Droperidol

Allgemeines

Droperidol dient der Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen bei Erwachsenen. Bei Kindern (zwei bis elf Jahre) und Jugendlichen (zwölf bis 18 Jahre) wird der Wirkstoff nach Operationen nur dann eingesetzt, wenn andere Substanzen nicht die gewünschte Wirkung hatten.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Droperidol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Droperidol nicht verwendet werden?

Droperidol darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder dessen chemische Verwandte, zu denen viele Psychopharmaka gehören wie Haloperidol, Benperidol, Bromperidol, Melperon und Pipamperon
  • ungeklärter mangelnder Körperwärme, weil diese ein Anzeichen eines neuroleptischen Syndroms sein kann
  • Herzrhythmusstörung im Sinne einer QT-Verlängerung, sei sie bestehend, vermutet, geerbt oder durch andere Wirkstoffe verursacht
  • Mangel an Kalium oder Magnesium im Blut
  • verlangsamtem Herzschlag (unter 55 Herzschläge pro Minute, auch durch andere Medikamente)
  • Nebennierentumor (Phäochromozytom)
  • Koma
  • Parkinson-Krankheit
  • schweren Depressionen
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Droperidol eingesetzt werden bei
  • narkotisierten Patienten und solchen mit stark eingeschränkter Hirnfunktion
  • Epilepsie und Erkrankungen, die zu erhöhter Krampfneigung führen
  • schwerer Herzkrankheit in der Vorgeschichte einschließlich schwerer langsamer Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche, Angina pectoris, Verdickung des Muskels der linken Herzkammer und plötzlichem Herztod in der Familie
  • Nierenfunktionsstörungen (besonders bei Patienten, die dauerhaft einer Blutwäsche bedürfen)
  • schwerer COPD und anderen Lungenfunktionsstörungen
  • Risiko für Störungen des Mineralhaushalts durch Einnahme von Abführmitteln, Glukokortikoiden, kaliumausscheidenden Entwässerungsmitteln, Insulin, aber auch bei Erbrechen und/oder Durchfall
  • Patienten, bei denen ein Alkoholmissbrauch bekannt ist oder vermutet wird oder die kürzlich große Mengen an Alkohol zu sich genommen haben

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Obwohl es weder in Tierversuchen noch in klinischen Studien Hinweise auf schädliche Wirkungen in der Schwangerschaft gab, wird Droperidol als Vorsichtsmaßnahme bei Schwangeren nicht angewendet. Sollte im fortgeschrittenen Stadium einer Schwangerschaft die Anwendung notwendig sein, wird der Arzt besonders die Nervenfunktion des Neugeborenen sehr sorgfältig überwachen.

Es ist bekannt, dass chemisch mit Droperidol verwandte Neuroleptika in die Muttermilch gelangen. Der Arzt wird daher die Behandlung mit Droperidol auf einen einzigen Einsatz beschränken. Eine wiederholte Anwendung wird nicht empfohlen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff kann bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr nach Operationen zur Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden, jedoch nicht begleitend zu einer vom Patienten selbst gesteuerten Schmerzbehandlung.

Welche Nebenwirkungen kann Droperidol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Droperidol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Benommenheit, niedriger Blutdruck.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Ängstlichkeit, Unruhe, Sitzunruhe, unwillkürliche Muskelbewegungen, Augenverdrehen, Herzrasen, Schwindel.

Seltene Nebenwirkungen:
Allergische Reaktion, Blutgefäßschwellung, Überempfindlichkeit, Verwirrtheitszustände, Aufregung, Herzrhythmusstörungen (auch von den Herzkammern ausgehend), Ausschlag, bösartiges neuroleptisches Syndrom.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
verminderte Ausscheidung des Hormons, das die Urinauscheidung regelt, Wahnvorstellungen, epileptische Anfälle, Parkinson-Krankheit, seelisch-körperliche Überaktivität, Koma, spezielle Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, QT-Verlängerung), Ohnmacht, Bronchialkrämpfe, Kehlkopfkrampf.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung von Droperidol kommt es manchmal zu leicht bis mäßig niedrigem Blutdruck und gelegentlichem Herzrasen. Diese Reaktion klingt für gewöhnlich spontan wieder ab. Hält der niedrige Blutdruck jedoch an, kann dies an mangelnder Blutmenge liegen, die der Arzt durch Flüssigkeitszufuhr mit Infusionen ausgleichen muss.

