Rifaximin

Allgemeines

Rifaximin wird zur Behandlung von Reisedurchfall bei Erwachsenen angewendet. Ein Reisedurchfall ist eine in einem dem Mittelmeer angrenzenden oder tropischen Land auftretender Durchfall bei Reisenden. Rifaximin ist nur zur Behandlung von Durchfällen geeignet, die durch Bakterien hervorgerufen werden, die im Darm verbleiben und nicht in das Blut übergehen (nicht-invasiv).

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Erbgut-Produktion im Bakterium hemmen
  • Vermehrung von Bakterien verhindern
  • Ammoniak-Produktion durch Bakterien verhindern
  • Gehirnschäden durch zu viel Ammoniak im Blut vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Rifaximin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Rifaximin nicht verwendet werden?

Rifaximin darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen andere chemische Verwandte von Rifamycin angewendet werden. Auch darf man damit keinen Durchfall behandeln, der Anzeichen einer sich ausbreitenden bakteriellen Infektion aufweist. Diese sind beispielsweise Fieber oder blutiger Stuhl.

Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) wird der Arzt den Wirkstoff nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einsetzen.

Obwohl Rifaximin praktisch nicht in den Körper aufgenommen wird, kann es wie alle chemischen Verwandten des Rifamycin-Derivate zu einer rötlichen Verfärbung des Urins führen. Diese ist aber völlig ungefährlich.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Obwohl Tierversuche keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen in Bezug auf die Schwangerschaft, Entwicklung des Nachwuchses vor und nach der Geburt oder den Geburtsvorgang selbst lieferten, sollte die Anwendung von Rifaximin bei Schwangeren nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht erfolgen.

Es ist nicht bekannt, ob Rifaximin in die Muttermilch übergeht. Nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt in Bezug auf die Wichtigkeit der Einnahme des Wirkstoffs für die Mutter soll entweder abgestillt oder die Behandlung beendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rifaximin bei Kindern unter zwölf Jahren wurde nicht ausreichend untersucht, um zuverlässige Empfehlungen hinsichtlich der Dosierung bei Reisedurchfall zu geben. In den wenigen verfügbaren Studien lag die am häufigsten verwendete Dosierung bei Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren im Bereich von 20 bis 30 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht am Tag in zwei bis vier Einzelgaben.

Im Anwendungsbereich leberbedingte Gehirnfunktionsstörung darf der Wirkstoff erst bei Personen ab 18 Jahren eingesetzt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Rifaximin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Rifaximin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Blähungen.

Häufige Nebenwirkungen:
Benommenheit, Kopfschmerz, Bauchspannen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Stuhldrang, Übelkeit und Erbrechen, Afterkrämpfe, plötzlicher Stuhldrang, Erschöpfung, Fieber.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Lippenherpes, Nasen-Rachenentzündung, Rachenentzündung, Infektionen der oberen Atemwege, , Herzklopfen, Blutbildveränderungen (Überschuss an weißen Blutkörperchen oder Monozyten, Mangel an Neutrophilen), Essensverweigerung, Austrocknung, abnormale Träume, depressive Verstimmung, Schlaflosigkeit, Nervosität, Geschmacksstörung, Unempfindlichkeit, Migräne, Kopfschmerz durch Nasennebenhöhlenentzündung, Schläfrigkeit, Doppeltsehen, Ohrenschmerzen, Schwindel, Hitzewallungen, Husten, trockene Kehle, Atembeschwerden, verstopfte Nase, Rachen-/Kehlkopfschmerzen, Naselaufen, Oberbauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Störungen der Magen-Darm-Bewegung, trockene Lippen, Blut im Stuhl, schleimiger Stuhl, harter Stuhl, Ausschlag, kalter Schweiß, fleckiger Hautausschlag, übermäßiges Schwitzen, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Nackenschmerzen, Zucker im Urin, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, krankhaft erhöhte Urinausscheidung, Eiweiß im Urin, häufige Regelblutung, Schwäche, Beschwerden im Brustraum, Schmerzen im Brustraum, Missempfindungen, Grippe-ähnliche Erkrankungen, Schmerzen, Frösteln, Sonnenbrand, erhöhter Blutdruck, erhöhte ASAT-Werte, Blut im Urin.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe (nach Markteinführung):
Kehlkopfschwellung, Blutgefäßschwellung, Gesichtsschwellung, Überempfindlichkeit, allergische Hautentzündung, Nesselsucht, Ohnmacht, Speiseröhren-Brennen, Aufregung, Wassereinlagerung in Armen und Beinen, Unterhautblutung, allgemeiner Juckreiz, Juckreiz an den Geschlechtsteilen, Hautrötung, Handinnenflächenrötung, Hautaussschlag (auch rötlich oder masernartig).

