Das Bild zeigt Apfelbeeren.
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Aronia (Apfelbeere)

Die Aronia (Apfelbeere) ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt, obwohl sie viele wichtige Inhaltsstoffe beinhaltet. In der traditionellen Medizin setzen die amerikanischen Ureinwohner die Aronia schon lange als Heilpflanze ein, um bei Erkältungen zu helfen.

Aroniabeere

Das Besondere an den Aroniabeeren: Sie enthalten große Mengen bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe, die sogenannten Anthocyane. Diese Pflanzenstoffe wirken stark antioxidativ. Was den durchschnittlichen Anthocyan-Gehalt betrifft, liegt Aronia verglichen mit anderen Nahrungsmitteln an der Spitze.

Anthocyan-Gehalt im Vergleich

Lebensmittel Anthocyan-Gehalt (pro 100 Gramm)
Aroniabeeren, schwarz 200 bis 1.000 mg
Auberginen 750 mg
Schwarze Johannisbeeren 130 bis 400 mg
Heidelbeeren 83 bis 420 mg
Rhabarber 10 bis 200 mg
Brombeeren 115 mg
Himbeeren 10 bis 60 mg
Rotkohl 25 mg
Rotwein 24 bis 35 mg

Die in den Früchten der Aronia enthaltenen Anthocyane wirken im Versuch noch stärker antioxidativ als die Zellschutz-Vitamine C und E. Damit sollen Aroniabeeren den Körper vor einem Zuviel an freien Radikalen schützen. Diese aggressiven Sauerstoffverbindungen können in größeren Mengen das in den Körperzellen liegende Erbgut (die DNA) schädigen.

Der menschliche Organismus kann die Anthocyane der Aroniabeeren allerdings nur in geringem Umfang aufnehmen. Daher lässt sich bezweifeln, dass sich die starke antioxidative Wirkung der Aronia auch im Körper entfalten kann.

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Aroniasafts, die sich viele Menschen von der Aroniabeere versprechen, konnte wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Zwar gibt es einzelne wissenschaftliche Tier- und Laborversuche, die darauf hinweisen, dass sich die Inhaltstoffe der Aroniabeeren positiv auf die Hautalterung sowie bestimmte Krankheiten (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Grauer Star) auswirken. Für einen aussagekräftigen wissenschaftlichen Nachweis sind jedoch weitere Studien notwendig.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kommt Aronia vor allem in osteuropäischen Ländern als Heilpflanze gegen Bluthochdruck und Arterienverkalkung zum Einsatz. Dort werden die Aroniabeeren meistens zu Aroniasaft, -marmelade oder Wein verarbeitet. Zwar kann man die Aroniabeeren auch roh verzehren, durch den sehr säuerlich-herben Geschmack sind sie in dieser Form jedoch für viele Menschen nicht genießbar.

In der Lebensmittelindustrie werden verschiedene Zwischen- und Endprodukte aus der Aroniabeere gewonnen, wie beispielsweise:

  • Aroniasaft,
  • Fruchtpüree,
  • Fruchtpulver,
  • Fruchtpüree,
  • Aroniamarmelade,
  • Aroniasirup oder
  • Aroma- und Farbextrakte.

Prinzipiell unterscheidet man neun Aronia-Arten, eine Bedeutung als Heilpflanze haben allerdings nur zwei: die schwarze (Aronia melanocarpa) und die rote Apfelbeere (Aronia arbutifolia).

Die schwarze Apfelbeere, auch als schwarze Eberesche bekannt, ähnelt auf den ersten Blick der Holunderbeere oder der schwarzen Johannisbeere. Die Früchte der schwarzen Apfelbeere haben – wie der Name schon sagt – eine violett-schwarze Färbung. Von August bis September kann man die Aroniabeeren der schwarzen Aronia von den Sträuchern ernten. Ab September fallen die reifen Früchte von selbst auf den Boden. Die Aroniapflanze verträgt Kälte mit Temperaturen von bis -30 °C, weshalb sie auch in den skandinavischen Ländern oder Russland zu finden ist.

Die rote Apfelbeere, auch filzige Apfelbeere genannt, ist nicht so bekannt wie die schwarze. Sie wächst strauchartig bis zur einer Höhe von zwei Metern, kann bei einem nährstoffreichen Boden aber sogar bis zu drei Meter groß werden. Der Name dieser Pflanze leitet sich von den hellroten, erbsengroßen Früchten ab, die man ab September ernten kann. Im Gegensatz zu den Früchten der schwarzen Apfelbeere bleiben die Beeren der roten Aronia sogar bis Dezember an den Sträuchern hängen. Die rote Apfelbeere ist äußerst frosthart und auch gegen Schädlinge und Krankheiten nahezu resistent.

So wirkt die Aroniabeere

Die Beeren der Aronia (Apfelbeere) sollen den Körper vor schädlichen Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) schützen, da sie besonders reich an Antioxidantien sind. Freie Radikale entstehen im Rahmen ganz normaler Stoffwechselprozesse und werden in geringen Mengen auch benötigt. Ein Zuviel davon ist allerdings schädlich und zum einen zur Hautalterung bei und begünstigt zum anderen möglicherweise bestimmte Erkrankungen.

