Azithromycin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten

Hersteller: ratiopharm GmbH
Wirkstoff: Azithromycin
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Azithromycin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Azithromycin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Azithromycin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten.

Azithromycin wird zur Behandlung von bakteriellen Infektionen der oberen und unteren Atemwege angewandt. Dazu zählen Nasennebenhöhlenentzündungen, Rachenentzündungen und Mandelentzündungen sowie Infektionen der Bronchien und Lungenentzündungen. Als Infusion in die Vene ist es bei letzteren selbst bei der Legionärskrankheit wirksam. Zusätzlich wird es bei Mittelohrentzündungen eingesetzt.

Azithromycin ist nicht das Mittel der ersten Wahl bei Mandel- oder Rachenentzündung, die durch Erreger aus der Gruppe der Streptokokken verursacht sind. Dies gilt auch für die vorbeugende Gabe gegen rheumatisches Fieber.

Azithromycin ist ebenfalls bei Hautinfektionen und Infektionen der Weichteile wirksam.

Der Wirkstoff wird außerdem nach Übertragung von Stammzellen als Dauertherapie eingesetzt, um eine Lungenentzündung zu verhindern. Allerdings scheint diese Behandlung die Rückfallrate bei Blutkrebs zu erhöhen.

Außerdem kann Azithromycin bei Infektionen der Geschlechtsteile durch Tripper-Erreger oder Chlamydien eingenommen werden. Als Infusion in die Vene wird der Wirkstoff bei Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke, aber auch von Samenleiter, Samenbläschen, Prostatadrüse und den Nebenhoden eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Azithromycin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Makrolid-Antibiotika, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Azithromycin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akute Nasennebenhöhlenentzündung durch Bakterien
  • akute Mittelohrentzündung durch Bakterien
  • Rachen- und Mandelentzündung
  • akutes Wiederaufflammen einer chronischen Bronchitis
  • leichte bis mittelschwere Lungenentzündung außerhalb des Krankenhauses
  • leichte bis mittelschwere Infektionen der Haut, der Muskeln und Sehnen wie Haarbalgentzündung, Hautzellentzündung, Wundrose
  • unkomplizierte, durch Chlamydien verursachte Entzündungen der Harnleiter oder des Muttermundes

Dosierung

Im Allgemeinen erhalten Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht über 45 Kilogramm sowie Erwachsene am Tag 500 Milligramm Azithromycin über drei Tage hinweg. Die Dosis kann vom Arzt auch über fünf Tage aufgeteilt werden. Dabei gibt man 500 Milligramm als Einzeldosis am ersten Tag und danach 250 Milligramm einmal täglich. Für letzteres steht ein schwächer dosiertes Präparat zu Verfügung.

Bei unkomplizierter Entzündung der Harnleiter oder des Muttermundes durch Chlamydien werden nur 1.000 Milligramm Azithromycin als Einzeldosis eingenommen.

Die Filmtabletten sollten als einmalige Tagesdosis angewendet werden. Die Einnahme erfolgt mit oder unabhängig von den Mahlzeiten.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hypromellose
  • mikrokristalline Cellulose
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • (vorverkleisterte) Maisstärke
  • Calciumhydrogenphosphat
  • Indigocarmin, Aluminiumsalz (E 132)
  • Natriumdodecylsulfat
  • pflanzliches Magnesiumstearat
  • Polysorbat 80

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Durchfall, weiche Stühle, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blähungen, Blutbildveränderungen (Verminderung weißer Blutkörperchen, Verminderung der Blutplättchen), Geruchsstörungen, Geschmacksstörungen, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Empfindungsstörungen (Kribbeln, Brennen, Parästhesien), Schläfrigkeit, Scheidenentzündungen, Pilzinfektionen, Überempfindlichkeitsreaktionen (mit Hautrötung, Nesselsucht, Lichtempfindlichkeit, Schwellungen).

Seltene Nebenwirkungen:
Starker Durchfall mit Flüssigkeitsmangel (Dehydratation), Zungenverfärbung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberwerteanstieg (Transaminasen), Anstieg von Bilirubin, Leberfunktionsstörungen (Leberentzündung, Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberversagen), Nierenentzündung, Nierenversagen, Hörstörungen (Hörverlust, Taubheit, Ohrgeräusche), Blutdruckabfall, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Ohnmachtsanfall, Schwindel, Krämpfe, Überaktivität, Aggressivität, Unruhe, Erregbarkeit, Unwohlsein, Kraftlosigkeit, Ängstlichkeit, schwere allergische Reaktionen (wie lebensbedrohliche Hautreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom, Absterben von Hautgewebe (Nekrose), Angioödem, Gelenkschmerzen.

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
allergischer Schock (anaphylaktischer Schock).

Besonderheiten:
Während einer langfristigen Behandlung mit Azithromycin kann eine Unempfindlichkeit der Erreger gegen den Wirkstoff entstehen. Auch andere Makrolid-Antibiotika können dann an Wirksamkeit verlieren. Außerdem kann es zu einem Befall des Dickdarmes durch unempfindliche Bakterien oder Pilze und nachfolgend zu einer Darmentzündung mit Durchfällen kommen (pseudomembranöse Colitis). Die Behandlung ist dann sofort abzubrechen.

