Methyldopa STADA 250 mg Filmtabletten

Hersteller: STADApharm GmbH
Wirkstoff: Methyldopa
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Methyldopa STADA 250 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Methyldopa. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Methyldopa STADA 250 mg Filmtabletten.

Der Wirkstoff Methyldopa wird allgemein als das Mittel der Wahl zur Behandlung von Bluthochdruck während der Schwangerschaft (Schwangerschaftshypertonie) eingesetzt. Dabei lassen sich durch Methyldopa die Häufigkeit schwerer Blutdruckerhöhungen in der vorgeburtlichen Phase und die Zahl der Fehlgeburten senken.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für Methyldopa ist der nicht organisch bedingte Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie). Hier kommen vorzugsweise Kombinationen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln, insbesondere Entwässerungsmitteln (Diuretika) zum Einsatz. Methyldopa sollte vom Arzt als Mittel der zweiten Wahl nur dann verschrieben werden, wenn andere blutdrucksenkende Wirkstoffe nicht ausreichend wirksam sind oder nicht verwendet werden dürfen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Methyldopa sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Methyldopa gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Bluthochdruck in der Schwangerschaft
  • Bluthochdruck ohne erkennbare körperliche Ursache - (vorzugsweise) in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern, insbesondere Entwässerungsmitteln

Dosierung

Der Arzt wird die Höhe der Dosierung und die Dauer der Einnahme in jedem Fall unter Kontrolle des Blutdrucks festlegen. Die Behandlung wird mit langsam gesteigerter Dosis ("einschleichend") begonnen.

Bei Schwangerschaftshochdruck wird täglich zunächst über eine gewisse Zeit 250 Milligramm Methyldopa (entsprechend einer Filmtablette) eingenommen. Der Arzt kann diese Dosis dann auf bis zu 2000 Milligramm (acht Filmtabletten) am Tag steigern. Die höheren Dosen müssen in mehreren Einzeldosen über den Tag verteilt eingenommen werden.

Bei Bluthochdruck ohne erkennbare körperliche Ursache wird das Medikament mit anderen Blutdrucksenkern (vorzugsweise aus der Gruppe der Entwässerungsmittel) kombiniert. Auch hier beginnt die Behandlung mit einer Tagesdosis von 250 Milligramm Methyldopa. Die Dosierung kann dann vom Arzt innerhalb einiger Tage bis zur vollwirksamen Dosis gesteigert werden. Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 500 bis 750 Milligramm Methyldopa, entsprechend zwei bis drei Filmtabletten. Es ist zu beachten, dass die Tagesdosis, sofern sie mehr als eine Filmtablette beträgt, auf mehrere Einzelgaben zu verteilen ist.

Nehmen Sie die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein.

Wird die Behandlung nach längerer Anwendung beendet, darf dies nicht plötzlich, sondern grundsätzlich mit langsam verminderter Dosis geschehen, um einem überschießenden Bluthochdruck vorzubeugen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • Maisstärke
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Gelborange S, Aluminiumsalz (E 110)
  • Kartoffelstärke
  • Lactose-Monohydrat
  • Macrogol 6000
  • Montanglycolwachs
  • Polyacrylat-Dispersion 30%
  • Povidon K25
  • Simeticon-(E,E)-Hexa-2,4-diensäure-Methylcellulose-Wasser

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Schläfrigkeit, Benommenheit, Beruhigung, Kreislaufbeschwerden, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung.

Häufige Nebenwirkungen:
Psychiatrische Erkrankungen mit Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Wahnvostellungen, Verdauungsstörungen wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Dunkelfärbung des Urins, Wasseransammlungen im Gewebe.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutbildungsstörungen wie Blutarmut aufgrund der Auflösung roter Blutkörperchen, Agranulozytose, Blutplättchenmangel, Mangel an weißen Blutkörperchen, Erkrankungen des Immunsystems mit Fieber und Schüttelfrost, Hautausschlag, Lupus erythematodes, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzschlagverlangsamung, trockener Mund, trockene Nasenschleimhaut, verstopfte Nase, schwere Leberentzündung, krankhafte Leberfunktionswerte, Potenzstörungen, Libidoverminderung, Brustvergrößerung, krankhafter Milchfluss.

Seltene Nebenwirkungen:
parkinsonähnliche Symptome, Herzmuskelentzündung, Herbeutelentzündung, Verstärkung von Angina Pectoris, Lungenüberempfindlichkeitsreaktion, Fieber, Atemnot, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Dickdarmentzündung (nach Absetzen vorübergehend), Bauchfellverklebung, akutes Absterben von Leberzellen (auch während der Schwangerschaft),
Hautüberempfindlichkeitsreaktionen.

