Ethinylestradiol + Dienogest

Allgemeines

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Dienogest wird zur hormonalen Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille") eingesetzt. Weiterhin unterstützt die Kombination die Behandlung von Frauen mit leichter bis mittelschwerer Akne und Talgdrüsenüberproduktion. Die Anwendung bei Akne ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass örtliche Aknemittel sowie Antibiotika gegen die Hautunreinheiten nicht wirksam waren und außerdem eine Schwangerschaftsverhütung erwünscht ist.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Schwangerschaft verhüten
  • Akne lindern
  • Talgdrüsenüberproduktionen mindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ethinylestradiol + Dienogest im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Ethinylestradiol + Dienogest nicht verwendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ethinylestradiol oder Dienogest darf die Kombination nicht angewendet werden. Weitere Gegenanzeigen sind starke Blutdruckerhöhungen und migräneartige Kopfschmerzen sowie die Erkrankung Porphyrie (Blutbildungsstörung). Außerdem ist eine Behandlung mit Ethinylestradiol und Dienogest untersagt bei Blutungen im Genitalbereich unbekannter Ursache, unbehandelter Gebärmutterschleimhautvergrößerung sowie früheren oder bestehenden venösen blutpfropfbildenden und gefäßentzündlichen Erkrankungen.

Andere Gegenanzeigen sind Gefäßverstopfungen wie die Lungenembolie, Herzkranzgefäßverengung mit Brustengebeschwerden sowie Herzinfarkt.

Die Gabe von Ethinylestradiol und Dienogest ist weiterhin bei bestehendem oder überwundenem Brustkrebs oder einem entsprechenden Verdacht darauf nicht zu befürworten. Bei hormonabhängigen bösartigen Tumoren oder einem Verdacht wie beispielsweise auf Gebärmutterkrebs, darf die Wirkstoffkombination ebenfalls nicht angewandt werden.

Als Verdachtsrisikofaktoren für hormonabhängige Tumoren gelten der systemische Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte), ein krankhafter Bindgewebsumbau und eine Gebärmutterschleimhautvergrößerung in der Vorgeschichte. Risikopatienten sind weiterhin Raucherinnen unter 30 Jahren mit familiär gehäuften Zuckerunverträglichkeiten oder Zuckeraufnahmestörungen, sowie Patientinnen mit Krampfleiden, Asthma und Schwerhörigkeit. Diese Frauen sollten nicht mit der Wirkstoffkombination behandelt werden.

Bei akuter oder zurückliegender Lebererkrankung, Gelbsucht oder Gallensteinleiden müssen sich vor der Anwendung von Ethinylestradiol und Dienogest erst die Leberwerte wieder normalisieren.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eine Behandlung mit Ethinylestradiol und Dienogest sollte in der Schwangerschaft nicht erfolgen. Vor Therapiebeginn ist diese immer auszuschließen. Wenn es während der Behandlung zu einer Schwangerschaft kommt, muss die Ethinylestradiol-/Dienogest-Gabe sofort abgebrochen werden. Die Studien, die zurzeit mit Kombinationen von Östrogenen mit anderen Gestagenen relevant sind, zeigen zwar keine Missbildungen oder andere kindesschädigende Wirkungen, jedoch sind unerwünschte hormonelle Wirkungen auf die Entwicklung der Nieren und ableitenden Harnwege nicht völlig auszuschließen.

Der Einsatz von Ethinylestradiol und Dienogest ist in der Stillzeit ebenfalls nicht angezeigt. Geringe Wirkstoffmengen können in die Muttermilch übergehen, die Milchproduktion kann außerdem reduziert sein.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es besteht keine Notwendigkeit für den Einsatz bei Kindern.

Welche Nebenwirkungen können Ethinylestradiol + Dienogest haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ethinylestradiol + Dienogest. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Durchbruchblutungen (bei Hormonmangel), Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Migräne, Benommenheit, Müdigkeit, Angst, depressive Verstimmung, Bluthochdruck, Verschlechterung eines Bluthochdrucks, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Erhöhung der Leberwerte, Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, Entzündung der Scheide, Vergrößerung der Brüste, Müdigkeit, Hitzewallungen, Veränderung des Körpergewichts, Pilzerkrankungen, Beschwerden bei der Regelblutung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Nervosität, Beinkrämpfe, niedriger Blutdruck, Akne, Haarausfall, Harnwegsinfekte, Augenbeschwerden.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schlaflosigkeit, Nervosität, Gefäßentzündungen, Gefäßverschlüsse, Venenschmerzen, Beinschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Magenschleimhautentzündung, übermäßiges Schwitzen, Hautrötungen, Hautausschlag, akneähnliche Hautentzündungen, Haarausfall, Veränderung des Scheidenausflusses, Knoten in der Brust, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz und Hautausschlag, Wassereinlagerung in den Beinen, veränderte Blutfettwerte, Erhöhung der Blutzuckerwerte, verändertes sexuelles Lustempfinden, Muskelkrämpfe, Blutarmut.

