Ximovan

Hersteller: Aventis Pharma Deutschland GmbH
Wirkstoff: Zopiclon
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Ximovan enthält den Wirkstoff Zopiclon.

Einsatzgebiet für Zopiclon ist die kurzzeitige Behandlung von Schlafstörungen. Allerdings sollte der Wirkstoff nur bei schwerwiegenden Schlafstörungen und auf Anweisung des Arztes angewendet werden. Für leichte Ein- und Durchschlafstörungen ist er nicht angezeigt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Zopiclon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Schlafmittel, zu welcher der Wirkstoff Zopiclon gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen (nur bei ausgeprägten Schlafstörungen anwenden)

Dosierung

Erwachsene erhalten als Tageshöchstdosis 7,5 Milligramm, ältere Patienten 3,75 Milligramm. Die angegebenen Dosierungen sollten nicht überschritten werden.
Bei geschwächten Patienten und solchen mit eingeschränkter Leber-, Nieren- und Lungenfunktion sollte die Behandlung mit 3,75 Milligramm Zopiclon als Tagesdosis begonnen werden.

Die Tabletten abends direkt vor Schlafengehen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit (zum Beispiel einem Glas Wasser) einnehmen. Die Behandlung so kurz wie möglich halten: Die Therapie einschließlich der schrittweisen Absetzphase sollte maximal vier Wochen dauern. Eine Verlängerung der Behandlung über diesen Zeitraum hinaus sollte nicht ohne erneute Beurteilung des Patientenzustandes erfolgen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat
  • Hypromellose
  • Lactose-Monohydrat
  • Magnesiumstearat
  • Poly(O-carboxymethyl)-stärke-Natriumsalz
  • Titandioxid (E 171)
  • Weizenstärke

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Gedächtnisverlust, Schläfrigkeit, Benommenheit, bittere Geschmacksempfindungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Appetitlosigkeit, Schwäche, Sensibilitätsstörung, Unwohlsein, Lichtempfindlichkeit, Gangstörung, Koordinationsstörung, Verwirrtheit, herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit, Teilnahmslosigkeit, Depression, Schwindelgefühl, verändertes Sehvermögen, Doppelbilder, Übelkeit und Erbrechen, Magen-Darm-Probleme.

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden, Veränderung des Sexualverlangens, Hautreaktionen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Allergische (anaphylaktische) Reaktionen, Angioödeme (Schwellung von Haut und Schleimhäuten).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Leberschaden (meist beschrieben als Anstieg der Leberwerte).

Besonderheiten:
Zusätzlich können psychiatrische und "paradoxe" Reaktionen auftreten wie Unruhe, Aufgeregtheit, Reizbarkeit, Enthemmung, Aggressivität, abnormes Denken, Wahnvorstellungen, Wutausbrüche, Alpträume, Halluzinationen,
Psychosen, unangemessenes Verhalten, wesensfremde Extrovertiertheit und andere Verhaltensauffälligkeiten. Als "paradox" werden diese Reaktionen deshalb bezeichnet, weil sie das Gegenteil der erwünschten beruhigenden und schlaffördernden Wirkung sind.

Die Anwendung kann zur Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit führen.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Alkohol kann die Wirkung von Zopiclon auf nicht vorhersehbare Weise verstärken und verändern.

Auch andere Wirkstoffe mit Wirkung auf das Gehirn (Neuroleptika, Antidepressiva, Schlafmittel, angstlösende Mittel, Beruhigungsmittel, Narkosemittel, Antiepileptika, manche H1-Antihistaminika und Lithium) führen zu einer gegenseitigen Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf die Gehirnfunktion.

Besonders die gleichzeitige Anwendung von opioiden Schmerzmitteln kann zu Betäubung, Unterdrückung der Atemfunktion, Koma und Tod führen. Erachtet der Arzt eine gleichzeitige Verschreibung in Ausnahmefällen für notwendig, wird er die niedrigste wirksame Dosis wählen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Narkoanalgetika (zur Narkoseeinleitung) können die euphorisierende Wirkung verstärken und beschleunigen die Abhängigkeitsentwicklung. Muskelrelaxanzien (zur Muskelerschlaffung) können bei gleichzeitiger Gabe von Zopiclon in ihrer Wirkung verstärkt werden.

Stoffe, die den Abbau von Zopiclon im Körper verhindern oder verlangsamen, wie zum Beispiel der H2-Rezeptorblocker Cimetidin, Imidazole und Triazole (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Makrolid-Antibiotika und Grapefruitsaft, führen zu einer Wirkungsverstärkung von Zopiclon.

Stoffe, die den Abbau von Zopiclon im Körper steigern, wie zum Beispiel das Antibiotikum Rifampicin und die Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika) Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital) führen zu einer Wirkungsabschwächung von Zopiclon.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Zopiclon darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Außerdem ist die Anwendung von Zopiclon bei schweren Leberfunktionsstörungen, beim Schlafapnoe-Syndrom, bei einer fortschreitende Muskelschwäche vom Typ Myasthenia gravis und bei schweren Atemfunktionsstörungen verboten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es wird empfohlen, Zopiclon während der Schwangerschaft nicht einzunehmen.
Da Zopiclon über die Muttermilch ausgeschieden wird, sollte es auch nicht von stillenden Müttern angewendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt darf Zopiclon in der Schwangerschaft eingenommen werden. Dabei sollte beachtet werden, dass nach längerer Anwendung beim Neugeborenen Entzugserscheinungen möglich sind.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zopiclon sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Warnhinweise

  • Die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden.
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße nach unzureichender Schlafdauer oder Alkoholkonsum.
  • Bei zu kurzen Schlafperioden sind Gedächtnisstörungen möglich.
  • Bei psychischen und paradoxen Reaktionen (siehe Nebenwirkungen) ist die Behandlung abzubrechen.
  • Zusammen mit dem Wirkstoff sollte kein Alkohol eingenommen werden.
  • Der Wirkstoff sollte bei Patienten mit früherem Alkohol- oder Arzneimittel-Missbrauch nur mit äußerster ärztlicher Vorsicht angewandt werden.
  • Bei Gedächtnisverlust, Gewöhnung, Abhängigkeit oder bei Entwicklung einer Schlaflosigkeit trotz Wirkstoffeinnahme ist die Behandlung abzubrechen.
  • Die Anwendung des Wirkstoffs kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen.
  • Der Gehalt an Weizenstärke kann für Personen mit Zöliakie schädlich sein.
  • Zur Beendigung der Therapie die Dosis langsam reduzieren, da es sonst zu einem starken Wiederauftreten der Schlafstörungen kommen kann (Rebound).
  • Bei Leberfunktionsstörungen und Nierenfunktionsstörungen ist besondere Vorsicht geboten und gegebenfalls die Dosis zu reduzieren.
  • Die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und vier Wochen nicht übersteigen. Eine Verlängerung der Behandlung über diesen Zeitraum hinaus sollte nicht ohne erneute Beurteilung des Zustandsbildes erfolgen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
10 Stück Filmtabletten
7,5 Milligramm Zopiclon
20 Stück Filmtabletten
7,5 Milligramm Zopiclon

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Ximovan sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Zopiclon (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.