Aronia wirkt noch stärker antioxidativ als Vitamin C und E. Der Grund: Sie enthalten bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Anthocyane. Sie gelten als besonders effektive Radikalfänger. Keine andere Pflanze enthält so viele antioxidative Anthocyane wie die Aroniabeere. Dieser Pflanzenstoff bindet sich im Körper sehr schnell an überschüssige freie Radikale und macht sie so unschädlich.

Anthocyane gehören zur Gruppe der Flavonoide und kommen nahezu in allen Blüten und Pflanzen vor, die eine rote, blaue oder blauschwarze Färbung haben. Sie sind zum Beispiel für die intensive Blaufärbung der Holunderbeere, der Aubergine, der Heidelbeere und der Aronia verantwortlich und schützen die Früchte vor oxidativen Schäden – etwa durch ionisierende Strahlung oder übermäßiges Sonnenlicht. Wegen ihrer kräftigen Farbe dient die Aroniabeere häufig auch als natürliche Lebensmittelfarbe, zum Beispiel, um Joghurts, Fruchtsäfte oder Soßen zu färben.

Für die möglichen gesundheitsfördernden Wirkungen der Aronia werden neben den erwähnten Anthocyanen auch die darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe verantwortlich gemacht. Bis auf Vitamin B12 und Vitamin D enthalten die Früchte alle für den Menschen notwendigen Vitamine. Insbesondere der Gehalt an Carotinoiden, wie beispielsweise Provitamin A, ist im Vergleich zu anderen Beeren in Aronia besonders hoch.

Einzelne wissenschaftliche Tier- und Laborversuche weisen darauf hin, dass die Inhaltstoffe der Aroniabeeren mit verschiedenen gesundheitsfördernden Wirkungen in Verbindung stehen.

Mögliche Wirkungen der Aroniafrüchte auf die Gesundheit:

Die positiven Effekte auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Risikofaktoren wie beispielsweise Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte sind nach Meinung der Forscher auf verschiedene Ursachen zurückzuführen – in erster Linie jedoch auf das hohe antioxidative Potential der Aronia.

Umfassend wissenschaftlich belegt ist die Wirkung der Aronia jedoch nicht. Die meisten klinischen Studien weisen eine schlechte Qualität auf und stellen bisher lediglich eine Tendenz dar. Um endgültige Aussagen zur Wirkung der Aroniabeere treffen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Anwendungsgebiete

In Deutschland wird die Aronia bislang hauptsächlich eingesetzt, um Lebensmittel zu färben oder um Fruchtsaft zu gewinnen. Durch den hohen Farbstoff-Gehalt der Beeren lässt sich mithilfe von Aronia die Farbe von Fruchtjoghurts oder -marmeladen auf natürliche Weise verstärken.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kommt die Aroniabeere vor allem in osteuropäischen Ländern als Heilpflanze gegen Erkältungen, Bluthochdruck und Arterienverkalkung zum Einsatz. In Russland kommt Aronia auch zur Linderung verschiedener Beschwerden oder typischen Kinderkrankheiten zum Einsatz – etwa bei Masern, Scharlach, außerdem bei Magenschmerzen und Vitaminmangelerkrankungen.

Durch ihre Fähigkeit als Radikalfänger sollen die Beeren der Aronia vor allem vor oxidativem Stress schützen, der etwa durch Umweltverschmutzung oder intensive Sonnenstrahlung entsteht. Auch Rauchen oder Alltagsstress führen im Körper zu oxidativem Stress, der in der Folge Zellen schädigen und bestimmte Krankheiten begünstigen kann. Zu diesen Erkrankungen zählen:

Ob Aroniabeeren den Menschen tatsächlich vor Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen schützen, konnte in wissenschaftlichen Studien bislang allerdings nicht eindeutig bestätigt werden.

Dosierung und Anwendung

Die Beeren der Aronia werden vor allem als Tee oder Fruchtsaft verwendet. Da der dunkelrote bis schwarze Aroniasaft einen sehr herben Geschmack hat, trinkt man ihn häufig mit anderen Säften zusammen als Mischfruchtsaft oder er wird von der Industrie zu Likör oder Wein verarbeitet.

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Aroniabeeren können Sie fertig verpackt als getrockneten und gemahlenen Aroniatee kaufen. Der darin enthaltene Trester besteht aus Aroniaschalen und -kernen, welche bei der Verarbeitung der Aroniabeere zu Saft entstehen.

Für die Zubereitung eines Aroniatees setzen Sie 2-3 gehäufte Teelöffel des getrockneten Tresters mit einer Tasse kaltem Wassers an, kochen die Mischung zehn Minuten und gießen sie schließlich heiß durch ein Sieb ab.

Neben einer Anwendung der Aroniabeeren als Tee oder Fruchtsaft können Sie auch Aroniamarmelade herstellen. Wen die recht hohen Preise von abgepackten Aroniamarmeladen im Supermarkt abschrecken, kann diese auch selbst kochen. Dazu pürieren Sie die Beeren zunächst zu einem feinen Brei, bevor Sie sie anschließend mit derselben Menge Gelierzucker in einen Topf geben und bei starker Hitze aufkochen. Die Mischung dann einfach 4 Minuten kochen lassen, vom Herd nehmen, in mehrere Einmachgläser füllen und luftdicht verschließen.

Hinweise

Bei der Anwendung von Aronia sind keine Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt. Der Verzehr von rohen Aroniabeeren kann aufgrund des säuerlich-herben Geschmacks ein raues und pelziges Gefühl im Mund verursachen.