Zithromax Trockensaft

Hersteller: PFIZER GmbH
Wirkstoff: Azithromycin
Darreichnungsform: Trockensaft
Rezeptpflichtig

Wirkung

Zithromax Trockensaft enthält den Wirkstoff Azithromycin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Zithromax Trockensaft.

Azithromycin wird zur Behandlung von bakteriellen Infektionen der oberen und unteren Atemwege angewandt. Dazu zählen Nasennebenhöhlenentzündungen, Rachenentzündungen und Mandelentzündungen sowie Infektionen der Bronchien und Lungenentzündungen. Als Infusion in die Vene ist es bei letzteren selbst bei der Legionärskrankheit wirksam. Zusätzlich wird es bei Mittelohrentzündungen eingesetzt.

Azithromycin ist nicht das Mittel der ersten Wahl bei Mandel- oder Rachenentzündung, die durch Erreger aus der Gruppe der Streptokokken verursacht sind. Dies gilt auch für die vorbeugende Gabe gegen rheumatisches Fieber.

Azithromycin ist ebenfalls bei Hautinfektionen und Infektionen der Weichteile wirksam.

Der Wirkstoff wird außerdem nach Übertragung von Stammzellen als Dauertherapie eingesetzt, um eine Lungenentzündung zu verhindern. Allerdings scheint diese Behandlung die Rückfallrate bei Blutkrebs zu erhöhen.

Außerdem kann Azithromycin bei Infektionen der Geschlechtsteile durch Tripper-Erreger oder Chlamydien eingenommen werden. Als Infusion in die Vene wird der Wirkstoff bei Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke, aber auch von Samenleiter, Samenbläschen, Prostatadrüse und den Nebenhoden eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Azithromycin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Makrolid-Antibiotika, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Azithromycin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Infektionen der oberen Atemwege einschließlich Nasennebenhöhlenentzündung, Rachenentzündung, Mandelentzündung
  • Infektionen der unteren Atemwege einschließlich Bronchitis und Lungenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Haut- und Weichteilinfektionen
  • unkomplizierte Infektionen der Geschlechtsteile durch Tripper (Gonorrhoe) oder Chlamydien (azithromycinempfindliche Stämme), wobei eine gleichzeitige Syphilis-Erkrankung ausgeschlossen werden sollte

Dosierung

Das Medikament ist für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis 45 Kilogramm Körpergewicht gedacht. Für schwerere Kinder und Erwachsene stehen Filmtabletten zur Verfügung.

Die Dosierung des Safts erfolgt anhand des Körpergewichts. Bei einer 3-Tage-Therapie werden drei Tage lang einmal pro Tag 10 Milligramm Azithromycin pro Kilogramm Körpergewicht gegeben. Bei der 5-Tages-Therapie werden am ersten Tag einmalig 10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und an den Tagen 2 bis 5 täglich 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht genommen.

Die jeweilige Tagesdosis lässt sich leicht mit der Dosierspritze abmessen.
Bei Mittelohrentzündung beträgt die Gesamtdosis ebenfalls 30 Milligramm Azithromycin pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Gesamtdosis kann als Einmaldosis, 3-Tages-Therapie oder 5-Tages-Therapie (entsprechend dem oben genannten Dosierschema) verabreicht werden.

Bei einer Rachenentzündung, die von Bakterien aus der Streptokokken-Gruppe verursacht wird, ist Azithromycin nicht Mittel der ersten Wahl. Soll es dennoch zum Einsatz kommen, wird der Arzt drei Tage lang 10 oder 20 Milligramm Azithromycin pro Kilogramm Körpergewicht täglich verschreiben. Die Tagesdosis darf jedoch 500 Milligramm nicht überschreiten.