Seltene Nebenwirkungen:
Depressionen, Sehstörungen, Organempfindungen, Verdauungsbeschwerden, veränderte Leberwerte, Vergrößerung von Geschwülsten in der Gebärmutter, Pilzinfektionen, erhöhter Appetit, Gewichtsverlust, aggressive Reaktionen, Gleichgültigkeit, beschleunigter Herzschlag, Herzbeschwerden, Blutergüsse, Durchblutungsstörungen, Durchfall, Juckreiz, Behaarungsmale, männliche Behaarungsmuster, Brustentzündungen, Knotenbildung in den Brüsten, Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, gutartige Tumorbildung in der Muskulatur der Gebärmutter, Eileiterentzündungen, Nebenhöhlenentzündungen, Asthma, Atemwegsinfekte, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Schwerhörigkeit, allergische Reaktionen, grippeähnliche Symptome.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung ist besonders auf Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien zu achten. Diese sind zum Beispiel starke Schmerzen oder Schwellungen eines Beins, die von Druckschmerz, Erwärmung oder Änderung der Hautfarbe des Beins begleitet sein können, plötzliche unerklärliche Atemnot, starker Brustschmerz, Symptome eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Werden solche Probleme bemerkt, ist die Einnahme sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Ethinylestradiol + Dienogest?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wirkung von Ethinylestradiol und Dienogest wird bei gleichzeitiger Anwendung von Mitteln gegen Krampfleiden (wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin) und Mitteln gegen Infektionen (wie Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin und Efavirenz) sowie durch Antibiotika verstärkt. Pflanzenpräparate, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können die Wirkung ebenfalls verstärken.

Mittel gegen Viren wie Ritonavir und Nelfinavir haben, wenn sie zeitgleich mit Ethinylestradiol und Dienogest angewandt werden, verstärkende Eigenschaften, obwohl sie eigentlich als starke Wirkungshemmer bekannt sind.

Weiterhin sind Wechselwirkungen mit Substanzen, die den biologischen Abbau von Sexualhormonen beschleunigen, zu erwarten. Dazu gehören Beruhigungsmittel (Barbiturate), Mittel gegen Infektionen (wie Rifampicin, Griseofulvin), Mittel gegen Krampfleiden (wie Barbexaclon, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Oxcarbazepin, Topiramat und Felbamat) sowie Antibiotika (wie Ampicillin und Tetracycline).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Nutzen und Risiken der Behandlung sind vom Arzt mindestens jährlich gegeneinander abzuwägen.
  • Es besteht ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen der Brust und/oder der Eierstöcke sowie für Blutgefäßverstopfungen und Schlaganfall.
  • Löst das Medikament Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien aus, muss die Einnahme sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Treten depressive Beschwerden und Stimmungsschwankungen auf, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ethinylestradiol + Dienogest?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ethinylestradiol + Dienogest enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Ethinylestradiol + Dienogest

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ethinylestradiol + Dienogest. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Kontrazeptiva, Sexualhormone, zu welcher die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Dienogest gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Dienogest

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Dienogest wird zur hormonalen Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille") eingesetzt. Weiterhin unterstützt die Kombination die Behandlung von Frauen mit leichter bis mittelschwerer Akne und Talgdrüsenüberproduktion. Die Anwendung bei Akne ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass örtliche Aknemittel sowie Antibiotika gegen die Hautunreinheiten nicht wirksam waren und außerdem eine Schwangerschaftsverhütung erwünscht ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ethinylestradiol + Dienogest sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ethinylestradiol + Dienogest

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol und Dienogest gehört zur Gruppe der Östrogen-Gestagen-Kombinationen zu Verhütung.

Ethinylestradiol ist chemisch und biologisch mit dem weiblichen Geschlechtshormon Estradiol identisch. Dienogest ist ein künstlich hergestelltes Gestagen (Gelbkörperhormon). Die Wirkstoffkombination hemmt den Eisprung und wirkt somit schwangerschaftsverhütend.

Jede Frau produziert neben weiblichen Hormonen auch eine geringe Menge männlicher Sexualhormone. Der Wirkstoff Dienogest hat zusätzlich zur empfängnisverhütenden Wirkung die Eigenschaft, den Einfluss dieser männlichen Sexualhormone im Körper abzuschwächen (antiandrogene Wirkung). Daher hilft diese Kombination auch bei der Regulation sehr starker Körperbehaarung, hormonbedingtem Haarausfall oder entzündlicher Akne.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.