Atrovent LS 250myg/ml Inhalationslösung

Hersteller: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Ipratropium
Darreichnungsform: Lösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Atrovent LS 250myg/ml Inhalationslösung enthält den Wirkstoff Ipratropium. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Atrovent LS 250myg/ml Inhalationslösung.

Ipratropium wird bei Lungenerkrankungen wie beispielsweise COPD und Asthma eingesetzt, um die Beschwerden bei diesen Atemwegserkrankungen zu lindern.

Außerdem kann der Wirkstoff bei Störungen des Erregungsleitungssystems des Herzens (Blockierungen des AV-Knotens) und bei verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie) verordnet werden, um den Herzschlag bei diesen Herzrhythmusstörungen zu normalisieren.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ipratropium sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Muscarinrezeptor-Antagonisten, Antiarrhythmika, Antiasthmatika, zu welcher der Wirkstoff Ipratropium gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Vorbeugung und Behandlung von Luftnot bei duerhaft-entzündlicher Verengung der oberen Luftwege (mit oder ohne Aufblähung der Lunge)
  • leichtes bis mittelschweres Asthma, besonders bei begleitender Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • Vor- und Begleitbehandlung zu anderen Atemwegsmedikamenten, auch inhalierten, wie Beta-2-Sympathomimetika, Xanthinderivaten oder Glukokortikoide
  • Test zum Erkennen einer dauerhaften Verengung der Luftwege
  • zur Kreislaufentlastung bei der Intensivpflege und während der Narkose

Dosierung

Für Erwachsene und Jugendliche über zwölf Jahren bemisst sich die Einzeldosis auf 0,5 Milligramm des Wirkstoffs Ipratropiumbromid. Dies sind 20 Hübe aus dem Lösungsspender.

Für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ist die Einzeldosis 0,25 Milligramm des Wirkstoffs Ipratropiumbromid, was zehn Hüben entspricht.

Für jüngere Kinder (unter sechs Jahren) ist die Einzeldosis 0,1 bis 0,25 Milligramm des Wirkstoffs Ipratropiumbromid. Dies entspricht wiederum vier bis zehn Hüben.

Die Anwendung richtet sich prinzipiell nach der Beschwerdensituation.
Um unmittelbare Atemnot zu behandeln, wird zunächst eine Einzeldosis inhaliert. Tritt keine Besserung auf, können weitere Einzeldosen angewendet werden. Die Menge der Einzeldosen und der Abstand zwischen den einzelnen Anwendungen muss von einem Arzt kontrolliert werden. Das ist unerlässlich, um Überdosierungen zu vermeiden oder gegebenenfalls das Einleiten einer alternativen Therapie möglich zu machen.

Bei Kindern unter sechs Jahren sollte die Anwendung grundsätzlich nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Um lang anhaltende Atemnot zu behandeln, empfiehlt es sich für Erwachsene und Jugendliche über zwölf Jahren, die angegebene Einzeldosis drei- bis viermal täglich anzuwenden. Eine Entscheidung über die Anwendungshäufigkeit und die regelmäßige Kontrolle ist bei Kindern unter zwölf Jahren von einem Arzt zu treffen, wobei grundsätzlich die gleichen Einzeldosen verwendet werden.

Eine Dosis von über 80 Hüben täglich für Erwachsene oder über 40 Hüben täglich für Kinder ab zwölf Jahren muss ebenfalls vom Arzt kontrolliert werden. Dosierungen über dieses Maß hinaus dürfen nicht ohne ärztliche Zustimmung vorgenommen werden.

