Das Bild zeigt eine Baldrianpflanze.
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Baldrian

Die Heilpflanze Baldrian hat verschiedene Wirkungen, ist aber vor allem als Beruhigungsmittel bekannt.

Überblick

Traditionell kommt Baldrian bei Unruhe- und nervösen Spannungszuständen zum Einsatz, aber auch bei nervös bedingten Schlafstörungen. Zudem soll sich Baldrian bei Leistungs- und Konzentrationsschwäche positiv auswirken.

Unterstützend soll Baldrian bei Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Reizmagen, Reizblase und Magenkrämpfen Beschwerden lindern. Die Wirksamkeit von Baldrian für diese letzteren Anwendungsbereiche ist jedoch nicht ausreichend belegt und beruht eher auf volkstümlicher Überlieferung.

Baldrian kann man in Form von Tees, Tropfen, Dragees und Kapseln oder äußerlich als Bad anwenden. Baldrian lässt sich gut mit anderen beruhigend wirkenden Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse und Passionsblume kombinieren.

Die beruhigende und schlaffördernde Wirkung von Baldrian tritt jedoch nicht sofort, sondern allmählich ein und kommt erst nach einigen Tagen zum Tragen. Deshalb ist eine Einnahme von wenigstens zwei bis vier Wochen zu empfehlen.

Botanisches:
Baldrian wächst in Stauden und kann eine Höhe von 50 bis 150 Zentimetern erreichen, wobei der runde und hohe Stängel meist nur in der oberen Hälfte verzweigt ist. Die hellrosa bis weißen Blüten sind in rispigen Trugdolden angeordnet und besitzen einen angenehmen Duft. Erst beim Trocknen der Blüten entsteht der charakteristische Baldrian-Geruch. Medizinisch verwendet man in der Regel die Baldrianwurzel (Valerianae radix).

Wirkung

Baldrian findet vor allem wegen seiner beruhigenden Wirkung Verwendung. Die Heilpflanze hilft bei nervositätsbedingten Einschlafproblemen und kann das Durchschlafen fördern. Sie wirkt sich außerdem günstig auf Konzentrations- und Leistungsfähigkeit aus. Auch bei innerer Unruhe und nervöser Anspannung soll Baldrian eine positive Wirkung haben und zu mehr Ausgeglichenheit verhelfen. Wer Baldrian bei nervöser Anspannung und / oder Schlafproblemen einnimmt, kann in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen mit einer Verbesserung der Beschwerden rechnen.

Bei einer zu niedrigen Baldrian-Dosierung kann es unter Umständen zu einem gegenteiligen Effekt der angestrebten Wirkung kommen (sog. paradoxe Reaktion). Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man – wie häufig bei traditioneller Anwendung empfohlen – eine Dosierung von zehn bis zwanzig Tropfen auf einen Zuckerwürfel wählt. Besser wäre stattdessen eine Dosierung von ein bis zwei Teelöffeln Baldrian-Tropfen.

Bei Schlafstörungen gilt eine Dosierung von mindestens 600 Milligramm Trockenextrakt pro Tag als empfehlenswert.

Inhaltsstoffe

Baldrian enthält unter anderem folgende Inhaltsstoffe:

  • ätherische Öle
  • Aminosäuren (wie Gamma-Aminobuttersäure)
  • Lignane
  • Alkaloide
  • Gerb- und Schleimstoffe
  • Valepotriate

Die beruhigende und schlaffördernde Wirkung entsteht wahrscheinlich vor allem durch die ätherischen Öle. Endgültig geklärt ist dies jedoch noch nicht. Man vermutet, dass Baldrian Einfluss auf einen bestimmten Neurotransmitter nimmt: die Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Baldrian soll bewirken, dass mehr GABA ausgeschüttet wird und gleichzeitig deren Wiederaufnahme hemmen.

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Nebenwirkungen

Gelegentlich können bei der Einnahme von Baldrian Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme oder Kopfschmerzen auftreten.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von hochdosiertem Baldrian mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln kann deren Wirkung unter Umständen verstärken oder verlängern.