Nafarelin

Allgemeines

Nafarelin wird bei Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) angewandt. Daneben wird Nafarelin auch zur Vorbereitung auf eine künstliche Befruchtung eingesetzt. In beiden Fällen erfolgt die Behandlung mit dem Wirkstoff in Form eines Nasensprays.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Endometriose behandeln
  • künstliche Befruchtungen vorbereiten

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Nafarelin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Nafarelin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Nafarelin darf der Wirkstoff nicht angewendet werden. Auch die Behandlung von Jugendlichen (jünger als 18 Jahre), Schwangeren und stillenden Müttern mit Nafarelin ist nicht erlaubt.

Frauen mit einem erhöhtem Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) oder ungeklärten Blutungen aus der Scheide dürfen nicht mit Nafarelin behandelt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Nafarelin darf nicht während der Schwangerschaft eingesetzt werden, da der Wirkstoff nach längerer Anwendung die Bildung von Östrogenen unterdrückt. Auf diese Weise können der normale Verlauf einer Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes gestört werden. Vor Therapiebeginn ist eine Schwangerschaft daher unbedingt auszuschließen.

Es ist nicht bekannt, ob Nafarelin in die Muttermilch und damit in den Säugling übergeht. Um Schädigungen des Kindes zu vermeiden, muss vor einer Behandlung mit dem Wirkstoff unbedingt abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Anwendungsgebiet schließt eine Behandlung von Kindern mit Nafarelin aus.

Welche Nebenwirkungen kann Nafarelin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Nafarelin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufig:
Hitzewallungen, Veränderungen der Libido, trockene Scheide, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Akne

Gelegentlich:
Veränderungen der Kopf- und Körperbehaarung, Erhöhung der Talgausscheidung, Muskelbeschwerden, Gelenkbeschwerden, Brustgrößenveränderung, Durchbruchblutungen, Schmierblutungen, Scheidenausfluss, Erhöhung der Cholesterinwerte, Gewichtszunahme, Wassereinlagerung (Ödeme), Schlafstörungen, Depressionen, Nervosität, Schwitzen, Körpergeruch, Übelkeit und Erbrechen, Schnupfen, Nasenschleimhautreizung

Selten:
Schwäche, Müdigkeit, Anstieg bestimmter Leberwerte (Transaminasen), Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Überempfindlichkeitsreaktionen (Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz)

Sehr selten oder vereinzelt:
Missempfindungen (Kribbeln, Brennen, Parästhesien), Sehstörungen, Stimmveränderungen, Herzklopfen, Migräne, Gedächtnisstörungen, Rückenschmerzen, Unterbauchschmerzen, Gliederschmerzen, Schwindel, Lungenentzündung, Fibrose der Lunge, Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Blutdruckänderung, Verlust von Knochenmasse (Osteolyse), Bildung von Zysten in den Eierstöcken

Besonderheiten:
Zu Beginn der Behandlung kann eine Endometriose verstärkt werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Nafarelin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Anwendung von abschwellenden Nasentropfen kann die Wirkung von Nafarelin abschwächen.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Nafarelin wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


Welche Medikamente beinhalten Nafarelin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Nafarelin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Lösung

So wirkt Nafarelin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Nafarelin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Hypothalamushormone, zu welcher der Wirkstoff Nafarelin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Nafarelin

Nafarelin wird bei Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) angewandt. Daneben wird Nafarelin auch zur Vorbereitung auf eine künstliche Befruchtung eingesetzt. In beiden Fällen erfolgt die Behandlung mit dem Wirkstoff in Form eines Nasensprays.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Nafarelin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Nafarelin

Nafarelin gehört zur Gruppe der Hypothalamushormone. Es ähnelt dem natürlichen Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH, Gonadoliberin). Wie dieses veranlasst Nafarelin die Hirnanhangsdrüse, Hormone auszuschütten, die für die Bildung der weiblichen Sexualhormone (Östrogene) und die Auslösung des Eisprungs verantwortlich sind. Die durch Nafarelin gesteigerte Hormonausschüttung verbessert Qualität und Menge der gebildeten Eizellen. Nafarelin kann daher zur Vorbereitung auf eine künstliche Befruchtung dienen. Dabei wird es aber nur einmal während des weiblichen Zyklus´ verabreicht.

Bei täglicher Anwendung von Nafarelin ist die Wirkung eine gegensätzliche. Über drei bis vier Wochen verabreicht, setzt der Wirkstoff den körpereigenen hormonellen Regelkreis in Gang. Er sorgt so für eine verminderte Ausschüttung von Hormonen der Hirnanhangsdrüse, was auch die Bildung von Östrogen abbremst. Dieser indirekte Effekt von Nafarelin wird zur Behandlung der Endometriose ausgenutzt. Endometriose ist die Ansiedelung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Östrogen-gesteuert bluten diese Schleimhaut-Inseln während der Regel mit und verursachen die typischen Beschwerden. Ein Absinken der Östrogen-Konzentration im Blut schwächt die Reaktion der Gebärmutterschleimhaut allgemein und lindert damit die Endometriose-Beschwerden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.