Die Wirkstoff-Lösung liegt in einem speziellen Lösungs-Spender vor. Zu ihrer Anwendung benötigt man ein Inhalationsgerät oder Beatmungsgerät. Zur Inhalationsvorbereitung wird die Wirkstoffmenge mit dem Spender exakt dosiert und mit drei bis vier Millilitern Kochsalzlösung verdünnt.
Man sollte mit der Anwendung der Geräte grundsätzlich vertraut sein, dafür die Herstellerangaben beachten und ärztlichen Rat einholen. Eine falsche und uneffiziente Anwendung macht den Behandlungserfolg zunichte und muss unbedingt vermieden werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Einnahme
Gelegentliche Nebenwirkungen:
Herzrhythmusstörungen (Herzrasen, oberhalb der Herzkammern und von den Herzkammern ausgehend)

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Herzklopfen

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Abnahme der Schweißproduktion (Wärmestau), Hautrötungen, Auslösung von Anfällen des Grünen Star, Anpassungsstörungen der Augenpupillen, Beschwerden beim Wasserlassen

Anwendung zur Inhalation
Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Schwindel, Rachenreizung, Husten, trockener Mund, Übelkeit, Störung der Magen-Darm-Tätigkeit

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, allergischer Schock, Gesichtsschwellung (Zunge, Lippen, Gesicht), verschwommenes Sehen, Pupillenerweiterung, erhöhter Augeninnendruck, Grüner Star, Augenschmerzen, Wahrnehmung von Lichtkreisen, Bindehautrötung, Hornhautschwellung, Herzklopfen, Herzrasen (von oberhalb der Herzkammern ausgehend), Bronchialkrämpfe (auch durch den Wirkstoff), Kehlkopfkrampf, Rachenschwellung, trockener Rachen, Mundschwellung, Geschmacksstörungen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Mundschleimhautentzündung, Ausschlag, Juckreiz, Harnverhalt

Seltene Nebenwirkungen:
Störung der Pupillenanpassung, Vorhofflimmern, beschleunigter Herzschlag, Nesselsucht

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen von Ipratropium sind bisher nur bei der Einnahme des Wirkstoffs aufgetreten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amantadin (Mittel bei Parkinson-Krankheit) oder Antiarrhythmika wie Chinidin sowie Wirkstoffen aus der Gruppe der tri- und tetrazyklischen Antidepressiva oder Neuroleptika wird die Wirkung von Ipratropium verstärkt.

Zu einer gegenseitigen Abschwächung der Wirkung kommt es bei gleichzeitiger Anwendung von Dopaminrezeptor-Agonisten (zum Beispiel dem Magenmittel Metoclopramid)

Werden gleichzeitig andere Anticholinergika wie zum Beispiel Pirenzepin eingenommen, können sich deren Wirkungen und Nebenwirkungen durch Ipratropium verstärken.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Ipratropium oder bei Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung, Verengungen im Magen-Darm-Kanal (mechanischen Stenosen) sowie einer Vergrößerung des Dickdarms (Megacolon) darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Ebenso darf Ipratropium nicht eingesetzt werden bei Patienten mit Wassereinlagerungen in der Lunge (akutes Lungenödem), einer speziellen Form des Grünen Star (Engwinkelglaukom, Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Herzfrequenz (Tachyarrhythmien) sowie schweren Erkrankungen des Hirngewebes (Zerebralsklerose).

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Hinweise auf eine schädigende Wirkung beim Ungeborenen während der Schwangerschaft sind nicht bekannt. Dennoch sollte die Anwendung von Ipratropium, vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft, vorsichtshalber nicht erfolgen, da durch den Wirkstoff Herzrhythmusstörungen beim Kind ausgelöst werden könnten.

Während der Stillzeit darf der Wirkstoff nicht angewendet werden, da er in die Muttermilch übergeht und dadurch Vergiftungserscheinungen beim Kind auftreten könnten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist zur Anwendung bei Kindern geeignet.

Warnhinweise

  • Während der Behandlung kann es zu einer verminderten Sehleistung kommen.
  • Das Reaktionsvermögen kann durch den Wirkstoff so weit vermindert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein kann.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Lösung)
20 Milliliter Lösung
202 Mikrogramm Ipratropium
100 Milliliter Lösung
202 Mikrogramm Ipratropium

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Atrovent LS 250myg/ml Inhalationslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ipratropium (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.