Impfstoffe in Produktion
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Corona-Impfstoffe: Neue Technologien in der Entwicklung

Die Entwicklung der Corona-Impfstoffe ist noch lange nicht am Ende. Neue Virenstämme stellen Forschende vor Herausforderungen. Um den Virusvarianten und Mutationen zuvorzukommen, arbeiten Fachleute auf Hochtouren an neuen Vakzinen. Zwei weitere Impfstoffe, welche aktuell in Phase-3-Studien vorgestellt werden, basieren auf neuen Technologien.

Pflanzliche Corona-Impfung aus Tabakpflanze

Das pflanzliche Vakzin CoVLP wird in den Blättern der Tabakpflanze Nicotiana bentha­miana hergestellt. Die australische Pflanze steht bereits seit längerer Zeit im Fokus der Forschung, da sie von verschiedenen Viren befallen wird. Sars-CoV-2 infiziert die Pflanze an sich nicht. Mithilfe eines spezifischen Bakteriums können Teile von Sars-CoV-2 in die Zelle der Pflanze integriert werden.

Die Pflanze produziert Partikel, die der Struktur des Virus ähneln  sogenannte „Coronavirus Virus-Like-Particle“ (CoVLP). Sie selbst sind aufgrund ihrer Struktur allerdings nicht infektiös. Dennoch tragen sie auf ihrer Oberfläche Antigene, die das Immunsystem anregen, Antikörper gegen Sars-CoV-2 zu bilden. Zur Verstärkung der Antigene wird zudem ein Wirkverstärker, ein sogenanntes Adjuvans, verwendet.

Phase-3-Studie zeigt Schutzwirkung

Die Wirksamkeit des Vakzins wurde im vergangenen Jahr im Zeitraum zwischen März und September in einer Studie mit 24.141 Testpersonen im Altersdurchschnitt von 29 Jahren untersucht. Die Impfung wurde im Abstand von 21 Tagen muskulär injiziert. Während ein Teil der Proband*innen das Vakzin erhielt, wurde einer weiteren Gruppe ein Placebo geimpft.

Erste Auswertungen zeigten eine Wirksamkeit des Vakzins von 69,5 Prozent. Der Schutz vor mittelschweren bis schweren Erkrankungen betrug 78,8 Prozent. Bei Impfdurchbrüchen der Kontrollgruppe machte sich zudem eine Viruslast bemerkbar, die im Vergleich zur Placebogruppe um das 100-fache niedriger war.

Chinesischer Proteinimpfstoff verspricht hohen Schutz

Der Corona-Impfstoff ZF2001 des chinesischen Impfstoffherstellers Anhui Zhifei Longcom ist ein proteinbasierter Impfstoff, ebenso wie das bereits zugelassene Vakzin von Novavax. Während der Impfstoff von Novavax das gesamte Spike-Protein von Sars-CoV-2 enthält, setzt sich ZF2001 nur über die Rezeptorbindungsstelle (RBD) zusammen. Das Vakzin bietet eine optimale Schutzwirkung, da die Antikörper gegen Rezeptorbindungsstellen die stärkste neutralisierende Wirkung haben. Es werden nach der Impfung also Antikörper gebildet, die spezifisch für die RBD sind. Bei einer nachfolgenden Infektion mit dem Corona-Virus erkennen die Antikörper über diese RBD das Virus und können es ausschalten. 

Erste Studien bestätigen dies: Das Vakzin erreicht eine Impfstoffwirksamkeit von 75,7 Prozent. Vor schweren Covid-19-Verläufen schützt der chinesische Corona-Impfstoff zu 86,5 Prozent. Schwere Impfreaktionen sind während der Studie nicht aufgetreten.

Schutz vor Omikron noch nicht geklärt

Da der Schutz beider Impfstoffe vor der Omikron-Variante und deren Subtypen bestimmt wurde, ist noch nicht geklärt, ob und wie stark die Vakzine bei Omikron wirken.