Canagliflozin + Metformin

Allgemeines

Die Kombination wird zusätzlich zu Diät und Bewegung angewendet bei Erwachsenen ab 18 Jahren mit Diabetes mellitus vom Typ 2.

Die Wirkstoffkombination dient der Behandlung von Patienten, bei denen
  • Metformin in den maximal verträglichen Dosen allein den Blutzucker nicht ausreichend senkt
  • Metformin in den maximal verträglichen Dosen zusammen mit anderen Antidiabetika einschließlich Insulin nicht ausreichend wirksam ist
  • bereits Canagliflozin und Metformin als einzelne Tabletten verwendet wurden.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Hemmung des Eiweißes SGLT2 für den Glukosetransport
  • Verhinderung der Wiederaufnahme ausgeschiedener Glucose aus dem Urin
  • vermehrte Wasserausscheidung
  • Senkung von erhöhtem Blutdruck
  • Gewichtsabnahme durch vermehrte Kalorienausscheidung
  • Hemmung der Freisetzung von Zucker aus seiner Speicherform in der Leber
  • Verhinderung der Neubildung von Glukose in der Leber
  • Verbesserung der Glukose-Nutzung in den Körperzellen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Canagliflozin + Metformin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Canagliflozin + Metformin nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Canagliflozin oder Metformin
  • Stoffwechselentgleisungen wie der Übersäuerung des Körpers (diabetische Ketoazidose) oder bei Vorstufen des diabetischen Komas
  • mäßiger und schwerer Nierenfunktionsstörung
  • akuten Erkrankungen, die sich auf die Nierenfunktion auswirken können wie Austrocknung, schwere Infektion oder Schock
  • akuten oder chronischen Erkrankungen, die Sauerstoffmangel im Gewebe verursachen können wie Funktionsstörungen des Herzens oder der Atemwege, kürzlich aufgetretener Herzinfarkt oder Schock
  • Leberfunktionsstörungen, akuter Alkoholvergiftung oder Alkoholismus.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination verwendet werden bei
  • älteren Patienten, weil diese oft umbemerkt eine Nierenfunktionsstörung haben
  • allen Situationen, die Nierenfunktionsstörungen begünstigen wie dem Beginn einer Therapie mit Blutdrucksenkern oder Entwässerungsmitteln (Diuretika) und zu Beginn einer Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika oder der Gabe jodhaltiger Röntgen-Kontrastmittel
  • Operationen; hier darf die Kombination 48 Stunden davor und danach nicht angewendet werden
  • Patienten mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, bei Therapie mit Blutdrucksenkern, Erbrechen oder Durchfall, weil die Blutmenge dann zu sehr abnehmen kann
  • Patienten mit zu vielen Blutzellen (erhöhtem Hämatokrit), weil Canagliflozin das Blut noch weiter "eindickt"
  • Pilzinfektionen der Harnwege und Geschlechtsteile in der Vorgeschichte, weil diese durch den erhöhten Glukose-Gehalt des Urins begünstigt werden
  • Patienten mit einer stärkeren oder starken Herzmuskelschwäche, weil es dazu nur wenige beziehungsweise keine Erkenntnisse aus Studien gibt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tierexperimente zu Canagliflozin haben gezeigt, dass der Wirkstoff eine schädliche Wirkung auf die Nachkommen hat. Obwohl dies bei Metformin nicht der Fall ist, sollte die Kombination daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Wenn eine Schwangerschaft festgestellt wird, sollte die Behandlung beendet werden.

In Tierexperimenten gingen Canagliflozin und / oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch über und erzeugten unerwünschte Wirkungen bei den Jungen. Bei Metformin war das weniger Fall. Ein Risiko für Neugeborene / Säuglinge kann so nicht ausgeschlossen werden, daher sollte die Kombination während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht durch klinische Studien erwiesen. Eine Anwendung bei dieser Altersgruppe ist daher untersagt.

Welche Nebenwirkungen können Canagliflozin + Metformin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Canagliflozin + Metformin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung (bei Kombination mit Insulin oder einem Sulfonylharnstoff), Pilzinfektionen der Scheide.

Häufige Nebenwirkungen:
Verstopfung, Durst, Übelkeit, häufiges (auch nächtliches) Wasserlassen, Harnwegsinfektionen, Eichel- und Vorhautentzündung, Fettstoffwechselstörung, dickflüssiges Blut (erhöhter Hämatokrit).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Austrocknung, Schwindel nach dem Urinieren, Ohnmacht, niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Hautausschlag, Nesselsucht, Knochenbrüche, erhöhter Kreatinin-Wert im Blut, erhöhter Harnstoff-Wert im Blut, erhöhter Kalium-Wert im Blut, erhöhter Phosphat-Wert im Blut.

