Mirabegron

Allgemeines

Mirabegron wird zur Behandlung von Harninkontinenz eingesetzt. Es lindert die Beschwerden wie unkontrollierbarer Harndrang, erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens und/oder unwillkürlicher Harnabgang, die bei Erwachsenen mit überaktiver Blase auftreten können.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Mirabegron im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Mirabegron nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Mirabegron nicht angewendet werden. Das gilt auch bei starker Einschränkung der Leberfunktion (Child Pugh-Klasse C) oder schwerem, nicht ausreichend gesenktem Blutdruck (über 180 mmHg/über 110 mmHg). Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung im Endstadium oder Notwendigkeit der Blutwäsche sollte die Anwendung ebenfalls ganz unterbleiben.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Mirabegron eingesetzt werden bei
  • stark eingeschränkter Nierenfunktion. Der Arzt wird die Dosis auf 25 Milligramm täglich begrenzen
  • mäßiger Einschränkung der Leberfunktion (Child Pugh-Klasse B), wenn die Patienten gleichzeitig Wirkstoffe erhalten, die die Mirabegron-Wirkung verstärken
  • mäßigem Bluthochdruck (Werte über 160/100), weil es dazu nur wenige Erfahrungen aus klinischen Studien gibt
  • Patienten mit bestimmten Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) oder der Einnahme von Wirkstoffen, die zu QT-Verlängerung führen, weil es aus den klinischen Studien keine Erfahrungen mit solchen Patienten gibt
  • Verlegung des Blasenausgangs und bei Patienten, die schon Medikamente gegen eine überaktive Blase einnehmen, weil es zu Harnverhalt kommen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Mirabegron bei Schwangeren vor. Tierexperimente haben Schäden an den Nachkommen gezeigt. Daher wird die Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen.

Mirabegron wird bei Nagetieren in die Milch ausgeschieden. Gleiches ist beim Menschen zu erwarten. Es wurden keine Studien zum Einfluss von Mirabegron auf die Milchproduktion beim Menschen, zum Auftreten in der menschlichen Muttermilch oder zu den Auswirkungen auf den gestillten Säugling durchgeführt. Der Wirkstoff sollte daher während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mirabegron bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Die Anwendung bei dieser Altersgruppe liegt daher im Ermessen des behandelnden Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Mirabegron haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Mirabegron. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Harnwegsinfektionen, Herzrasen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Scheideninfektion, Blasenentzündung, Herzklopfen, Vorhofflimmern, Verdauungsstörungen, Magenschleimhautentzündung, Nesselsucht, (fleckiger, blasiger) Hautausschlag, Juckreiz (auch in der Scheide), Gelenkschwellung, Blutdruckerhöhung, Erhöhung von Leberwerten (Gamma-GT, ASAT, ALAT).

Seltene Nebenwirkungen:
Augenlidschwellung, Lippenschwellung, Unterhautblutung, Blutgefäßentzündung durch Zusammenballung weißer Blutkörperchen).

Welche Wechselwirkungen zeigt Mirabegron?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Mirabegron wird von einem Enzym-System verstoffwechselt, das durch andere Wirkstoffe in seiner Aktivität behindert werden kann. So steigt bei gleichzeitiger Anwendung der Pilzmittel Itraconazol oder Ketoconazol, des AIDS-Mittels Ritonavir oder des Antibiotikums Clarithromycin die Konzentration an Mirabegron im Blut an. Dadurch kann sich der Herzschlag beschleunigen. Muss der Wirkstoff bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion oder leichter Einschränkung der Leberfunktion mit den genannten Substanzen zusammen angewendet werden, beträgt die empfohlene Dosis 25 Milligramm Mirabegron einmal täglich mit oder ohne Nahrung.

Mirabegron kann auch selbst die Effekte anderer Wirkstoffe verändern. Wenn Mirabegron mehrere Tage eingenommen wird (einmal täglich in Form von Tabletten ohne verzögerte Auflösung) bewirkt beispielsweise bei dem Betablocker Metoprolol oder dem Psychopharmakon Desipramin einen Anstieg der Blutkonzentration um fast das Doppelte. Der Arzt wird daher besonders vorsichtig sein, wenn Mirabegron gemeinsam mit Wirkstoffen verabreicht wird, die schnell überdosiert sind oder individuell dosiert werden müssen. Das ist der Fall bei manchen Antiarrhythmika (wie Flecainid, Propafenon) und trizyklischen Antidepressiva (wie Imipramin, Desipramin) sowie Thioridazin (gegen Psychosen).

Bei Patienten, die eine Kombinationstherapie mit Mirabegron und dem Herzglykosid Digoxin beginnen, wird der Arzt anfänglich die niedrigste Digoxin-Dosis verordnen. Anschließend bestimmt er die Blutkonzentration an Digoxin, um eine Grundlage für die Dosissteigerung bis zur gewünschten Wirkung zu haben.

Ärztliche Vorsicht ist auch bei der gemeinsamen Anwendung von Mirbegron und dem Gerinnungshemmer Dabigatran geboten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Der Blutdruck muss vor Behandlungsbeginn gemessen und während der Therapie regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei Patienten mit Bluthochdruck.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Mirabegron?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Mirabegron enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Mirabegron

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Mirabegron. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Mirabegron gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Mirabegron

Mirabegron wird zur Behandlung von Harninkontinenz eingesetzt. Es lindert die Beschwerden wie unkontrollierbarer Harndrang, erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens und/oder unwillkürlicher Harnabgang, die bei Erwachsenen mit überaktiver Blase auftreten können.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Mirabegron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Mirabegron

Die Speicherung und Entleerung des Urins aus der Harnblase wird über das unwillkürliche Nervensystem gesteuert. In der Speicherphase wirkt der Nervenbotenstoff Noradrenalin. Er bindet an Beta-Rezeptoren der Harnblasenmuskulatur, was zu einer Entspannung derselben führt. Dagegen wird die Harnblase in der Harnentleerungsphase vorwiegend durch den Nervenbotenstoff Acetylcholin gesteuert. Er dockt an entsprechende andere Rezeptoren an, was ein Zusammenziehen der Harnblase und ihre Entleerung verursacht.

Mirabegron ahmt die Wirkung von Noradrenalin nach. Es besetzt die Bindungsstellen für diesen Nervenbotenstoff und ruft seine typischen Effekte hervor. So bewirkt Mirabegron eine Entspannung der glatten Harnblasenmuskulatur und führt beim Wasserlassen zu einer vollständigeren Entleerung. Dazu verhindert es ein zu häufiges Zusammenziehen der Blasenmuskulatur, wenn keine Notwendigkeit der Entleerung besteht. Insgesamt gesehen verbessert Mirabegron die Harnspeicherfunktion bei einer überaktiven Blase.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.