Valsartan + Sacubitril

Allgemeines

Die Kombination wird bei erwachsenen Patienten zur Behandlung einer chronischen Herzmuskelschwäche mit verminderter Pumpleistung des Herzens angewendet.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Natrium- und Wasserausscheidung über die Niere fördern
  • Blutgefäße weitstellen
  • Angiotensin-Wirkung aufheben
  • Neprilysin-Wirkung aufheben
  • Spätschäden an Herz und Gefäßen verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Valsartan + Sacubitril im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Valsartan + Sacubitril nicht verwendet werden?

Die Anwendung der Kombination ist verboten bei
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe
  • gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern (erst 36 Stunden nach Ende einer Therapie mit ACE-Hemmern darf die Kombination eingesetzt werden)
  • Gesichtsschwellungen (Angioödem) in der Vorgeschichte, die angeboren sind oder im Zusammenhang mit einer früheren Therapie mit ACE-Hemmern oder AT1-Rezeptor-Antagonisten stehen
  • gleichzeitiger Anwendung von Aliskiren bei Patienten mit Zuckerkrankheit oder Nierenfunktionsstörung
  • schwerer Leberfunktionsstörung, chronischer Entzündung der Gallengänge in der Leber oder Gallenstau.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination eingesetzt werden bei
  • älteren Patienten (über 65 Jahre), Patienten mit Nierenfunktionsstörung oder zu geringer Blutmenge sowie niedrigem Blutdruck, weil sich dieser verstärken kann
  • besonders stark ausgeprägter Herzmuskelschwäche (NYHA-Klasse IV)
  • mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh B) oder stark erhöhten Leberwerten (ASAT, ALAT).

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung der Kombination ist während des ersten Schwangerschafts-Drittels nur erlaubt, wenn es der Arzt für unumgänglich hält. Für die restliche Zeit der Schwangerschaft ist die Kombination verboten. Tierversuche legen nahe, dass beim Kind Schäden an der Nierenfunktion und dem Schädel entstehen.

Es ist nicht bekannt, ob die Kombination beim Menschen in die Muttermilch übergeht, wie es für Sacubitril und Valsartan bei säugenden Ratten der Fall ist. Aufgrund des möglichen Risikos für Nebenwirkungen bei gestillten Neugeborenen / Kindern wird die Anwendung während der Stillzeit nicht empfohlen. Der Arzt wird die Entscheidung treffen, ob auf das Stillen verzichtet oder die Behandlung während der Stillzeit unterbrochen werden soll.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Ihr Einsatz in dieser Altersgruppe ist daher verboten.

Welche Nebenwirkungen können Valsartan + Sacubitril haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Valsartan + Sacubitril. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kalium-Überschuss im Blut, niedriger Blutdruck, Nierenfunktionsstörung.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Kalium-Mangel im Blut, Unterzuckerung, Schwindelgefühl, Schwindel, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Husten, Durchfall, Übelkeit, Magenschleimhautentzündung, (akutes) Nierenversagen, Ermüdung, Schwäche.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Schwindel nach dem Wasserlassen, Juckreiz, Hautausschlag, Gesichtsschwellung.

Besonderheiten:
Patienten mit schwarzer Hautfarbe sind häufiger von Gesichtsschwellungen betroffen als andere.

Welche Wechselwirkungen zeigen Valsartan + Sacubitril?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Kombination darf auf keinen Fall zusammen mit ACE-Hemmern eingenommen werden. Bei Patienten mit Diabetes oder Nierenfunktionsstörung ist auch die gemeinsame Anwendung mit Aliskiren verboten. Es kann in beiden Fällen zu gefährlichem Blutdruckabfall kommen.

Die Kombiation sollte nicht zusammen mit weiteren AT1-Rezeptor-Antagonisten angewendet werden.

Weil die Kombination die Verfügbarkeit von Statinen im Körper erhöht und damit zu mehr Nebenwirkungen führt, sollte sie nur mit Vorsicht zusammen mit diesen Blutfettsenkern eingenommen werden.

Zusammen mit dem Potenzmittel Sildenafil führt die Kombination zu starker Blutdrucksenkung, was beachtet werden muss.

Da die Kombination den Kalium-Gehalt im Blut verändert, muss der Kaliumspiegel vom Arzt überwacht werden, wenn der Patient kaliumsparende Entwässerungmittel (Triamteren, Amilorid), Entwässerungsmittel wie Spironolacton oder Eplerenon, Kalium-Präparate, kaliumhaltige Salzersatzstoffe oder Heparine erhält.

Bei älteren Patienten, Patienten mit geringer Blutmenge (auch durch Entwässerungsmittel) oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann die gleichzeitige Anwendung der Kombination und nicht-steroidalen Antirheumatika (Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalisylsäure) das Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion erhöhen.

Die Kombination steigert bei Gabe des Antidepressivums Lithium dessen Gehalt im Blut. Möglicherweise wird der Arzt die Lithium-Dosis vermindern müssen.

Eventuell beeinflussen sich auch die Wirkungen, wenn die Kombination zusammen mit dem oralen Antidiabetikum Metformin angewendet wird. Der Arzt wird den Patienten besonders sorgfältig beobachten.

Die gleichzeitige Anwendung mit dem Tuberkulose-Mittel Rifampicin, mit Ciclosporin (gegen Organabstoßung nach Verpflanzungen), den virenhemmenden Mitteln Tenofovir, Cidofovir oder Ritonavir kann die Wirkung der Kombination verstärken.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Gelegentlich können Schwindel oder Müdigkeit auftreten, die Autofahren oder das Führen von Maschinen gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Valsartan + Sacubitril?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Valsartan + Sacubitril enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Valsartan + Sacubitril

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Valsartan + Sacubitril. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe AT1-Rezeptor-Antagonisten, zu welcher die Wirkstoffkombination Valsartan + Sacubitril gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Valsartan + Sacubitril

Die Kombination wird bei erwachsenen Patienten zur Behandlung einer chronischen Herzmuskelschwäche mit verminderter Pumpleistung des Herzens angewendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Valsartan + Sacubitril sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Valsartan + Sacubitril

Valsartan + Sacubitril ist die Kombination zweier Substanzklassen.

Valsartan gehört zur Wirkstoffgruppe der AT1-Rezeptor-Antagonisten. Es besetzt die entsprechende Bindungsstelle (Rezeptor) für das Hormon Angiotensin. So wird verhindert, dass die Hormone der Nebenniere, die verengend auf die Blutgefäße wirken und die Wasserausscheidung behindern, wirksam werden.

Sacubitril ist ein sogenanntes Prodrug, also eine Substanz, die erst im Körper zu einem wirksamen Stoff wird. Dieses Stoffwechselprodukt hemmt den körpereigenen Stoff Neprilysin. Neprilysin spaltet Eiweiße, die normalerweise für eine Gefäßerweiterung und gesteigerte Ausscheidung von Natrium und Wasser sorgen. Werden die Eiweiße nicht mehr gespalten, unterstützt das demnach die Erweiterung der Blutgefäße und die Ausscheidung von Natrium und Wasser.

Beide Kombinationspartner zusammen verhindern also die Verengung von Blutgefäßen, den Rückhalt von Wasser und Natrium in den Nieren und bremsen Zellwucherungen, kurz alles, was später schädliche Veränderungen an Herz und Gefäßen zur Folge haben würde.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.