Wechselwirkungen

Mineralische säurebindende Mittel (wie beispielsweise Algeldrat, Carbaldrat, Magaldrat, Magnesiumtrisilikat, Magnesiumhydroxid, Natriumhydrogencarbonat) sollten nicht zusammen mit Azithromycin gegeben werden. Sie senken die Blutkonzentration des Wirkstoffs und machen ihn weniger wirksam. Solche säurebindenden Mittel sollten daher nur in einem zeitlichen Abstand von zwei bis drei Stunden eingenommen werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Azithromycin mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Mutterkorn-Alkaloide wie Ergotamin oder Dihydroergotamin (gegen Migräne und Parkinson-Krankheit) mit Azithromycin kann eine gefäßverengende Wirkung mit Durchblutungsstörungen besonders an Fingern und Zehen haben. Sicherheitshalber sollte deshalb auf eine gleichzeitige Gabe verzichtet werden.

Bei Personen mit Tuberkulose oder einer speziellen Lungenentzündung in Folge von AIDS werden manchmal gleichzeitig Azithromycin und das Antibiotikum Rifabutin eingesetzt. Hier besteht die Gefahr einer Blutbildveränderung (Mangel an so genannten "Neutrophilen"-Zellen).

Azithromycin erhöht die Blutkonzentration der Virus-Mittel Zidovudin und Didanosin, die gegen die HIV-Infektion eingesetzt werden. Möglicherweise verstärkt dies die Wirkung solcher Wirkstoffe.

Zusammen mit Azithromycin kommt es bei der Gabe des Herzglykosids Digoxin zu einem verzögerten Abbau desselben im Darm. Somit können die Blutkonzentrationen an Digoxin ansteigen und vermehrt Nebenwirkungen auftreten, was eine Dosisverminderung durch den Arzt nötig macht. Gleiches gilt für die gleichzeitige Gabe von Azithromycin und dem Asthma-Mittel Theophyllin (sowie dessen chemischen Verwandten). Bei Blutverdünnungsmitteln vom Cumarin-Typ (wie Warfarin und Phenprocoumon) sollte aus dem gleichen Grund die Blutgerinnung häufiger ärztlich überprüft werden.

Azithromycin verstärkt die Wirkung von Ciclosporin, das gegen Organabstoßung nach Verpflanzungen eingesetzt wird. Falls eine gleichzeitige Verabreichung dieser Medikamente notwendig ist, sollte der Arzt den Patienten sorgfältig überwachten und die Ciclosporin-Dosis entsprechend anpassen.

Bakterien, gegen die schon Erythromycin sowie Lincomycin und Clindamycin unwirksam sind, sind meist auch gegen Azithromycin resistent. Daher sollte keine gleichzeitige Gabe von mehreren Präparaten aus dieser Substanzgruppe erfolgen.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Azithromycin und Erythromycin, gegen andere Makrolid-Antibiotika oder Ketolid-Antibiotika darf der Wirkstoff nicht angewendet werden. Gleiches gilt für Infektionen durch Bakterien, die sich schon gegen mehrere andere Antibiotika (besonders Erythromycin und Methicillin) als unempfindlich (multiresistent) erwiesen haben.

Bei Leberfunktionsstörungen oder hochgradigen Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 40 Milliliter pro Minute) sollte Azithromycin nicht angewendet werden. Es besteht die Gefahr einer verzögerten Ausscheidung und damit einer Überdosierung.

Azithromycin kann möglicherweise Herzrhythmusstörungen auslösen. Herzpatienten sind daher während der Anwendung des Wirkstoffs sorgfältig zu überwachen.

Wie alle Antibiotika zerstört Azithromycin die natürliche Darmflora. Daher besteht bei der Anwendung und bis zu zwei Monate danach die Gefahr einer schweren Durchfallerkrankung. Tritt also Durchfall auf, ist sofort der Arzt zu verständigen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Azithromycin sollte während der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden, da die Unbedenklichkeit einer Anwendung von Azithromycin in dieser Zeit noch nicht nachgewiesen wurde.

Es ist bekannt, dass Azithromycin in die Muttermilch und so in den Säugling übergeht. Bei diesem kann es so zu einer Störung der Darmflora kommen, die zu Durchfall oder einer Darmentzündung durch Sproßpilzbesiedelung führen kann. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung des Säuglings, das heißt, bei einem späteren Kontakt mit Azithromycin könnte es zu einer allergischen Reaktion kommen. Aus diesen Gründen sollte der Wirkstoff auch während der Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder dürfen Azithromycin zur Behandlung von akuten Infektionen einnehmen. Die vorbeugende Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer Immunschwäche ist dagegen nicht erlaubt.

Bei Kindern mit weniger als 45 Kilogramm Körpergewicht sollte der Wirkstoff nur als Suspension (zum Trinken) verabreicht werden.

Warnhinweise

  • Nebenwirkungen des Medikaments können die Fähigkeit zum Autofahren und zur Maschinenbedienung beeinträchtigen.
  • Um Herzrhythmusstörungen rechtzeitig vorzubeugen, sind regelmäßige ärztliche Kontrollen der Blut-Kaliumkonzentration erforderlich.
  • Bei Auftreten starker Durchfälle während und nach der Einnahme des Medikaments ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtabletten)
3 Stück Filmtabletten
500 Milligramm Azithromycin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Azithromycin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Azithromycin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.