Targin 5mg/2,5mg Retardtabletten

Hersteller: Mundipharma GmbH
Wirkstoffkombination: Oxycodon + Naloxon
Darreichnungsform: Retardtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Targin 5mg/2,5mg Retardtabletten enthalten die Wirkstoffkombination Oxycodon + Naloxon. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Targin 5mg/2,5mg Retardtabletten.

Die Kombination dient der Behandlung starker Schmerzen, die nur mit opioiden Schmerzmitteln ausreichend gedämpft werden können.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Oxycodon + Naloxon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen opioide Schmerzmittel, Schmerzmittel, zu welchen die Wirkstoffkombination Oxycodon + Naloxon gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • starke Schmerzen

Dosierung

Die Dosierung des Medikaments wird vom Arzt an die Schmerzstärke und an die individuelle Empfindlichkeit des Patienten angepasst.

Erwachsene, die nicht an opioide Schmerzmittel gewöhnt sind, erhalten zu Anfang der Behandlung im Allgemeinen alle zwölf Stunden 10 Milligramm/5 Milligramm Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid (zwei Retardtabletten).

Bei Patienten, die bereits Opioide erhalten haben, kann der Arzt die Therapie unter Berücksichtigung des vorherigen Bedarfs mit einer höheren Dosis beginnen.

Targin 5mg/2,5mg ist für die Einstellung des Patienten bei Beginn der Opioidtherapie und zur individuellen Dosisanpassung bestimmt. Werden höhere Dosierungen nötig, gibt es dafür geeignete Wirkstärken. Das Ziel ist, eine gute Schmerzstillung mit so wenig Medikament wie möglich zu erreichen.

Bei der Behandlung von Schmerzen, die nicht durch Krebserkrankungen verursacht werden, sind Tagesdosierungen bis 40mg/20mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid im Allgemeinen ausreichend. Bei Krebsschmerzen beträgt die tägliche Höchstdosis des Medikaments wegen der Nebenwirkungen des Naloxon 80 Milligramm Oxycodonhydrochlorid und 40 Milligramm Naloxonhydrochlorid. Für Patienten, die höhere Dosierungen zur Schmerzstillung benötigen, wird der Arzt im gleichen Zeitschema die zusätzliche Gabe von Oxycodon als Retardpräparat erwägen. Dabei hat er allerdings die Tagesmaximaldosis von 400mg Oxycodonhydrochlorid zu
berücksichtigen. Der günstige Einfluss von Naloxon auf die Darmtätigkeit kann hierbei außerdem beeinträchtigt werden.

Bei einem Wechsel von diesem Medikament auf ein anderes Opioid ist mit einer Verschlechterung der Darmfunktion zu rechnen.

Einige Patienten, die das Meidikament nach einem festen Zeitschema erhalten, benötigen zur Therapie sogenannter Durchbruchschmerzen als Bedarfsmedikation zusätzlich Schmerzmittel, die sofort wirken. Die zur Behandlung der Durchbruchschmerzen erforderliche Einzeldosis sollte
ungefähr 1/6 der entsprechenden Tagesdosis von Oxycodonhydrochlorid betragen. Wird eine solche zusätzliche Schmerzstillung häufiger als
zweimal pro Tag benötigt, ist dies üblicherweise ein Anzeichen dafür, dass eine Dosiserhöhung des Dauermedikaments erforderlich ist. Diese Anpassung wird der Arzt dann alle ein bis zwei Tage in Dosisschritten von zweimal täglich 5mg/2,5mg oder wenn nötig zweimal täglich 10mg/5mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid vornehmen.

Nehmen Sie das Medikament in der vom Arzt ermittelten Dosierung zweimal täglich nach einem festen Zeitschema (beispielsweise alle zwölf Stunden) ein. Allerdings kann es für einige Patienten von Vorteil sein – in Abhängigkeit von der individuellen Schmerzsituation – die Mengen ungleich zu verteilen. Im Allgemeinen sollte die kleinste schmerzstillende Dosis
ausgewählt werden.

Zur Behandlung des Restless-legs-Syndroms Erwachsener beträgt die Dosierung anfänglich üblicherweise eine Retardtablette alle zwölf Stunden.
Der Arzt wird festlegen, wie viele Retardtabletten pro Tag eingenommen werden. Die tägliche Höchstdosis beträgt 60 Milligramm Oxycodon-Hydrochlorid und 30 Milligramm Naloxon-Hydrochlorid. Dafür stehen höher dosierte Präparate zur Verfügung.

