Estradiol + Medroxyprogesteron

Allgemeines

Die Kombination aus Estradiol und Medroxyprogesteron wird zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden (wie beispielsweise Hitzewallungen, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen) eingesetzt, die durch einen Mangel an Östrogenen bedingt sind. Die Anwendung ist nur dann erlaubt, wenn die letzte Blutung mehr als drei Jahre zurückliegt und die Gebärmutter noch intakt ist.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Wechseljahrsbeschwerden lindern
  • Hormonmangel nach den Wechseljahren ausgleichen
  • Osteoporose vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Estradiol + Medroxyprogesteron im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Estradiol + Medroxyprogesteron nicht verwendet werden?

Estradiol und Medroxyprogesteron dürfen nicht angewendet werden bei:
  • bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe der Kombination
  • Schwangerschaft
  • bestehenden oder früheren bösartigen Tumoren, die durch Gabe von Ostradiol weiter wachsen würden (wie etwa Brustkrebs oder Tumore der Gebärmutter) sowie unbehandelten Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut oder diagnostisch nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide
  • bestehenden oder früheren schweren Lebererkrankungen (wie Leberentzündungen, Gelbsucht, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom, Porphyrie), zumindest solange sich die Leberwerte (Transaminasen) nicht normalisiert haben
  • bestehenden oder früheren Blutgefäßerkrankungen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) von Arterien oder Venen geführt haben, wie etwa schwere Venenerkrankungen, Venenthrombose, Venenentzündungen (Thrombophlebitis), einer ausgeprägten Neigung zu Krampfadern, Störungen der Blutgerinnung, Lungenembolie, Schlaganfall, Angina Pectoris, Herzinfarkt und Herzklappenfehler
  • schweren Erkrankungen oder Verschlüssen des Gehörapparates.
Bei den folgenden Erkrankungen kann die Wirkstoffkombination zwar angewendet werden, der Arzt muss jedoch durch laufende Kontrolle der entsprechenden Laborwerte die Entwicklung der Behandlung überprüfen und gegebenenfalls die Therapie abbrechen:
  • Auftreten von Brustkrebs in der nächsten Verwandtschaft (Verwandten ersten Grades)
  • Durchblutungsstörungen an Armen, Händen und Beinen
  • Blutdruckanstieg
  • Nierenfunktionsstörungen
  • erhöhte Blutfettwerte
  • vorausgegangene leichtere Leber- und Gallenblasenerkrankungen
  • Migräne oder schwere Kopfschmerzen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Epilepsie
  • Asthma
  • behandelte Endometriose
  • längere Ruhigstellung (etwa durch Bettlägerigkeit)
  • erniedrigter Kalzium-Spiegel im Blut
  • Lupus erythematodes (eine schwere Allergieerkrankung)
  • Erkrankungen des Auges, die auf einen erhöhten Blutdruck zurückzuführen sind (Verschluss der zentralen Netzhautvene, plötzlicher Sehverlust, Hervortreten des Augapfels, Doppelbilder-Sehen oder Papillenödem).


Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft und Stillzeit darf die Kombination nicht eingesetzt werden. Vor Therapiebeginn ist eine Schwangerschaft auszuschließen. Bei Eintritt einer Schwangerschaft oder Verdacht darauf ist die Kombination sofort abzusetzen. Die meisten bis heute durchgeführten Studien haben keine Hinweise auf Risiken für den Säugling ergeben, jedoch sind unerwünschte hormonelle Wirkungen auf die Entwicklung von Geschlechtsteilen und Harnwegen nicht völlig auszuschließen.

Während der Stillzeit kann die Milchproduktion herabgesetzt sein. Geringe Wirkstoffmengen können in die Milch übergehen. Daher sollte die Kombination bis zum vollständigen Abstillen des Kindes nicht verwendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für Kinder ist die Anwendung der Kombination verboten. Die versehentliche Verabreichung einer einzelnen Dosis schadet jedoch nicht.

Welche Nebenwirkungen können Estradiol + Medroxyprogesteron haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Estradiol + Medroxyprogesteron. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Unterleibsschmerzen, Verstimmungen, Angst, Leiomyom-Vergrößerung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blähungen, Brustkrebs (bei hoher Dosierung).

Seltene Nebenwirkungen:
Haarausfall, überschießende Behaarung, östrogenabhängige gut- oder bösartige Tumoren (insbesonders der Gebärmutterschleimhaut), Herzinfarkt, Schlaganfall, Gefäßverstopfungen der Venen wie Thrombosen und Lungenembolien, Hautreaktionen, Ödeme, Blutdruckanstieg, Gewichtszunahme, Brustspannen, Kopfschmerzen, Depressionen, Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Gallenstau, Libidoveränderungen, Zwischenblutungen, Scheidenausfluss.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Lebertumore.

