Calcilac KT

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 04.06.2018

Hersteller: mibe Vertriebsgesellschaft mbH
Darreichnungsform: Kautablette

Rezeptfrei

Wirkung

Calcilac KT enthält die Wirkstoffkombination Vitamin D3 + Calcium. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Calcilac KT.

 

Die Kombination aus Vitamin D3 und Calcium wird eingesetzt:

  • zur unterstützenden Therapie der Osteoporose,
  • bei Knochenerweichung durch Vitamin D-Mangel bei Kindern (Rachitis) und Erwachsenen (Osteomalazie),
  • bei Unterfunktionen der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus).

Die Wirkstoffe können zudem einem Vitamin-D-Mangel bei chronischen Erkrankungen des Verdauungstraktes, nach Magen-Darm-Operationen, chronischen Leber- und Nierenerkrankungen oder nach den Wechseljahren vorbeugen.


 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Vitamin D3 + Calcium sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Vitamine, Mineralstoffe (Mengenelemente und Spurenelemente), Osteoporose-Mittel, zu welchen die Wirkstoffkombination Vitamin D3 + Calcium gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Vorbeugung und Behandlung von Vitamin D3-Mangel und Kalzium-Mangelzuständen bei älteren Menschen
  • Vitamin D3- und Kalziumergänzung bei spezifischer Therapie zur Vorbeugung und Behandlung von Knochenschwund

 

Dosierung

Erwachsene nehmen zweimal täglich eine Kautablette ein, entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 1000 Milligramm Calcium und acht Milligramm Colecalciferol-Trockenextrakt (20 Mikrogramm Vitamin D3).

In der Schwangerschaft ist nur eine Kautablette täglich erlaubt.

Die Kautabletten werden zerkaut und dann mit Hilfe von etwas Flüssigkeit hinuntergeschluckt, können aber auch gelutscht werden.

Die Dauer der Anwendung des Medikaments richtet sich nach der Anordnung des Arztes.

 

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Maisstärke
  • 6-O-Alpha-D-Glucopyranosyl-D-fructose
  • Alpha-Tocopherol
  • Aspartam
  • Gelatine
  • Glycerolmono/dialkanoat (C18)
  • Magnesiumstearat
  • Pflanzenfette
  • Povidon
  • Sorbitol
  • Sucrose
  • Zitronen-Aroma

Nebenwirkungen

 

Seltene Nebenwirkungen:
Aufstoßen, Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, erhöhte Blutkonzentration von Kalzium, verstärkte Kalzium-Ausscheidung über den Urin, gesteigertes Durstgefühl, Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschläge, Nesselsucht, Juckreiz.

Besonderheiten:
In seltenen Fällen können Störungen des Mineralhaushalts auftreten, die einen erhöhten pH-Wert im Blut (Alkalose) zur Folge haben.

Insbesondere bei Langzeitbehandlung in hoher Dosierung ist das Risiko für die Bildung von kalziumhaltigen Nierensteinen erhöht.

Eine andauernde Überdosierung kann die Kalzium-Konzentration im Blut stark ansteigen lassen und zu Kopfschmerzen, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen sowie zu Herzrhythmusstörungen und Herzrasen (Tachykardie) führen.

Wechselwirkungen

Gleichzeitig mit Vitamin D3 und Calcium sollten keine weiteren Vitamin-D-Abkömmlinge und Kalzium-Präparate angewendet werden, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Barbiturate, Glukokortikoide, Rifampicin und Antiepileptika (wie Carbamazepin, Phenytoin oder Diphenylhydantoin) können die Wirkung von Vitamin D3 abschwächen.

Bei Patienten, die zeitgleich mit Herzglykosiden, Benzodiazepinen oder Thiaziden und thiazidartigen Entwässerungsmitteln behandelt werden, muss der Kalzium-Blutspiegel streng kontrolliert werden, da eine erhöhte Konzentration des Minerals das Risiko für Herzrhythmusstörungen oder Herzrasen (Tachykardie) steigert. Zudem kann Calcium die durch Entwässerungsmittel hervorgerufene Kalium-Ausscheidung verstärken und auch auf diese Weise unerwünschte Wirkungen auf das Herz hervorrufen.