Kommt es während der Behandlung zu einem ungeklärten Abfall der Körpertemperatur, muss die Anwendung beendet werden. Dieses Zeichen kann Vorbote eines drohenden neuroleptischen Syndroms sein.

Welche Wechselwirkungen zeigt Droperidol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Droperidol darf nicht in Kombination mit folgenden Arzneimitteln angewendet werden:Vorsicht ist bei gleichzeitiger Anwendung von Droperidol geboten bei
  • Wirkstoffen, die zu einer Störung des Mineralhaushalts führen, da es sonst zu einer QT-Verlängerung kommen kann. Dazu gehören Entwässerungsmittel (Diuretika), Abführmittel und Glukokortikoide
  • Beruhigungsmitteln (Barbiturate, Benzodiazepine, opioide Schmerzmittel, weil Droperidol deren Wirkung verstärkt
  • opioiden Schmerzmitteln, weil sie zusammen mit Droperidol besonders stark die Atemfunktion blockieren
  • Blutdrucksenker, weil auch sie in ihrer Wirkung verstärkt werden
  • Dopaminrezeptor-Agonisten wie beispielsweise Bromocriptin, Lisurid und L-Dopa, weil sie in ihrer Wirkung behindert werden
  • allen Wirkstoffen, die den Abbau von Droperidol im Körper hemmen wie die Antibiotika Ciprofloxacin und Erythromycin, der Blutverdünner Ticlopidin, die Blutdrucksenker Diltiazem, Mibefradil und Verapamil, die Pilzmittel Fluconazol, Itraconazol und Ketoconazol, die Virenhemmer Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir, das Magenmittel Cimetidin sowie das Antidepressivum Nefazodon
Außerdem darf bei der Einnahme von Droperidol auf keinen Fall Alkohol getrunken werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung muss auf Alkohol verzichtet werden.
  • Kommt es nach der Behandlung zu anhaltend niedrigem Blutdruck, kann dies an mangelnder Blutmenge liegen, die der Arzt durch Flüssigkeitszufuhr ausgleichen muss.
  • Bei einem ungeklärten Abfall der Körpertemperatur muss die Anwendung des Medikaments beendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Droperidol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Droperidol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Droperidol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Droperidol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Droperidol gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Droperidol

Droperidol dient der Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen bei Erwachsenen. Bei Kindern (zwei bis elf Jahre) und Jugendlichen (zwölf bis 18 Jahre) wird der Wirkstoff nach Operationen nur dann eingesetzt, wenn andere Substanzen nicht die gewünschte Wirkung hatten.

Des Weiteren wird Droperidol zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen eingesetzt, wenn diese Beschwerden nach Operationen im Rahmen einer selbst gesteuerten Schmerztherapie mit opioiden Schmerzmitteln auftreten.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Droperidol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Droperidol

Droperidol gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen) und gleichzeitig zu den Neuroleptika.

Der Wirkstoff hemmt die Wirkung des Nervenbotenstoffs Dopamin, indem er die Bindungsstelle (Rezeptor) für diesen besetzt. Geschieht dies in bestimmten Regionen des Gehirns, wird eine starke Hemmung von Übelkeit und Erbrechen erzielt. Gleichzeitig wirkt Droperidol schwach beruhigend durch die Unterdrückung der Wirkung des Nervenbotenstoffs und Stresshormons Adrenalin. Dieser Effekt macht sich vor allem durch einen Abfall des Blutdrucks bemerkbar.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.