Besonderheiten:
Die blutdrucksenkende Behandlung mit Methyldopa während der Schwangerschaft kann beim Neugeborenen zu Zittern führen.

Wechselwirkungen

Die Wirkung von Methyldopa wird durch andere Wirkstoffe wie folgt verändert:
  • Andere Blutdrucksenker, Diuretika, die Herzkraft vermindernde Antiarrhythmika und Vasodilatatoren verstärken die blutdrucksenkende Wirkung.
  • Entzündungshemmende Mittel wie nicht-steroidale Antirheumatika, insbesondere Indometacin, Tri- und tetrazyklische Antidepressiva, Barbiturate sowie andere Sympathomimetika schwächen die blutdrucksenkende Wirkung ab.
  • Eisenpräparate vermindern die Aufnahme von Methyldopa in den Körper und damit dessen Wirkung.
  • Die gleichzeitige Gabe von Betablockern und Methyldopa kann in seltenen Fällen zu unerwarteten Blutdrucksteigerungen führen.
  • Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Methyldopa führt zu Teilnahmslosigkeit sowie Müdigkeit und ist deshalb zu vermeiden.
Methyldopa seinerseits nimmt aber auch Einfluss auf die Effekte anderer Wirkstoffe:
  • Die blutzuckersenkende Wirkung von Tolbutamid wird verstärkt.
  • Die Wirkung von Antikoagulanzien wird verstärkt, was das Blutungsrisiko erhöht.
  • Die blutdrucksteigernde Wirkung von Ephedrin wird abgeschwächt.
  • Bei Lithium (gegen Depressionen) werden dessen Giftwirkungen auf Herz und Nerven verstärkt.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung von Levodopa zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und Methyldopa ist sowohl eine schädigende Wirkung auf das Gehirn als auch die Auslösung von Parkinson-ähnlichen Symptomen (Mechanismus ungeklärt) möglich. Die blutdrucksenkende Wirkung wird verstärkt.
  • Zusammen mit MAO-Hemmern können Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen und Wahnvorstellungen auftreten.
  • Methyldopa kann mit Narkosemitteln sowie mit Mitteln, die den Harn ansäuern bzw. alkalisieren, in nachteilige Wechselwirkung treten.
  • Die Wirkung von Haloperidol (gegen Psychosen) kann verstärkt werden.

Gegenanzeigen

Methyldopa darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Blutarmut aufgrund einer verminderten Anzahl der roten Blutkörperchen (Coombs-positive hämolytische Anämie)
  • akuten und chronischen Lebererkrankungen
  • schweren Erkrankungen des Nebennierenmarkes (Phäochromozytom)
  • Depressionen in der Vorgeschichte.
Nur nach ärztlicher Prüfung der Leberfunktion darf der Wirkstoff von Patienten mit einer Lebererkrankung in der Vorgeschichte eingenommen werden. Auch bei verminderter Nierenfunktion muss eine sorgfältige ärztliche Überwachung der Therapie stattfinden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Mit Methyldopa behandelte Mütter sollten ihre Neugeborenen nur mit ärztlichem Einverständnis und unter ärztlicher Kontrolle stillen. Der Wirkstoff tritt allerdings in so geringen Mengen in die Muttermilch über, dass eine Beeinflussung des gestillten Kindes unwahrscheinlich ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung des Wirkstoffes bei Kindern vor. Methyldopa darf daher bei dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.
  • Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • Beim Auftreten von Fieber, Depressionen oder Psychosen ist der Wirkstoff vom Arzt sofort abzusetzen.
  • Die Behandlung des Bluthochdrucks mit dem Wirkstoff bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.
  • Wegen möglicher Leberschädigungen sollte die Leberfunktion regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Bei älteren Patienten wirken sich die beruhigenden und blutdrucksenkenden Effekte unter Umständen stärker aus. Das Risiko von Stürzen nimmt dadurch zu.
  • Bei plötzlichem Absetzen kann es zu einem krisenhaften Blutdruckanstieg kommen, daher muss die Dosis langsam stufenweise herabgesetzt werden.
  • Vor Therapiebeginn und unter einer längerdauernden Behandlung sind ein Coombs-Test, Kontrollen des Blutbildes und der Laktatdehydrogenase (LDH) regelmäßig ärztlich durchzuführen.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 30 Grad gelagert werden.
  • Das Medikament enthält den Farbstoff Gelborange S, der allergische Reaktionen auslösen kann.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtabletten)
100 Stück Filmtabletten
250 Milligramm Methyldopa
60 Stück Filmtabletten
250 Milligramm Methyldopa

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Methyldopa STADA 250 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Methyldopa (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.