Febuxodor 80 mg/ - 120 mg Filmtabletten

Hersteller: TAD Pharma GmbH
Wirkstoff: Febuxostat
Rezeptpflichtig

Wirkung

Febuxodor 80 mg/ - 120 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Febuxostat.

Febuxostat dient zur Behandlung der chronischen Gicht. Der Wirkstoff wird besonders dann eingesetzt, wenn es durch die erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut bereits zu Ablagerungen im Gewebe gekommen ist. Beispiele solcher Ablagerungen sind Gichtknoten und/oder eine Gelenksentzündung durch Gicht (Gichtarthritis).

In höherer Dosierung wird der Wirkstoff auch bei Patienten eingesetzt, die sich aufgrund einer Blutkrebs-Erkrankung einer Therapie mit Zytostatika unterziehen müssen. Es kann dabei zum massenhaften Absterben von Krebszellen kommen, was starke Entzündungsreaktionen im Körper hervorruft (Tumorlyse-Syndrom). Dieser Reaktion kann durch die Einnahme von Febuxostat vorgebeugt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Febuxostat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Gichtmittel, zu welcher der Wirkstoff Febuxostat gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • chronische Hyperurikämie (Harnsäure-Überschuss im Blut) Erwachsener, die schon zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen geführt hat
  • Hyperurikämie (Harnsäure-Überschuss im Blut) bei Erwachsenen mit Blutkrebs, die eine Chemotherapie erhalten, die zu einer Überschwemmung mit abgestorbenen Krebszellen führen kann

Dosierung

Bei Gicht beträgt die empfohlene Dosis einmal täglich eine 80-Milligramm-Filmtablette, unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Das Medikament wirkt ausreichend schnell, sodass bereits nach zwei Wochen der Harnsäurespiegel im Blut erneut getestet werden kann. Senken die 80 Milligramm Febuxostat den Harnsäurespiegel im Blut nicht ausreichend, wir der Arzt erwägen, die Dosierung auf einmal täglich eine 120-Milligramm-Tablette zu steigern.

Gegen Gichtanfälle wird eine vorbeugende Einnahme von mindestens sechs Monaten Dauer empfohlen.

Krebs-Patienten mit dem Risiko einer Überschwemmung mit abgestorbenen Tumorzellen (Tumorsysesyndrom) nehmen einmal täglich eine 120-Milligramm-Tablette unabhängig von der Nahrungsaufnahme ein.

Der Arzt wird die Behandlung zwei Tage vor der Chemotherapie beginnen und mindestens sieben Tage lang fortführen. Die Behandlung kann abhängig von der Dauer der Chemotherapie je nach ärztlicher Einschätzung auch auf bis zu neun Tage verlängert werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hyprolose
  • mikrokristalline Cellulose
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Croscarmellose-Natrium
  • Eisenoxide und -hydroxide (E 172)
  • Lactose-Monohydrat
  • Macrogol 3350
  • pflanzliches Magnesiumstearat
  • Poly(vinylalkohol)
  • Siliciumdioxid-Hydrat

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, auffällige Lebertestwerte.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blut-Amylase-Werterhöhung, Blutplättchenzahl-Verminderung, Blut-Kreatinin-Werterhöhung, Roter Blutfarbstoff-Verminderung, Blut-Harnstoff-Werterhöhung, Blutfettstoff-Veränderungen (LDH-Werterhöhung, Triglyzeride-Werterhöhung), Schwindel, nervliche Missempfindungen, Schläfrigkeit, Geschmacksveränderung, Bauchschmerzen, Sodbrennen, Erbrechen, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Verstopfung, häufiger Stuhlgang, Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden, Nierensteine, Blut im Urin, häufiger Harndrang, Hautentzündung, Nesselsucht, Juckreiz, Gelenkschmerzen, Gelenksentzündung, Muskelschmerzen, Muskelkrampf, Skelett- und Sehnenschmerzen, Gewichtszunahme, Appetitsteigerung, Bluthochdruck, Gesichtsrötung, Hitzewallungen, Abgeschlagenheit, Wassereinlagerungen im Gewebe, Grippe-ähnliche Beschwerden, Libido-Verminderung.

