Ceritinib

Allgemeines

Ceritinib wird bei speziellen Formen von Lungenkrebs angewendet. Es dient der Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Krebsformen, die ein besonderes Enzym aufweisen (die anaplastische Lymphomkinase) und bereits mit Crizotinib vorbehandelt wurden. Crizotinib ist ein anderer Wirkstoff, der das körpereigene Immunsystem beeinflusst.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Vermehrung von Krebszellen unterdrücken
  • ein für Krebszellen wichtiges Enzym (ALK) hemmen
  • Krebswachstum zum Stillstand bringen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ceritinib im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ceritinib nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Ceritinib nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Ceritinib eingesetzt werden bei
  • Patienten mit langsamen Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise der QT-Verlängerung, da sich diese durch die Behandlung verstärken können
  • Zuckerkranken, da der Wirkstoff eine Überzuckerung verstärken kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu drei Monate nach der Behandlung mit Ceritinib eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Bisher gibt es keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Ceritinib in der Schwangerschaft oder Erkenntnisse dazu aus Tierversuchen. Daher darf der Wirkstoff während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass der Arzt eine Behandlung damit aufgrund des Gesundheitszustandes der Frau für erforderlich hält.

Es ist nicht bekannt, ob Ceritinib oder seine Stoffwechselprodukte in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das Neugeborene und Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt entscheidet darüber, ob das Stillen oder die Behandlung zu unterbrechen ist oder ob er ganz auf die Therapie mit dem Wirkstoff verzichtet. Dabei berücksichtigt er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau.

Es ist nicht bekannt, ob Ceritinib bei Männern oder Frauen Unfruchtbarkeit verursachen kann.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ceritinib wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter bis 18 Jahre nicht erwiesen. Daher darf der Wirkstoff in dieser Altersgruppe nicht zur Anwendung kommen.

Welche Nebenwirkungen kann Ceritinib haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ceritinib. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, verminderter Appetit, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Speiseröhrenerkrankung, Verstopfung, Hautausschlag, Müdigkeit, erhöhter Kreatinin-Wert im Blut.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutzucker-Überschuss, zu hoher Phosphat-Wert im Blut, Sehstörungen, Herzbeutelentzündung, zu langsamer Herzschlag, >link="A">Lungenentzündung, unnormale Leberwerte, Nierenversagen, eingeschränkte Nierenfunktion, QT-Verlängerung im EKG, erhöhter Lipase-Wert im Blut.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Leberschädigung.

Besonderheiten:
Die Leberwerte sind vor Beginn der Behandlung, alle zwei Wochen während des ersten Monats und danach monatlich vom Arzt zu bestimmen, um die Leberfunktion zu kontrollieren.

Kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, Durchfällen oder Verstopfung, können diese Nebenwirkungen durch die gleichzeitige Gabe beispielsweise von Antiemetika, Abführmitteln und Mitteln gegen Durchfallerkrankungen und/oder durch eine Dosisverminderung oder Behandlungsunterbrechung gebessert werden.

Patienten mit Lungenbeschwerden, die auf eine Lungenentzündung hindeuten, müssen vom Arzt sorgfältig überwacht werden.

Das Risiko eines Blutzuckeranstieges war bei Patienten mit Zuckerkrankheit und/oder gleichzeitiger Anwendung von Glukokortikoiden erhöht. Eine ärztliche Kontrolle des Nüchternblutzuckers ist vor Beginn der Behandlung mit Ceritinib und regelmäßig danach erforderlich. Wenn nötig, müssen dagegen blutzuckersenkende Medikamente eingesetzt werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ceritinib?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wenn sich die Kombination von Ceritinib mit starken Hemmstoffen für seine abbauenden Enzyme nicht vermeiden lässt, wird der Arzt die Ceritinib-Dosis um etwa ein Drittel vermindern. Zu diesen Wirkstoffen gehören die virenhemmenden Mittel Ritonavir und Saquinavir, das Antibiotikum Telithromycin, die Pilzmittel Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol und Posaconazol sowie das Psychopharmakon Nefazodon. Nach Ende einer Behandlung mit den vorgenannten muss die Ceritinib-Dosis wieder auf die Stärke vor der Gabe erhöht werden, um eine zu schwache Dosierung zu verhindern.

Andere Wirkstoffe fördern den Abbau von Ceritinib im Körper. Dazu gehören die Antiepileptika Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin, die Tuberkulose-Mittel Rifabutin und Rifampicin, sowie Johanniskraut (gegen Depressionen). Magensäureblocker (wie Protonenpumpenhemmer, H2-Rezeptorantagonisten und Antazida) können die Löslichkeit von Ceritinib beeinflussen und seine Aufnahme in den Körper hemmen, da Ceritinib sich im Sauren besser löst.

