Doxylamin

Allgemeines

Doxylamin wird zur Behandlung von allergischen Reaktionen (Allergie) der oberen und unteren Atemwege wie bei Heuschnupfen und anderen Formen von allergischem Schnupfen sowie bei allergischen Bronchialkrämpfen und Krampfhusten (nächtliche krampfartige Hustenanfälle bei Kindern) eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • allergische Reaktionen bei Heuschnupfen, allergischem Schnupfen, Bronchialkrämpfen und Krampfhusten lindern
  • Juckreiz, Ausschlag und Schwellungen bei allergisch bedingten Hauterkrankungen (Allergie) lindern
  • Schlafstörungen behandeln
  • Unruhe und Erregungszustände bei Kindern behandeln
  • nervöse Patienten beruhigen
  • Nervosität vermindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Doxylamin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Doxylamin nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen Doxylamin oder andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Antihistaminika
  • Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung
  • der Augenkrankheit Grüner Star (Engwinkelglaukom)
  • Störungen bei der Bildung des roten Blutfarbstoffs (Porphyrie)
  • einem akuten Asthmaanfall
  • Hirnschäden in der Großhirnrinde oder der Neigung zu Krampfleiden (Epilepsie), weil Doxylamin Krampfanfälle auslösen kann
  • Tumoren im Nebennierenmark (Phäochromozytom).
  • Gabe von MAO-Hemmern gegen Depressionen.
Eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung der Anwendung ist nötig bei akuten Vergiftungen durch Alkohol, Schlafmittel oder Schmerzmittel sowie durch so genannte Psychopharmaka wie Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva und Lithium.

Eine besondere ärztliche Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit
  • Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz)
  • eingeschränkter Leberfunktion
  • Vorschädigung des Herzens und Bluthochdruck
  • chronischen Atembeschwerden und Asthma
  • chronischem Sodbrennen.


Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während des ersten Drittels der Schwangerschaft darf Doxylamin nicht angewendet werden, da das Ungeborene stark geschädigt werden kann. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ist der Wirkstoff nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abschätzung einzusetzen.

Auch während der Stillzeit erfordert die Anwendung eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abschätzung, da der Wirkstoff in sehr geringen Mengen in die Muttermilch übergehen und den Säugling schädigen kann. Bei einigen Herstellern wird daher für die Dauer der Behandlung Abstillen empfohlen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche können mit Doxylamin zur Bekämpfung allergischer Beschwerden behandelt werden. Der Einsatz des Wirkstoffes als Schlafmittel ist bei einigen Herstellern verboten, bei anderen ab dem sechsten Lebensmonat erlaubt, sofern die Ein- und Durchschlafstörungen nicht Folgeerscheinungen anderer behandlungsbedürftiger Grunderkrankungen sind.

Es gibt Hinweise, dass besonders Kleinkinder und Säuglinge bei Behandlung von Schlafstörungen mit Doxylamin ein erhöhtes Risiko für unregelmäßiges Atmen und Atemstillstand haben. Ebenfalls erhöht ist in dieser Patientengruppe das Risiko für gegenteilige Effekte wie Unruhe, Erregung, Schlaflosigkeit und Angstzustände – sowie im Falle von Überdosierungen – für Bewusstseinstrübungen und Krampanfälle. Den Dosierungsempfehlungen ist daher genau zu folgen und Überdosierungen sind unbedingt zu vermeiden.

Welche Nebenwirkungen kann Doxylamin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Doxylamin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen:
Krämpfe (Epilepsie).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Darmlähmung mit lebensbedrohlichem Darmverschluss; Blutarmut (Anämie); Blutbildveränderungen wie Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie); Verminderung der Blutplättchen (Thrombopenie).

Nebenwirkungen ohne Angaben der Häufigkeit:
Schwindel; Konzentrationsstörungen; Kopfschmerzen; Depressionen; Muskelschwäche; Ohrgeräusche (Tinnitus); Benommenheit; Reaktionszeitverlängerung; Schläfrigkeit; Mattigkeit; Augenmuskelfunktionsstörungen (Akkommodations-Störungen); Mundtrockenheit; Gefühl der verstopften Nase; Augeninnendruckerhöhung; Verstopfung; Harnverhalten; Übelkeit und Erbrechen; Durchfall; Appetitverlust; Appetitzunahme; Magenschmerzen; Herzrasen und Herzrhythmusstörungen; Bluthochdruck; Blutdruckabfall; Verschlechterung einer Herzmuskelschwäche; EKG-Veränderungen; Atemfunktionsbeeinträchtigungen, allergische Reaktionen, Haut-Lichtempfindlichkeit, Körpertemperatur-Veränderung, Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Alpträume, Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, Zittern.

Besonderheiten:
Nach längerfristiger täglicher Anwendung können durch plötzliches Absetzen des Wirkstoffs die Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten.