Besonderheiten:
Nach den Wechseljahren kann es beim Einsatz der Kombination erneut zu Regelblutungen kommen. Allerdings müssen diese untersucht werden, wenn sie unregelmäßig oder verstärkt auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigen Estradiol + Medroxyprogesteron?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Substanzen, die den biologischen Abbau von Sexualhormonen beschleunigen, wie Barbiturate (gegen Epilepsie und zu Narkosen), die Antibiotika Rifampicin, Ampicillin und Tetrazykline sowie Antiepileptika wie Barbexaclon, Carbamazepin, Phenytoin und Primidon, senken den Wirkstoffspiegel der Kombination. Dadurch kann es zu Zwischenblutungen kommen.

Da die Kombination die Blutzuckerspiegel beeinflusst, ist für Insulin und orale Antidiabetika eventuell während der Behandlung mit der Kombination eine Dosisanpassung durch den behandelnden Arzt erforderlich. Gleiches gilt für Mittel, die die Blutgerinnung hemmen.

Labortests der Schilddrüsenfunktion, Blutgerinnung, des Zuckerstoffwechsels und der Leberfunktion können durch die Kombination beeinflusst werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament hat keine empfängnisverhütende Wirkung.
  • Das Medikament kann einige klinisch-chemische Laborwerte verändern (zum Beispiel Erhöhung von Blutsenkungsgeschwindigkeit, Serumkupfer- und Serumeisenwerten). Auch der Blutspiegel der alkalischen Leukozytenphosphatase kann sich durch die Behandlung erhöhen.
  • Vor und regelmäßig während der Einnahme des Medikaments sollten ärztliche Kontrolluntersuchungen erfolgen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Estradiol + Medroxyprogesteron?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Estradiol + Medroxyprogesteron enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten B
Tablette A, Tablette B

So wirkt Estradiol + Medroxyprogesteron

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Estradiol + Medroxyprogesteron. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Östrogen-Gestagen-Kombinationen bei Wechseljahrsbeschwerden, Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden, Osteoporose-Mittel, Sexualhormone, zu welcher die Wirkstoffkombination Estradiol + Medroxyprogesteron gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Estradiol + Medroxyprogesteron

Die Kombination aus Estradiol und Medroxyprogesteron wird zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden (wie beispielsweise Hitzewallungen, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen) eingesetzt, die durch einen Mangel an Östrogenen bedingt sind. Die Anwendung ist nur dann erlaubt, wenn die letzte Blutung mehr als drei Jahre zurückliegt und die Gebärmutter noch intakt ist.

Außerdem können Estradiol und Medroxyprogesteron auch vorbeugend gegen Knochenschwund (Osteoporose) eingesetzt werden. Allerdings gilt diese Anwendungsform nur für Frauen nach den Wechseljahren, die ein hohes Risiko von Knochenbrüchen haben, aber bei denen eine Unverträglichkeit gegen andere Wirkstoffe zur Behandlung von Osteoporose besteht.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Estradiol + Medroxyprogesteron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Estradiol + Medroxyprogesteron

Die Kombination Estradiol und Medroxyprogesteron gehört zur Gruppe der Östrogen-Gestagen-Kombinationen bei Wechseljahrsbeschwerden.

Estradiol (oder Östradiol) ist ein körpereigenes Sexualhormon, das an der Regulation des weiblichen Zyklus beteiligt ist, aber auch andere Organe sowie den gesamten Stoffwechsel beeinflusst. Vorteilhaft sind die Erhöhung der Knochendichte und die Verbesserung der Elastizität von Haut und Schleimhäuten. Nachteilig sind dagegen die Verkürzung der Blutgerinnungszeit mit der Gefahr von Gefäßverschlüssen (Thrombosen), die verstärkte Wassereinlagerung in den Körper und im Alter die Wachstumsförderung von Gebärmutterschleimhaut und bestimmten Tumorarten.

Gestagen-Hormone wie Medroxyprogesteron sind Gegenspieler des Östrogens. Es hängt von der gewählten Substanz ab, wie stark sie die schützenden Eigenschaften des Östrogens wieder aufhebt. In dieser Hinsicht ist Medroxyprogesteron sehr günstig, da es auf den Fettstoffwechsel, die Blutgerinnung und den Blutdruck kaum Einfluss nimmt. Medroxyprogesteron hemmt das unerwünschte Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und mindert so den wachstumsfördernden Effekt von Estradiol. Neben den Effekten auf die Gebärmutterschleimhaut sind weitere Wirkungen die Erhöhung der Zähigkeit des Schleims am Muttermund und bei entsprechender Dosierung die Unterdrückung des Eisprungs.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.