Besonderheiten:
Es kann im Rahmen der Erkrankung zu einer Übersäuerung des Körpers (Ketoazidose) kommen, die eine ernste Komplikation darstellt. Anzeichen sind Muskelkrämpfe zusammen mit Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen und schwerer Schwäche, Atemprobleme, erniedrigte Körpertemperatur und Koma. Treten solche Anzeichen auf, muss die Therapie mit der Kombination sofort beendet werden.

Da die Nierenfunktion sehr wichtig für die Wirkung der Kombination ist, muss der Arzt sie regelmäßig überprüfen. Bei Nierengesunden sollte dies mindestens einmal jährlich und bei Nierenkranken sowie bei älteren Patienten mindestens zwei- bis viermal jährlich der Fall sein.

Anwender der Kombination haben ein erhöhtes Risiko von Infektionen und Durchblutungsstörungen an den Füßen. Dies kann so weit gehen, dass vor allem die Zehen abgenommen werden müssen. Eine medizinische Fußpflege ist daher anzuraten. Bei Schmerzen der Füße oder Auffälligkeiten, wie Verletzungen oder Hautverfärbungen, ist umgehend der behandelnde Arzt aufzusuchen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Canagliflozin + Metformin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei den Wechselwirkungen sind jeweils diejenigen der beiden Kombinationspartner zu beachten.

Canagliflozin kann die Wirkung von Entwässerungsmitteln (Diuretika) verstärken, was das Risiko für Austrocknung und niedrigen Blutdruck erhöht. Außerdem vermindern insbesondere Schleifendiuretika die Nierenfunktion, was eine Übersäuerung des Körpers infolge von Metformin wahrscheinlicher macht. Die gemeinsame Anwendung mit der Kombination ist daher zu vermeiden.

Insulin und Sulfonylharnstoffe können Unterzuckerungen verursachen. Um dieses Risiko einzuschränken, wird der Arzt möglicherweise die Dosierung dieser Medikamente bei Anwendung der Kombination verringern.

Canagliflozin wird von einem leicht beeinflussbaren Enzym-System abgebaut. Wird dieses aktiviert, kann die Wirkung daher verringert sein. Stoffe wie Johanniskraut (gegen Depressionen), das Tuberkulose-Mittel Rifampicin, Antiepileptika (Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin) und die Virenhemmstoffe Ritonavir und Efavirenz) sollten daher nicht zusammen mit der Kombination Verwendung finden.

Cholestyramin (bei Fettstoffwechselstörungen) kann möglicherweise die Aufnahme von Canagliflozin aus dem Darm vermindern. Die Einnahme von Canagliflozin sollte mindestens eine Stunde vor oder vier bis sechs Stunden nach Einnahme von Cholestyramin erfolgen, um eine Wechselwirkung zu verhindern.

Canagliflozin nimmt seinerseits auch Einfluss auf einige Wirkstoffe: So erhöht es die Blutkonzentrationen des Herzglykosids Digoxin, des Gerinnungshemmers Dabitragan und von Simvastatin sowie Rosuvastatin (gegen Fettstoffwechselstörungen).

Metformin verursacht im Falle einer akuten Alkoholvergiftung ein erhöhtes Risiko für Körperübersäuerung. Dies gilt besonders bei geringer Nahrungsaufnahme, Mangelernährung und Leberfunktionsstörungen. Auf Alkoholkonsum und die Anwendung alkoholhaltiger Medikamente sollte man daher während der Anwendung der Kombination verzichten.

Die Gabe jodhaltiger Röntgen-Kontrastmittel in die Vene kann zu Nierenversagen führen. Dadurch kann sich Metformin im Körper ansammeln und eine Übersäuerung herbeiführen. Die Behandlung mit der Kombination muss daher vor oder zum Zeitpunkt der Untersuchung beendet werden und darf frühestens 48 Stunden danach wieder aufgenommen werden. Der Arzt wird vorher die Nierenfunktion kontrollieren.

Wirkstoffe, die in die Nierenkanälchen ausgeschieden werden, wie beispielsweise das Magenmittel Cimetidin, können mit Metformin um das dafür nötige Transporteiweiß konkurrieren. So erhöht sich die Metformin-Konzentration im Blut und die Wirkung ist verstärkt. Der Arzt wird den Blutzucker häufiger kontrollieren und die Dosierung sowie Medikation gegebenenfalls verändern.