Der Trockensaft wird wie folgt zubereitet: Zunächst schütteln Sie die Flasche kräftig auf, danach füllen Sie den jeweils der Packung beiliegenden Messbecher bis zur Markierungslinie mit Wasser und füllen dieses dann in die Flasche ein. Schütteln Sie die Flasche nach dem Verschließen kräftig, bis der Inhalt gleichmäßig gemischt ist. Der jetzt gebrauchsfertige Saft ist bei Raumtemperatur fünf Tage haltbar. Vor jeder
erneuten Einnahme ist kräftiges Schütteln erforderlich. Zur Dosierungserleichterung liegt jeder Packung Trockensaft ein Messlöffel
und eine Dosierspritze bei. Der Messlöffel weist Markierungen für 5 Milliliter (entsprechend 200 Milligramm Azithromycin = 1 Messlöffel) und 2,5 ml (entsprechend 100 Milligramm Azithromycin = 1/2 Messlöffel) auf, die Dosierspritze hat eine Einteilung in Milligramm.

Zithromax Trockensaft kann zusammen mit oder unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hyprolose
  • Saccharose
  • natürliche, naturidentische Aromastoffe
  • Trinatriumphosphat
  • Xanthan Gummi

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Durchfall, weiche Stühle, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blähungen, Blutbildveränderungen (Verminderung weißer Blutkörperchen, Verminderung der Blutplättchen), Geruchsstörungen, Geschmacksstörungen, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Empfindungsstörungen (Kribbeln, Brennen, Parästhesien), Schläfrigkeit, Scheidenentzündungen, Pilzinfektionen, Überempfindlichkeitsreaktionen (mit Hautrötung, Nesselsucht, Lichtempfindlichkeit, Schwellungen).

Seltene Nebenwirkungen:
Starker Durchfall mit Flüssigkeitsmangel (Dehydratation), Zungenverfärbung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberwerteanstieg (Transaminasen), Anstieg von Bilirubin, Leberfunktionsstörungen (Leberentzündung, Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberversagen), Nierenentzündung, Nierenversagen, Hörstörungen (Hörverlust, Taubheit, Ohrgeräusche), Blutdruckabfall, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Ohnmachtsanfall, Schwindel, Krämpfe, Überaktivität, Aggressivität, Unruhe, Erregbarkeit, Unwohlsein, Kraftlosigkeit, Ängstlichkeit, schwere allergische Reaktionen (wie lebensbedrohliche Hautreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom, Absterben von Hautgewebe (Nekrose), Angioödem, Gelenkschmerzen.

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
allergischer Schock (anaphylaktischer Schock).

Besonderheiten:
Während einer langfristigen Behandlung mit Azithromycin kann eine Unempfindlichkeit der Erreger gegen den Wirkstoff entstehen. Auch andere Makrolid-Antibiotika können dann an Wirksamkeit verlieren. Außerdem kann es zu einem Befall des Dickdarmes durch unempfindliche Bakterien oder Pilze und nachfolgend zu einer Darmentzündung mit Durchfällen kommen (pseudomembranöse Colitis). Die Behandlung ist dann sofort abzubrechen.

Wechselwirkungen

Mineralische säurebindende Mittel (wie beispielsweise Algeldrat, Carbaldrat, Magaldrat, Magnesiumtrisilikat, Magnesiumhydroxid, Natriumhydrogencarbonat) sollten nicht zusammen mit Azithromycin gegeben werden. Sie senken die Blutkonzentration des Wirkstoffs und machen ihn weniger wirksam. Solche säurebindenden Mittel sollten daher nur in einem zeitlichen Abstand von zwei bis drei Stunden eingenommen werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Azithromycin mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Mutterkorn-Alkaloide wie Ergotamin oder Dihydroergotamin (gegen Migräne und Parkinson-Krankheit) mit Azithromycin kann eine gefäßverengende Wirkung mit Durchblutungsstörungen besonders an Fingern und Zehen haben. Sicherheitshalber sollte deshalb auf eine gleichzeitige Gabe verzichtet werden.

Bei Personen mit Tuberkulose oder einer speziellen Lungenentzündung in Folge von AIDS werden manchmal gleichzeitig Azithromycin und das Antibiotikum Rifabutin eingesetzt. Hier besteht die Gefahr einer Blutbildveränderung (Mangel an so genannten "Neutrophilen"-Zellen).

Azithromycin erhöht die Blutkonzentration der Virus-Mittel Zidovudin und Didanosin, die gegen die HIV-Infektion eingesetzt werden. Möglicherweise verstärkt dies die Wirkung solcher Wirkstoffe.