Seltene Nebenwirkungen:
Herzklopfen, Nierenfunktionsstörung, Schwäche, Durst, Nervosität, Schlaflosigkeit, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, allergische Reaktion, Schock).

Besonderheiten:
Wie bei anderen harnsäuresenkenden Wirkstoffen kann es während der ersten Zeit der Behandlung mit Febuxostat zu einem akuten Gichtanfall kommen, weil
durch die Senkung des Harnsäuregehalts im Blut zunächst Harnsäureablagerungen im Gewebe aufgelöst werden. Bei Beginn der Febuxostatbehandlung wird daher der Arzt zur Vorbeugung über mindestens sechs Monate nicht-steroidale Antirheumatika oder Colchicin geben.

Wenn es während der Febuxostatbehandlung zu einem akuten Gichtanfall kommt, darf die Behandlung nicht beendet werden. Die laufende Weiterbehandlung senkt dann die Häufigkeit und Intensität von Gichtanfällen.

Hautreaktionen, Hautausschläge sowie Gesichtsschwellung, Fieber, schmerzhafte Blasenbildung im Mund- und Schambereich, Schleimhautwunden und Augenreizung können Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion sein. Besonders sind Patienten betroffen, die schon auf das Gichtmittel Allopurinol allergisch reagierten und/oder eine Nierenerkrankung haben. Die Therapie mit dem Medikament ist dann sofort zu beenden.

Wechselwirkungen

Febuxostat sollte nicht zusammen mit Mercaptopurin oder Azathioprin (Wirkstoffe gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) angewendet werden, weil es deren Abbau behindert. Gleiches gilt für die gemeinsame Anwendung mit dem Asthma-Mittel Theophyllin.

Rifampicin (Tuberkulose-Mittel), die Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital sowie das HIV-Mittel Ritonavir beschleunigen den Abbau von Febuxostat und vermindern seine Wirksamkeit. Daher sollte der Arzt eine bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn mit diesen Wirkstoffen den Harnsäuregehalt des Blutes kontrollieren. Umgekehrt kann die Beendigung einer Behandlung mit diesen Wirkstoffen zu einer verstärkten Febuxostat-Wirkung führen.

Bei Febuxostat-Behandlung von Patienten, die Antikoagulanzien zur Blutverdünnung erhalten, sollte der Arzt die Blutgerinnung sorgfältig überwachen.

Gegenanzeigen

Febuxostat darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen der Wirkstoff
  • Patienten, die die Harnsäurevorstufe Xanthin in den Harnwegen ablagern
  • schweren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder schlecht behandelbare Angina pectoris), wenn andere Behandlungsmöglichkeit bestehen
  • akuten Gichtanfällen. Mit der Behandlung sollte erst nach vollständigem Abklingen des akuten Anfalls begonnen werden.
Nur nach einer strengen ärztlichen Abwägung von Nutzen und Risiko sowie unter Aufsicht des Arztes darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • schlecht behandelbarer Herzmuskelschwäche
  • Leberfunktionsschwäche (hier sind häufige Lebertests nötig)
  • Patienten mit veränderter Schilddrüsenfunktion.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Febuxostat sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Es wurden bisher viel zu wenige Schwangere damit behandelt, um das Risiko für Mutter und Kind abzuschätzen.

Es ist nicht bekannt, ob Febuxostat beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Tierexperimente haben einen Übergang dieses Wirkstoffs in die Muttermilch und eine Beeinträchtigung der Entwicklung der gesäugten Jungtiere gezeigt. Febuxostat sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es bei Kindern und Jugendlichen keine Erfahrungen aus klinischen Studien gibt, wird die Anwendung von Febuxostat in dieser Patientengruppe nicht
empfohlen.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Daher sollte man beim Autofahren oder der Maschinenbedienung vorsichtig sein, bis man die Auswirkungen kennt.
  • Zu Beginn der Therapie sind Gichtanfälle möglich, die mit weiteren Medikamenten behandelt werden müssen.
  • Bei Fieber, Haut- und Schleimhautbeschwerden, Gesichtsschwellungen oder Augenreizungen ist sofort ein Arzt zu befragen.
  • Das Medikament enthält Laktose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Febuxodor 80 mg/ - 120 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Febuxostat (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.