Der Arzt wird ebenfalls festlegen, wie die tägliche Gesamtdosis auf die morgendliche und abendliche Einnahme aufzuteilen ist. Außerdem wird er entscheiden, ob die Dosis im Laufe der Therapie gegebenenfalls verändert werden muss. Dabei wird er die Dosis an die individuelle Empfindlichkeit des Patienten anpassen. Sie wird grundsätzlich die niedrigste noch wirksame Dosis sein.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hyprolose
  • Magnesiumstearat
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Ethylcellulose
  • Lactose-Monohydrat
  • Macrogol 3350
  • Polyvinylalkohol
  • Stearylalkohol

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Appetitabnahme (bis zum Appetitverlust), Unruhe, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall, Bauchschmerz, Verstopfung, Durchfall, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Blähungen, Blut-Leber-Enzym-Werterhöhung, Juckreiz, Hautreaktionen, Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen, Entzugsbeschwerden, Hitzegefühl, Kältegefühl, Schüttelfrost, Schwächezustände, Stimmungsveränderungen, Persönlichkeitsveränderungen, Aktivitätsverminderung, Überaktivität, Aufregung, Schluckauf, Blasenentleerungsstörungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen, Denkstörungen, Angst, Verwirrtheitszustände, Depressionen, übersteigerte Stimmung, Wahnvorstellungen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Aufmerksamkeitsstörungen, nervliche Missempfindungen, Schläfrigkeit, Sprachstörungen, Zittern, Sehstörungen, Angina pectoris (insbesondere bei Patienten mit vorher bestehender Erkrankung der Herzkranzgefäße), Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Atembeschwerden, Naselaufen, Husten, aufgetriebener Bauch, Aufstoßen, Gallenkolik, Erektionsstörungen, Muskelkrämpfe, Muskelzucken, Muskelschmerzen, Harndrang, Brustkorbschmerz, Unwohlsein, Schmerzen, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, Gewichtsabnahme, Verletzungen durch Unfälle, Wahrnehmungsstörungen, Libido-Verminderung, Konzentrationsstörungen, Migräne, Geschmacksstörungen, Muskelspannungsverstärkung, Empfindlichkeitsverringerung, Bewegungsstörungen, Hörstörungen, Blutgefäßerweiterung, Stimmstörung, Mundschleimhautgeschwüre, Mundschleimhautentzündung, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme).

Seltene Nebenwirkungen:
Alptraum, Krampfanfälle (insbesondere bei Personen mit Epilepsie oder Neigung dazu), Abstumpfung, Ohnmacht, Herzrasen, Gähnen, Zahnerkrankungen, Harnverhalt, Gewichtszunahme, Lippenherpes, Austrocknung, Appetitsteigerung, Teerstuhl, Zahnfleischbluten, Schluckstörungen, trockene Haut, Regelblutungsausfall, Durst.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Atemstillstand, allergischer Schock, Darmverschluss, Nesselsucht.

Nebenwirkung von unbekannter Häufigkeit:
seelische Arzneimittelabhängigkeit, Wirkungsminderung.

Besonderheiten:
Beim Auftreten von Durchfall kann möglicherweise die Wirkung von Naloxon verantwortlich sein.

Auf Grund seiner Eigenschaften kann Oxycodon Atemstillstand, Pupillenverengung, Bronchialkrämpfe und Krämpfe der Organ-Muskulatur hervorrufen sowie den Hustenreflex dämpfen.

Werden Patienten, die langzeitig hohe Dosierungen von opioiden Schmerzmitteln erhielten, auf die Kombination umgestellt, kann es anfänglich zu Entzugsbeschwerden kommen. Dann ist eine sorgfältige Kontrolle durch den Arzt notwendig.

Wechselwirkungen

Substanzen, die auf die Gehirntätigkeit dämpfend wirken wie Alkohol, andere opioide Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Narkose- und Schlafmittel, Antidepressiva, Psychopharmaka und Mittel gegen Allergien (H1-Antihistaminika) und gegen Erbrechen können die Wirkung der Kombination auf das Gehirn verstärken. Dadurch kann zum Beispiel ein Atemstillstand auftreten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Oxycodon und Cumarin-Abkömmlingen (beispielsweise Phenprocoumon) zur Blutverdünnung sind sowohl eine Beschleunigung wie eine Verzögerung der Blutgerinnung möglich.

