Zopiclon

Allgemeines

Einsatzgebiet für Zopiclon ist die kurzzeitige Behandlung von Schlafstörungen. Allerdings sollte der Wirkstoff nur bei schwerwiegenden Schlafstörungen und auf Anweisung des Arztes angewendet werden. Für leichte Ein- und Durchschlafstörungen ist er nicht angezeigt.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Einschlafen und Durchschlafen fördern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Zopiclon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Zopiclon nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Zopiclon darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Außerdem ist die Anwendung von Zopiclon bei schweren Leberfunktionsstörungen, beim Schlafapnoe-Syndrom, bei einer fortschreitende Muskelschwäche vom Typ Myasthenia gravis und bei schweren Atemfunktionsstörungen verboten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es wird empfohlen, Zopiclon während der Schwangerschaft nicht einzunehmen.
Da Zopiclon über die Muttermilch ausgeschieden wird, sollte es auch nicht von stillenden Müttern angewendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt darf Zopiclon in der Schwangerschaft eingenommen werden. Dabei sollte beachtet werden, dass nach längerer Anwendung beim Neugeborenen Entzugserscheinungen möglich sind.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zopiclon sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Zopiclon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Zopiclon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Gedächtnisverlust, Schläfrigkeit, Benommenheit, bittere Geschmacksempfindungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Appetitlosigkeit, Schwäche, Sensibilitätsstörung, Unwohlsein, Lichtempfindlichkeit, Gangstörung, Koordinationsstörung, Verwirrtheit, herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit, Teilnahmslosigkeit, Depression, Schwindelgefühl, verändertes Sehvermögen, Doppelbilder, Übelkeit und Erbrechen, Magen-Darm-Probleme.

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden, Veränderung des Sexualverlangens, Hautreaktionen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Allergische (anaphylaktische) Reaktionen, Angioödeme (Schwellung von Haut und Schleimhäuten).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Leberschaden (meist beschrieben als Anstieg der Leberwerte).

Besonderheiten:
Zusätzlich können psychiatrische und "paradoxe" Reaktionen auftreten wie Unruhe, Aufgeregtheit, Reizbarkeit, Enthemmung, Aggressivität, abnormes Denken, Wahnvorstellungen, Wutausbrüche, Alpträume, Halluzinationen,
Psychosen, unangemessenes Verhalten, wesensfremde Extrovertiertheit und andere Verhaltensauffälligkeiten. Als "paradox" werden diese Reaktionen deshalb bezeichnet, weil sie das Gegenteil der erwünschten beruhigenden und schlaffördernden Wirkung sind.

Die Anwendung kann zur Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit führen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Zopiclon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Anwendung von Alkohol kann die Wirkung von Zopiclon auf nicht vorhersehbare Weise verstärken und verändern.

Auch andere Wirkstoffe mit Wirkung auf das Gehirn (Neuroleptika, Antidepressiva, Schlafmittel, angstlösende Mittel, Beruhigungsmittel, Narkosemittel, Antiepileptika, manche H1-Antihistaminika und Lithium) führen zu einer gegenseitigen Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf die Gehirnfunktion.

Besonders die gleichzeitige Anwendung von opioiden Schmerzmitteln kann zu Betäubung, Unterdrückung der Atemfunktion, Koma und Tod führen. Erachtet der Arzt eine gleichzeitige Verschreibung in Ausnahmefällen für notwendig, wird er die niedrigste wirksame Dosis wählen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Narkoanalgetika (zur Narkoseeinleitung) können die euphorisierende Wirkung verstärken und beschleunigen die Abhängigkeitsentwicklung. Muskelrelaxanzien (zur Muskelerschlaffung) können bei gleichzeitiger Gabe von Zopiclon in ihrer Wirkung verstärkt werden.

Stoffe, die den Abbau von Zopiclon im Körper verhindern oder verlangsamen, wie zum Beispiel der H2-Rezeptorblocker Cimetidin, Imidazole und Triazole (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Makrolid-Antibiotika und Grapefruitsaft, führen zu einer Wirkungsverstärkung von Zopiclon.

Stoffe, die den Abbau von Zopiclon im Körper steigern, wie zum Beispiel das Antibiotikum Rifampicin und die Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika) Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital) führen zu einer Wirkungsabschwächung von Zopiclon.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei zu kurzen Schlafperioden sind Gedächtnisstörungen möglich.
  • Bei psychischen und paradoxen Reaktionen (siehe Nebenwirkungen) ist die Behandlung abzubrechen.
  • Zusammen mit dem Wirkstoff sollte kein Alkohol eingenommen werden.
  • Der Wirkstoff sollte bei Patienten mit früherem Alkohol- oder Arzneimittel-Missbrauch nur mit äußerster ärztlicher Vorsicht angewandt werden.
  • Bei Gedächtnisverlust, Gewöhnung, Abhängigkeit oder bei Entwicklung einer Schlaflosigkeit trotz Wirkstoffeinnahme ist die Behandlung abzubrechen.
  • Die Anwendung des Wirkstoffs kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen.
  • Die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden.
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße nach unzureichender Schlafdauer oder Alkoholkonsum.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Zopiclon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Zopiclon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten

So wirkt Zopiclon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Zopiclon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Schlafmittel, zu welcher der Wirkstoff Zopiclon gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Zopiclon

Einsatzgebiet für Zopiclon ist die kurzzeitige Behandlung von Schlafstörungen. Allerdings sollte der Wirkstoff nur bei schwerwiegenden Schlafstörungen und auf Anweisung des Arztes angewendet werden. Für leichte Ein- und Durchschlafstörungen ist er nicht angezeigt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Zopiclon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Zopiclon

Zopiclon ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der so genannten GABA-Agonisten. Es imitiert die Wirkung des schlafregulierenden Nervenbotenstoffes GABA.

Zopiclon bindet im Gehirn an eine bestimmte Bindungsstelle (GABA-Rezeptor-Komplex) und führt so zu einem vermehrten Einstrom des zentral dämpfenden Botenstoffes GABA in das Gehirn. Es hat damit eine dämpfende Wirkung auf das Gehirn und steigert die Schläfrigkeit.

Zopiclon verkürzt die Einschlafzeit, verlängert die Durchschlafzeit, reduziert das nächtliche und das frühmorgendliche Erwachen und verbessert so den Schlaf. Zopiclon scheint den Schlafablauf wenig zu beeinflussen. Besonders die Traumphasen werden kaum unterdrückt, was den Schlaf erholsam macht.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.