Ceritinib seinerseits kann die Wirkung und Nebenwirkung anderer Substanzen verstärken, indem es deren Abbau im Körper hemmt. Dies ist der Fall für das H1-Antihistaminikum Astemizol, das Magenmittel Cisaprid, die Immunmodulatoren Ciclosporin, Tacrolimus und Sirolimus, das Mutterkorn-Alkaloid Ergotamin, das opioiden Schmerzmittel Fentanyl, die Antiepileptika Phenytoin und Valproinsäure, das Antiarrhythmikum Chinidin, den Blutverdünner Warfarin, die Narkosemittel Halothan und Methoxyfluran, das Schmerzmittel Paracetamol und das Psychopharmakon Pimozid. Die gleichzeitige Anwendung sollte daher vermieden werden.

Ärztliche Vorsicht ist auch geboten bei gleichzeitiger Gabe der Statine Rosuvastatin und Pravastatin, dem Zytostatikum Topotecan, dem Entzündungshemmer Sulfasalazin, dem Herzglykosid Digoxin, dem Blutverdünner Dabigatran und dem Gichtmittel Colchicin. Hier sind Nebenwirkungen genau zu beobachten und gegebenenfalls dem Arzt mitzuteilen.

Ceritinib kann den Herzschlag verlangsamen und ist daher bei Patienten mit QT-Verlängerung oder Neigung hierzu mit Vorsicht anzuwenden. Dies gilt auch für Patienten, die mit Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid oder mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, die das QT-Intervall verlängern können. Die ist beispielsweise der Fall bei dem H1-Antihistaminikum Astemizol, den Magen-Darm-Mitteln Cisaprid und Domperidon, den Malariamitteln Chloroquin und Halofantrin, den Antibiotika Clarithromycin und Moxifloxacin, den Psychopharmaka Droperidol und Haloperidol sowie dem Drogen-Ersatzstoff Methadon. Im Fall der gleichzeitigen Gabe muss der Arzt die Herztätigkeit sorgfältig überwachen.

Die empfängnisverhütende Wirksamkeit einer gleichzeitig eingenommenen "Pille" kann verringert sein.

Ebenfalls mit Vorsicht ist der Konsum von Alkohol und Nikotin während der Behandlung mit Ceritinib zu handhaben, da der Wirkstoff die Wirkung und Nebenwirkung auch dieser Genussmittel verändert.

Wird Ceritinib zusammen mit Nahrung eingenommen, nimmt seine Aufnahme in den Körper zu, je fetter die Speisen sind. Ceritinib ist daher nüchtern einzunehmen: Mindestens zwei Stunden vor und zwei Stunden nach der Einnahme sollte keine Nahrung aufgenommen werden. Daneben sind besonders Grapefruits und Grapefruitsaft zu meiden, da diese die Aufnahme von Ceritinib in den Körper stark fördern und die Nebenwirkungen so erhöhen können.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während und bis zu drei Monate nach der Behandlung mit dem Medikament ist eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden.
  • Die Leberwerte sind vor Beginn der Behandlung, alle zwei Wochen während des ersten Monats und danach monatlich vom Arzt zu bestimmen.
  • Bei Lungenbeschwerden, die auf eine Lungenentzündung hindeuten, ist sofort ein Arzt zu befragen.
  • Eine ärztliche Kontrolle des Nüchternblutzuckers ist vor Beginn der Behandlung mit Ceritinib und regelmäßig danach erforderlich.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament sind Alkohol, Nikotin und Grapefruit-Produkte zu meiden.
  • Zwei Stunden vor und nach der Einnahme des Medikaments darf nichts gegessen werden.
  • Die Behandlung mit dem Medikament darf nur durch Ärzte erfolgen, die erfahren in der Therapie von Krebserkrankungen sind.
  • Beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen während der Behandlung ist Vorsicht geboten, da Müdigkeit oder Sehstörungen auftreten können.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ceritinib?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ceritinib enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Ceritinib

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ceritinib. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Ceritinib gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Ceritinib

Ceritinib wird bei speziellen Formen von Lungenkrebs angewendet. Es dient der Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Krebsformen, die ein besonderes Enzym aufweisen (die anaplastische Lymphomkinase) und bereits mit Crizotinib vorbehandelt wurden. Crizotinib ist ein anderer Wirkstoff, der das körpereigene Immunsystem beeinflusst.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ceritinib sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Ceritinib

    Ceritinib gehört sowohl zur Wirkstoffgruppe der immunstärkenden und -schwächenden Mittel als auch der Zytostatika.

    Ceritinib hemmt gezielt und wirksam das Enzym anaplastische Lymphomkinase (ALK). Normalerweise spielt ALK eine Rolle bei der Entwicklung des Nervensystems. Aber auch einige Krebsarten wie beispielsweise der nicht-kleinzellige Lungenkrebs führen zu einer vermehrten Aktivität dieses Enzyms. Es verbindet sich mit einem bestimmten Eiweiß zu einem Produkt, das die Bildung und Vermehrung von entarteten Zellen fördert.

    Ceritinib kann diesen Teufelskreis unterbrechen, indem es die Aktivität von ALK bremst. Im Labor konnte dadurch die Vermehrung von nicht-kleinzelligen Lungenkrebszellen gestoppt und das Wachstum des Krebsgewebes verhindert werden.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.