Gegenanzeigen

Die Kombination darf nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe
  • allen Situationen, in denen opioide Schmerzmittel aufgrund ihrer Nebenwirkungen (Schläfrigkeit, verzögertes Reaktionsvermögen) ungeeignet sind
  • schweren Atemfunktionsstörungen mit einem Sauerstoffmangel im Blut oder einem erhöhten Gehalt an Kohlendioxid im Blut
  • schweren chronischen Lungenerkrankungen mit Verengung der Atemwege
  • einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie), die schon die rechte Herzhälfte geschädigt hat (Cor pulmonale)
  • schwerem Asthma
  • nicht durch opioiden Schmerzmittel verursachtem Darmverschluss
  • mittlerer bis schwerer Leberfunktionsstörung.
Besondere Vorsicht und ärztliche Kontrolle der Patienten ist nötig bei
  • älteren oder geschwächten Patienten
  • Darmverschluss aufgrund der Anwendung opioider Schmerzmittel
  • schwerer Beeinträchtigung der Lungenfunktion
  • Schilddrüsenunterfunktion und besonders deren schwerster Form mit Gesichtsschwellung (Myxödem)
  • Funktionsstörungen der Nebennierenrinde (Addisonscher Krankheit)
  • Psychosen durch Arzneimittel- oder Chemikalenvergiftungen
  • Gallensteinen
  • gutartiger Vergößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie)
  • Alkoholmissbrauch und alkoholischem Delir (Delirium tremens)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • niedrigem Blutdruck und Bluthochdruck sowie vorher bestehenden Herzkreislauferkrankungen,
  • Kopfverletzungen (wegen des Risikos von Zuständen mit erhöhtem Hirndruck), Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen
  • Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung
  • Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch
  • leichten und besonders bei schweren Nierenfunktionsstörungen
  • Krebs-Patienten mit Krebserkrankungen des Bauchfells oder beginnender Darmverengung im fortgeschrittenen Stadium von Krebserkrankungen des Verdauungskanals oder Beckenbereichs
  • der Anwendung im Rahmen von Operationen - hier wird der Einsatz nicht vorher und frühestens 12 bis 24 Stunden nach dem Eingriff empfohlen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Sowohl Oxycodon als auch Naloxon gelangen über den Mutterkuchen zum Kind. Tierstudien haben keine Missbildungsgefahr gezeigt, doch kann Oxycodon besonders bei längerfristiger Anwendung während der Schwangerschaft zu Entzugsbeschwerden beim Neugeborenen führen. Während der Geburt angewendet, kann Oxycodon beim Neugeborenen Atemstillstand hervorrufen. Daher sollte die Kombiantion während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Arzt den Nutzen der Mutter für größer als das Risiko für das Kind erachtet.

Oxycodon geht in die Muttermilch über und es ist daher möglich, dass beim gestillten Kind Oxycodon-Wirkungen wie Schläfrigkeit und Saugunlustigkeit auftreten. Während einer Behandlung mit der Kombination sollte das Stillen unterbrochen oder abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit Der Kombination bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gibt, wird die Anwendung des Wirkstoffs bei dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
  • Das Medikament ist nicht zur Drogenentzugs-Behandlung geeignet, da es zu Entzugserscheinungen und bei Langzeitanwendung selbst zu seelischer Abhängigkeit führen kann.
  • Zur Beendigung der Therapie ist die Tagesdosis unter ärztlicher Aufsicht allmählich zu vermindern, um Entzugsbeschwerden zu vermeiden.
  • Das Medikament steht auf der Dopingliste und darf vor oder in sportlichen Wettkämpfen nicht verwendet werden.
  • Das Medikament kann in Deutschland nur auf einem speziellen Btm-Rezept verordnet werden.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament darf kein Alkohol getrunken werden.
  • Das Medikament enthält Lactose, die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Der leere Wirkstoffträger der Retardtabletten wird unter Umständen sichtbar mit dem Stuhl ausgeschieden.
  • Die Retardtabletten dürfen nur im Ganzen eingenommen und nicht zerteilt, zerkaut oder zerrieben werden.
  • Die missbräuchliche Verwendung zerriebener Tabletten zur Einspritzung ist lebensgefährlich.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
20 Retardtabletten Retardtabletten
50 Retardtabletten Retardtabletten
100 Retardtabletten Retardtabletten

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Targin 5mg/2,5mg Retardtabletten sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Oxycodon + Naloxon (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.