Zusammen mit Azithromycin kommt es bei der Gabe des Herzglykosids Digoxin zu einem verzögerten Abbau desselben im Darm. Somit können die Blutkonzentrationen an Digoxin ansteigen und vermehrt Nebenwirkungen auftreten, was eine Dosisverminderung durch den Arzt nötig macht. Gleiches gilt für die gleichzeitige Gabe von Azithromycin und dem Asthma-Mittel Theophyllin (sowie dessen chemischen Verwandten). Bei Blutverdünnungsmitteln vom Cumarin-Typ (wie Warfarin und Phenprocoumon) sollte aus dem gleichen Grund die Blutgerinnung häufiger ärztlich überprüft werden.

Azithromycin verstärkt die Wirkung von Ciclosporin, das gegen Organabstoßung nach Verpflanzungen eingesetzt wird. Falls eine gleichzeitige Verabreichung dieser Medikamente notwendig ist, sollte der Arzt den Patienten sorgfältig überwachten und die Ciclosporin-Dosis entsprechend anpassen.

Bakterien, gegen die schon Erythromycin sowie Lincomycin und Clindamycin unwirksam sind, sind meist auch gegen Azithromycin resistent. Daher sollte keine gleichzeitige Gabe von mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe erfolgen.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Azithromycin und Erythromycin, gegen andere Makrolid-Antibiotika oder Ketolid-Antibiotika darf der Wirkstoff nicht angewendet werden. Gleiches gilt für Infektionen durch Bakterien, die sich schon gegen mehrere andere Antibiotika (besonders Erythromycin und Methicillin) als unempfindlich (multiresistent) erwiesen haben.

Bei Leberfunktionsstörungen oder hochgradigen Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 40 Milliliter pro Minute) sollte Azithromycin nicht angewendet werden. Es besteht die Gefahr einer verzögerten Ausscheidung und damit einer Überdosierung.

Azithromycin kann möglicherweise Herzrhythmusstörungen auslösen. Herzpatienten sind daher während der Anwendung des Wirkstoffs sorgfältig zu überwachen.

Wie alle Antibiotika zerstört Azithromycin die natürliche Darmflora. Daher besteht bei der Anwendung und bis zu zwei Monate danach die Gefahr einer schweren Durchfallerkrankung. Tritt also Durchfall auf, ist sofort der Arzt zu verständigen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Azithromycin sollte während der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden, da die Unbedenklichkeit einer Anwendung von Azithromycin in dieser Zeit noch nicht nachgewiesen wurde.

Es ist bekannt, dass Azithromycin in die Muttermilch und so in den Säugling übergeht. Bei diesem kann es so zu einer Störung der Darmflora kommen, die zu Durchfall oder einer Darmentzündung durch Sproßpilzbesiedelung führen kann. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung des Säuglings, das heißt, bei einem späteren Kontakt mit Azithromycin könnte es zu einer allergischen Reaktion kommen. Aus diesen Gründen sollte der Wirkstoff auch während der Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder dürfen Azithromycin zur Behandlung von akuten Infektionen einnehmen. Die vorbeugende Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer Immunschwäche ist dagegen nicht erlaubt.

Bei Kindern mit weniger als 45 Kilogramm Körpergewicht sollte der Wirkstoff nur als Suspension (zum Trinken) verabreicht werden.

Warnhinweise

  • Nebenwirkungen des Medikaments können die Fähigkeit zum Autofahren und zur Maschinenbedienung beeinträchtigen.
  • Um Herzrhythmusstörungen rechtzeitig vorzubeugen, sind regelmäßige ärztliche Kontrollen der Blut-Kaliumkonzentration erforderlich.
  • Bei Auftreten starker Durchfälle während und nach der Einnahme des Medikaments ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
  • Ein Messlöffel des Trockensaftes enthält 0,32 Broteinheiten (BE).
  • Das Medikament enthält Saccharose (Zucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Der Saft ist nach der Zubereitung noch fünf Tage haltbar.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Trockensaft)
30 Milliliter Trockensäfte
200 Milligramm Azithromycin
15 Milliliter Trockensäfte
200 Milligramm Azithromycin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Zithromax Trockensaft sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Azithromycin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.