Die während der Behandlung möglicherweise auftretenden Beschwerden wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Alpträume, Verwirrtheit, Wahnvorstellungen und Zittern werden als paradox bezeichnet, weil der Wirkstoff als Schlafmittel eigentlich gegenteilige Wirkungen haben sollte.

Welche Wechselwirkungen zeigt Doxylamin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Gabe von Doxylamin und anderen zentraldämpfenden Wirkstoffen wie zum Beispiel Neuroleptika, Tranquilizern, Antidepressiva, Hypnotika, Schmerzmittel, Narkosemittel oder Antiepileptika kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkung kommen. Dies gilt insbesondere für gleichzeitigen Alkoholgenuss, wodurch die Wirkungen von Doxylamin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt werden können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Doxylamin und dem Antiepileptikum Phenytoin wird die Phenytoin-Wirkung abgeschwächt.

Zusammen mit Wirkstoffen, die das parasympathische Nervensystem hemmen wie zum Beispiel Biperiden (Mittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit), MAO-Hemmer oder trizyklischen Antidepressiva, kann es zu lebensbedrohlichen Darmlähmungen, Harnverhalten und einer Erhöhung des Augeninnendrucks kommen. MAO-Hemmer können zudem in Wechselwirkung mit Doxylamin zu niedrigem Blutdruck und einer Unterdrückung der Gehirnfunktion sowie der Atemfunktion führen.

Zusammen mit den Blutdrucksenkern Guanabenz und Clonidin sowie Alpha-Methyldopa können verstärkt Müdigkeit und Mattigkeit auftreten.

Die gleichzeitige Gabe von Epinephrin (Mittel zur Steigerung des Blutdrucks) kann gegenteiligerweise zu einem weiteren Blutdruckabfall führen.

Die Symptome einer beginnenden Innenohrschädigung, hervorgerufen durch Aminoglykosid-Antibiotika, einige Schmerzmittel und einige Entwässerungsmittel können durch Doxylamin unterdrückt werden und damit unerkannt bleiben. Doxylamin führt außerdem manchmal zu verfälschten Ergebnissen von Hauttests.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei länger anhaltenden Schlafstörungen sollte keine Dauerbehandlung mit dem Medikament erfolgen, sondern der behandelnde Arzt aufgesucht werden.
  • Die Einnahme des Medikaments kann bei Älteren die Sturzgefahr erhöhen.
  • Bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern muss besonders genau auf die Einhaltung der Dosierungsangaben geachtet werden.
  • Das Medikament kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren oder die Bedienung von Maschinen gefährlich sind. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Doxylamin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Doxylamin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Brausetabletten
Tabletten
Tabletten

So wirkt Doxylamin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Doxylamin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen H1-Antihistaminika, Schlafmittel, Antiallergika, zu welcher der Wirkstoff Doxylamin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Doxylamin

Doxylamin wird zur Behandlung von allergischen Reaktionen (Allergie) der oberen und unteren Atemwege wie bei Heuschnupfen und anderen Formen von allergischem Schnupfen sowie bei allergischen Bronchialkrämpfen und Krampfhusten (nächtliche krampfartige Hustenanfälle bei Kindern) eingesetzt.

Außerdem wird der Wirkstoff zur Linderung allergischer Symptome wie Juckreiz, Ausschlag und Schwellungen bei allergisch bedingten Hauterkrankungen angewendet.

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Schlafstörungen, wo Doxylamin aufgrund seiner müde machenden Wirkung verabreicht wird. Der Wirkstoff zeigt vor allem bei der Beruhigung vor dem Einschlafen sowie bei unruhigem Schlaf eine gute Wirkung und wird daher häufig bei Ein- und Durchschlafstörungen gegeben. Allerdings wird Doxylamin nur ärztlich verordnet, wenn die Schlafstörungen so schwerwiegend sind, dass sie mit Medikamenten behandelt werden müssen.

Doxylamin kann außerdem bei Kindern zur Behandlung von Unruhe und Erregungszuständen sowie zur Ruhigstellung nervöser Patienten (Nervosität) verwendet werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Doxylamin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Doxylamin

Doxylamin ist ein H1-Antihistaminikum und unterdrückt wie alle Vertreter dieser Wirkstoffgruppe allergische Reaktionen. Es blockiert im Gewebe spezielle Bindungsstellen für Histamin, die Histamin-H1-Rezeptoren. Histamin wird weiterhin freigesetzt, doch findet es nicht mehr genügend freie Bindungsstellen, um seine Wirkung auszuüben. Typische Allergie-Symptome wie Rötung und Juckreiz, tränende Augen, geschwollene Nasenschleimhäute, Niesen und Nasenfluss werden gebessert.

Weiterhin wirkt Doxylamin auch auf die Bindungsstellen für Histamin im Gehirn. Dies erklärt seine beruhigende (sedierende) und müde machende Wirkung und ist der Grund dafür, warum der Wirkstoff häufig bei Patienten mit Schlafstörungen und Nervosität erfolgreich zur Anwendung kommt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.