Zwischen der Einnahme kalziumhaltiger Präparate und der anderer Medikamente sind vier Stunden Abstand einzuhalten. So wird die Aufnahme von Antibiotika (insbesondere von Tetrazyklinen und Gyrasehemmern), Bisphosphonaten, Eisenpräparaten, Natriumfluorid-haltigen Arzneimitteln und Levothyroxin durch Calcium beeinträchtigt. Wiederum hemmen Gallensäure-bindende Mittel (wie Colestyramin oder Colestipol), Sucralfat sowie aluminiumhaltige Arzneimittel die Aufnahme von Vitamin D3 und Calcium. Auch Spinat, Rhabarber und Vollkornprodukte sowie große Mengen Milch sollten nicht gemeinsam mit der Wirkstoffkombination verzehrt werden.

Gegenanzeigen

Die Kombination aus Vitamin D3 und Calcium darf nicht eingesetzt werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Vitamin D3 oder Calcium oder bei bestehender Vitamin-D-Überversorgung,
  • starken Kalkablagerungen in den Nieren und den ableitenden Harnwegen,
  • schweren Nierenfunktionsstörungen (keine Umwandlung von Vitamin D3 in Calcitriol),
  • gutartigen Tumoren (Adenomen) der Nebenschilddrüse,
  • erhöhter Kalzium-Konzentration im Blut (Hypercalcämie),
  • verstärkter Ausscheidung von Kalzium über die Nieren (Hypercalcurie),
  • einem Phosphat-Überschuss im Blut,
  • Krebserkrankungen des Knochengewebes oder des Knochenmarks,
  • Krebserkrankungen mit Bildung von Tochtergeschwülsten in Knochen,
  • einer Osteoporose, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen ist.


Nur nach Rücksprache mit dem Arzt und bei regelmäßiger Kontrolle des Kalzium-Blutspiegels dürfen Patienten mit leichten Nierenfunktionsstörungen, Nierensteinen sowie mit Sarkoidose (entzündliche Allgemeinerkrankung, die vor allem zu Veränderungen des Lungegewebes führt, aber auch den Knochenstoffwechsel beeinträchtigt) die Wirkstoffkombination einnehmen.

 

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Wirkstoffkombination aus Vitamin D3 und Calcium darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt zum Ausgleich eines bestehenden Mangels eingesetzt werden. Die Dosierungsvorschriften müssen genau eingehalten werden, da sowohl ein erhöhter Kalzium-Blutspiegel als auch eine Vitamin D3-Überdosierung die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann.

Die Einnahme von Vitamin D3 und Calcium in der Stillzeit kann den Kalzium- und Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch erhöhen. Erhält das Kind zusätzlich Vitamin-D-Präparate, ist eine Überversorgung nicht auszuschließen.

 

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Kombination aus Vitamin D3 und Calcium darf bei Kindern unter zwölf Jahren nur nach Verordnung durch den Arzt bei Vitamin D-Mangel angewendet werden.

Warnhinweise

  • Insbesondere bei älteren Personen und Menschen, die mit Herzglykosiden oder Entwässerungsmitteln behandelt werden, müssen Kalzium-Blutspiegel und Nierenfunktion während der Behandlung mit dem Medikament regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Bei stark erhöhter Kalzium-Konzentration im Blut oder Nierenfunktionsstörungen muss die Behandlung mit dem Medikament abgebrochen werden.
  • Das Medikament enthält Phenylalanin aus dem Süßstoff Aspartam. Phenylketonurie-Patienten sollten vor der Anwendung ihren Arzt befragen.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 30 Grad gelagert werden.
  • Das Behältnis ist fest verschlossen zu halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

 

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
 
20 Stück Kautablette
60 Stück Kautablette
100 Stück Kautablette

 

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Calcilac KT sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Vitamin D3 + Calcium (ggf. auch Generika).

 

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.