Glukokortikoide, Antiasthmatika aus der Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika und Entwässerungsmittel (Diuretika) besitzen eine blutzuckersteigernde Wirkung. Bei Anwendung zusammen mit Canagliflozin und Metformin muss der Arzt den Blutzucker häufiger kontrollieren, insbesondere zu Beginn einer Behandlung mit derartigen Medikamenten. Bei Bedarf wird der Arzt die Dosis der blutzuckersenkenden Substanzen anpassen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Einnahme des Medikaments sollten Sie auf Alkohol verzichten.
  • Muskelkrämpfe zusammen mit Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen und schwerer Schwäche, Atemprobleme und erniedrigte Körpertemperatur können Anzeichen einer Übersäuerung sein. Bei solchen Beschwerden sollten Sie die Einnahme sofort unterbrechen und einen Arzt aufsuchen.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament sind regelmäßige ärztliche Kontrollen der Nierenfunktion wichtig.
  • Das Medikament darf auf keinen Fall bei einem Diabetes mellitus vom Typ 1 eingesetzt werden.
  • Bei Schmerzen der Füße oder Auffälligkeiten, wie Verletzungen oder Hautverfärbungen, ist umgehend der behandelnde Arzt aufzusuchen. Eine medizinische Fußpflege ist empfehlenswert.
  • Aufgrund des Wirkmechanismus von Canagliflozin erzeugt das Medikament ein positives Ergebnis beim Test auf Glukose im Urin.
  • In Kombination mit anderen Antidiabetika kann es zu Schwindel oder Blutdrucksenkung kommen, die Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Canagliflozin + Metformin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Canagliflozin + Metformin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Canagliflozin + Metformin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Canagliflozin + Metformin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen orale Antidiabetika, Antidiabetika, zu welcher die Wirkstoffkombination Canagliflozin + Metformin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Canagliflozin + Metformin

Die Kombination wird zusätzlich zu Diät und Bewegung angewendet bei Erwachsenen ab 18 Jahren mit Diabetes mellitus vom Typ 2.

Die Wirkstoffkombination dient der Behandlung von Patienten, bei denen
  • Metformin in den maximal verträglichen Dosen allein den Blutzucker nicht ausreichend senkt
  • Metformin in den maximal verträglichen Dosen zusammen mit anderen Antidiabetika einschließlich Insulin nicht ausreichend wirksam ist
  • bereits Canagliflozin und Metformin als einzelne Tabletten verwendet wurden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Canagliflozin + Metformin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Canagliflozin + Metformin

Die Kombination besteht aus zwei blutzuckersenkenden oralen Antidiabetika (zum Einnehmen) mit unterschiedlichen, sich gegenseitig ergänzenden Wirkmechanismen. Canagliflozin gehört dabei zur neuen Untergruppe der SGLT2-Transporter-Hemmer und Metformin zählt zur Klasse der Biguanide.

Eine Großteil der Glukose, die die Nieren aus dem Blut filtern, wird dem Körper wieder zurückgegeben. Dazu dient das spezielle Transport-Eiweiß SGLT2, das in den Nierenkanälchen wirksam ist. Bei Diabetikern ist dieses Eiweiß besonders aktiv, was zu den anhaltend erhöhten Konzentrationen an Blutzucker beitragen kann. Canagliflozin hemmt dieses Transporteiweiß und vermindert so die Wiederaufnahme der gefilterten Glukose, die dann mit dem Urin vermehrt ausgeschieden wird. Die im Urin enthaltene Glukose bindet Wasser an sich. Durch die gesteigerte Wasserausscheidung ist auch die Menge des kreisenden Blutes verringert und damit sinkt der Blutdruck. Da die vermehrt ausgeschiedene Glukose einen Kalorienverlust bedeutet, verlieren Patienten, die mit Canagliflozin behandelt werden, an Körpergewicht. Die Wirkung von Canagliflozin ist nicht vom Vorhandensein körpereigenen Insulins abhängig.

Metformin wirkt, wie alle Biguanide, vor allem in der Leber. Dort verringert es einerseits die Zuckerproduktion, hemmt aber dort auch die Freisetzung von Zucker aus seiner Speicherform. Im Körpergewebe verbessert Metformin die Energiegewinnung aus dem Zucker. Dadurch sinken die Blutzuckerwerte und gleichzeitig haben die Körperzellen mehr Energie zur Verfügung. Da diese Wirkungen jedoch von einer noch erhaltenen Restproduktion von Insulin abhängig sind, können Biguanide ausschließlich bei Diabetes mellitus vom Typ 2 verwendet werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.