Heidelbeeren in einer Schüssel
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Heidelbeeren

Die Heidelbeere – auch Blaubeere genannt – ist ein Strauch, dessen kugelige, blauschwarze und süß schmeckende Früchte nicht nur als Lebensmittel gesund sind, sondern auch zu medizinischen Zwecken genutzt werden. Lesen Sie hier, in welchen Gebieten sich die kleinen Beeren anwenden lassen.

Allgemeines

Der botanische Name der Heidelbeere lautet Vaccinium myrtillus. Der erste Teil des Namens (Vaccinium) bezeichnet die Pflanzengattung und verrät, dass Heidelbeeren Beerensträucher sind (lat. bacca = Beere, baccinium = Beerenstrauch). Der zweite Teil des Namens (myrtillus) bezeichnet die Pflanzenart und bezieht sich auf die Ähnlichkeit zwischen der Blaubeere und der Myrte (lat. myrtus): Beide haben ledrige Blätter – allerdings sind die Heidelbeerblätter kleiner (darum die verkleinernde Bezeichnung myrtillus).

Heidelbeeren gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die Heidelbeere ist auf der gesamten kalten und kalt-gemäßigten nördlichen Halbkugel verbreitet. In Deutschland wächst die Blaubeere in Laub- oder Nadelwäldern, auf Heiden und in Torfmooren. Der Strauch ist bis zu 50 Zentimeter hoch und buschig. Die Blüten sitzen einzeln oder zu zweit an den Blattachsen und sind grünlich bis blassrosa gefärbt. Die Heidelbeere blüht von April bis August; die Ernte der Beeren findet von Juli bis September statt.

Im Mittelalter war die Äbtissin Hildegard von Bingen die Erste, die in einem ihrer Kräuterbücher über die Heilwirkung der Heidelbeere schrieb. Gerne setzten die Menschen Sirup, Mus oder Wein aus Blaubeeren ein. In der Volksheilkunde fanden (und finden auch heute noch) die reifen Früchte (sowohl frische als auch getrocknete Heidelbeeren) und die Laubblätter (getrocknet) Verwendung. Da die Blätter der Heidelbeere giftig sind und somit mehr schaden als nützen können, ist von ihrem Einsatz als Arzneimittel jedoch abzuraten.

Heidelbeeren sind gesund und kalorienarm

Auch die frischen Früchte gelten heute vorwiegend als Nahrungsmittel. Unter anderem wegen des hohen Gehalts an Vitamin C und Vitamin E sowie an Antioxidantien und Mineralstoffen sind frische Heidelbeeren gesund! Zudem sind Blaubeeren vergleichsweise kalorienarm. 100 Gramm enthalten rund 38 Kilokalorien. Häufig dienen Blaubeeren beispielsweise zur Herstellung von Marmelade.

Zu medizinischen Zwecken nutzt man in der Regel die getrockneten Heidelbeeren. Je nach Anwendung sollen sie unter anderem

Wirkung und Inhaltsstoffe

Heidelbeeren enthalten hohe Mengen an Gerbstoffen, vorwiegend Catechingerbstoffe, sowie andere pflanzliche Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Fruchtsäuren und Flavonoide. Außerdem ist der Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure) in Heidelbeeren sehr hoch. Die Wirkung der Heidelbeere beruht jedoch vor allem auf ihrem Gerbstoffgehalt.

Gerbstoffe kommen zum Einsatz, um Blutungen zu stillen und Wunden sowie Entzündungen der Haut oder Schleimhäute zu behandeln. Zusätzlich wirken Heidelbeeren aufgrund der Gerbstoffe leicht antibakteriell und leicht schmerzlindernd und können im getrockneten Zustand Durchfallerkrankungen entgegenwirken. Frische Blaubeeren wirken allerdings leicht abführend.

Obwohl die Blätter der Heidelbeere auch eine medizinische Wirkung haben (da sie wie die reifen Heidelbeeren Gerbstoffe enthalten), ist ihre Verwendung wegen ihrer teils giftigen Inhaltsstoffe nicht zu empfehlen.

Anwendungsgebiete

Heidelbeeren haben verschiedene traditionelle Anwendungsgebiete: Im getrockneten Zustand können die reifen Früchte der Heidelbeere innerlich bei akuten und nicht abgeklärten Durchfallerkrankungen zum Einsatz kommen. Aber Achtung: Frische Heidelbeeren sind leicht abführend!

Äußerlich angewendet sind sie als örtliche Behandlung von leichten Schleimhautentzündungen im Mund und Rachen geeignet. Allerdings sind die Früchte (und auch kleine anderen Pflanzenteile) der Blaubeere nicht als traditionelle Arzneimittel registriert. Aus frischen Heidelbeeren gewinnt man Anthocyane für Fertigarzneimittel, die traditionell zum Einsatz kommen, um der Nachtblindheit (Hemeralopie) vorzubeugen und die Sehleistung bei Dunkelheit zu verbessern.

Dosierung und Anwendung

Bei Heidelbeeren gilt für die Dosierung (bei Anwendung getrockneter Früchte der Heidelbeere): Verwenden Sie als Tagesdosis maximal 20 bis 60 Gramm (g) getrocknete Heidelbeeren! Für die Behandlung von Durchfallerkrankungen können Sie aus den getrockneten Früchten der Blaubeere einen Tee bereiten. Für die äußere Anwendung, zum Beispiel als Mundspülung oder Gurgelmittel, können Sie eine Heidelbeer-Lösung herstellen.

Heidelbeer-Tee

Setzen Sie einen Esslöffel (etwa 10 g) getrocknete und zerquetschte Heidelbeeren mit einer Tasse (150 ml) kochendem Wasser an, kochen Sie die Mischung zehn Minuten und gießen Sie diese schließlich noch heiß durch ein Sieb ab. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse des frischen, erkalteten Heidelbeer-Tees. Alternativ können Sie die getrockneten Blaubeeren zwei Stunden in kaltem Wasser quellen lassen oder einfach ein bis zwei Teelöffel getrocknete Heidelbeeren mit etwas Flüssigkeit verzehren.

Heidelbeer-Mundspülung:

Setzen Sie einen Esslöffel (etwa 10 g) getrocknete Heidelbeeren mit 100 ml Wasser an, kochen Sie das Ganze zehn Minuten und gießen Sie den Sud schließlich durch ein Sieb ab. Mit der erkalteten Lösung können Sie mehrmals täglich den Mund spülen oder gurgeln.

Hinweise

Wer Heidelbeeren (Blaubeeren) zur Behandlung einsetzen möchte, sollte folgende Hinweise beachten:

  • Der hohe Gerbstoffgehalt der Blaubeeren kann die Aufnahme von zusätzlich verwendeten Arzneimitteln verschlechtern. Nehmen Sie getrocknete Heidelbeeren darum nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln ein.
  • Schwangere und stillende Frauen sollten getrocknete Heidelbeeren nur bei leichten Durchfallerkrankungen verwenden.
  • Bei schweren, länger als drei Tagen anhaltenden Beschwerden ist in jedem Fall ein Arztbesuch ratsam.
  • Für Kinder unter vier Jahren ist von Heidelbeeren als Arzneimittel grundsätzlich abzuraten, da die Auswirkungen der Behandlung nicht ausreichend untersucht sind.
  • Zubereitungen aus Blättern der Heidelbeere können besonders bei längerer Anwendung zu Vergiftungserscheinungen führen und sind daher zu vermeiden.