanfall kommen, weil
durch die Senkung des Harnsäuregehalts im Blut zunächst Harnsäureablagerungen im Gewebe aufgelöst werden. Bei Beginn der Febuxostatbehandlung wird daher der Arzt zur Vorbeugung über mindestens sechs Monate nicht-steroidale Antirheumatika oder Colchicin geben.

Wenn es während der Febuxostatbehandlung zu einem akuten Gichtanfall kommt, darf die Behandlung nicht beendet werden. Die laufende Weiterbehandlung senkt dann die Häufigkeit und Intensität von Gichtanfällen.

Hautreaktionen, Hautausschläge sowie Gesichtsschwellung, Fieber, schmerzhafte Blasenbildung im Mund- und Schambereich, Schleimhautwunden und Augenreizung können Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion sein. Besonders sind Patienten betroffen, die schon auf das Gichtmittel Allopurinol allergisch reagierten und/oder eine Nierenerkrankung haben. Die Therapie mit dem Medikament ist dann sofort zu beenden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Febuxostat?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Febuxostat sollte nicht zusammen mit Mercaptopurin oder Azathioprin (Wirkstoffe gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) angewendet werden, weil es deren Abbau behindert. Gleiches gilt für die gemeinsame Anwendung mit dem Asthma-Mittel Theophyllin.

Rifampicin (Tuberkulose-Mittel), die Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital sowie das HIV-Mittel Ritonavir beschleunigen den Abbau von Febuxostat und vermindern seine Wirksamkeit. Daher sollte der Arzt eine bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn mit diesen Wirkstoffen den Harnsäuregehalt des Blutes kontrollieren. Umgekehrt kann die Beendigung einer Behandlung mit diesen Wirkstoffen zu einer verstärkten Febuxostat-Wirkung führen.

Bei Febuxostat-Behandlung von Patienten, die Antikoagulanzien zur Blutverdünnung erhalten, sollte der Arzt die Blutgerinnung sorgfältig überwachen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Zu Beginn der Therapie sind Gichtanfälle möglich, die mit weiteren Medikamenten behandelt werden müssen.
  • Bei Fieber, Haut- und Schleimhautbeschwerden, Gesichtsschwellungen oder Augenreizungen ist sofort ein Arzt zu befragen.
  • Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Daher sollte man beim Autofahren oder der Maschinenbedienung vorsichtig sein, bis man die Auswirkungen kennt.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Febuxostat?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Febuxostat enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Febuxostat

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Febuxostat. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Gichtmittel, zu welcher der Wirkstoff Febuxostat gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Febuxostat

Febuxostat dient zur Behandlung der chronischen Gicht. Der Wirkstoff wird besonders dann eingesetzt, wenn es durch die erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut bereits zu Ablagerungen im Gewebe gekommen ist. Beispiele solcher Ablagerungen sind Gichtknoten und/oder eine Gelenksentzündung durch Gicht (Gichtarthritis).

In höherer Dosierung wird der Wirkstoff auch bei Patienten eingesetzt, die sich aufgrund einer Blutkrebs-Erkrankung einer Therapie mit Zytostatika unterziehen müssen. Es kann dabei zum massenhaften Absterben von Krebszellen kommen, was starke Entzündungsreaktionen im Körper hervorruft (Tumorlyse-Syndrom). Dieser Reaktion kann durch die Einnahme von Febuxostat vorgebeugt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Febuxostat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Febuxostat

Harnsäure ist beim Menschen das Endprodukt des Abbaus der Aminosäure Purin. Die Reaktion vom Purin zur Harnsäure läuft in zwei Schritten ab, die beide durch das Enzym Xanthinoxidase (XO) gesteuert werden. Febuxostat verhindert die Bildung von Harnsäure, indem es die Aktivität des Enzyms Xanthinoxidase hemmt. Febuxostat wirkt sehr gezielt: Die anderen am Purin-Stoffwechsel beteiligten Enzyme werden in ihrer Aktivität nicht behindert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.