Welche Wechselwirkungen zeigt Rifaximin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

In der gegen Durchfall wirksamen Dosis besitzt Rifaximin ein geringes Risiko für Wechselwirkungen mit anderen Substanzen. Allerdings darf der Wirkstoff frühestens zwei Stunden nach Verabreichung von Aktivkohle (einem anderen gebräuchlichen Mittel bei Durchfall) eingenommen werden. Ansonsten verliert es seine Wirkung.

Aufgrund der Wirkungen von Rifaximin auf die natürlichen Darmbakterien könnte es nach Einnahme zu einer Wirkungsabschwächung von Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung ("Pille") kommen. Daher ist es ratsam, zusätzliche andere Verhütungsmaßnahmen in Erwägung zu ziehen, insbesondere wenn der Östrogengehalt wie bei der sogenannten "Mikropille" unter 50 Mikrogramm liegt.

Bei der höheren Dosis, wie sie zur Verhinderung leberbedingter Hirnleistungsstörungen zum Einsatz kommt, kann es zu Wechselwirkungen kommen: Bei Patienten, die Warfarin zur Blutverdünnung erhalten, kann die Blutgerinnung verzögert wie auch beschleunigt werden. Unter Umständen wird der Arzt die Dosis der oralen Antikoagulanzien verändern müssen.

Cyclosporin (gegen Organabstoßungsreaktionen) kann die Wirkung und damit möglicherweise die Nebenwirkungen von Rifaximin sehr steigern. Der Arzt wird die gemeinsame Anwendung daher nur mit Vorsicht verschreiben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann eine ungefährliche Rotfärbung des Urins herbeiführen.
  • Die Wirkung der "Pille" kann abgeschwächt werden. Daher sind andere zusätzliche Verhütungsmaßnahmen anzuwenden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Rifaximin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Rifaximin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Rifaximin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Rifaximin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Rifaximin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Rifaximin

Rifaximin wird zur Behandlung von Reisedurchfall bei Erwachsenen angewendet. Ein Reisedurchfall ist eine in einem dem Mittelmeer angrenzenden oder tropischen Land auftretender Durchfall bei Reisenden. Rifaximin ist nur zur Behandlung von Durchfällen geeignet, die durch Bakterien hervorgerufen werden, die im Darm verbleiben und nicht in das Blut übergehen (nicht-invasiv).

Des weiteren wird Rifaximin bei Patienten angewendet, deren Leber nur unzureichend oder nicht mehr im Stande ist, das Nervengift Ammoniak abzubauen. Ammoniak entsteht als Nebenprodukt der Verdauung durch die Tätigkeit bestimmter Darmbakterien. Wird der Ammoniak nicht durch die Leber unschädlich gemacht und gelangt mit dem Blut in das Gehirn, führt er dort zu Schäden und Funktionsbeeinträchtigungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Rifaximin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Rifaximin

Rifaximin gehört zur Wirkstoffgruppe der Antibiotika. Es ist ein halb künstlich hergestellter chemischer Verwandter des Rifamycin SV. Ebenso wie andere Antibiotika der Rifamycin-Gruppe bindet es unauflöslich an ein bakterielles Enzym, das an der Verdoppelung des Bakterien-Erbgutes beteiligt ist. Dadurch hemmt Rifaximin die Vermehrung der Keime.

Rifaximin besitzt eine breite Wirkung gegen die meisten grampositiven und gramnegativen, aeroben und anaeroben Bakterien, die Darminfektionen verursachen. Außerdem hemmt es auch die Vermehrung derjenigen Keime im Darm, die aus Harnstoff Ammoniak produzieren. Ammoniak ist unter anderem für die Entstehung einer leberbedingten Gehirnschädigung von Bedeutung.

Auf Grund der sehr geringen Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt wirkt Rifaximin örtlich im Darm und besitzt keine Wirksamkeit gegen Krankheitserreger, die in das Blut übergehen.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.